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100.000 DM Privatdarlehen deklarieren


| 22.08.2006 23:07 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Guten Tag.

Im Rahmen einer Betriebsprüfung aus dem Jahre 2000 muß ich den Nachweis eines Privatdarlehens über 100.000 DM deklarieren.

Das Privatdarlehen wurde von einem guten Geschäftsfreund
zinslos gewährt (Als Sicherheit diente u.a. die Hinterlegung
eines KFZ - Briefes, sowie Immobilieneigentum). Bei erfolgreicher
Geschäftsentwicklung wurde auch an eine Beteiligung meines Unternehmens gedacht. Banken hätten mir als Existenzgründer diesen
Betrag niemals als Kredit zur Verfügung gestellt, also war ich sehr
froh, diesen Privatinvestor an meiner Seite zu haben.

Wäre dieser Betrag von einer Bank oder Investmentgesellschaft
gekommen, wäre alles klar. Da mein Privatinvestor aber nicht in
Erscheinung treten möchte (verständlich, wer hat schon Lust auf
nervige Rückfragen vom FA oder ähnlichem), muß ich einen Weg oder
ein Konstrukt suchen, um einen glaubhafteb Nachweis für die Fiskalritter vom Finanzamt zu finden. Von diesem Betrag ist
umgehend Handelsware für meine Handelagentur erworben worden.

Welche realistischen Möglichkeiten (außer Lottogewinn oder
Casinogewinne)gibt es ?
Sehr geehrter Fragesteller,
sehr geehrte Fragestellerin,

in Anbetracht Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Frage wie folgt beantworten.

Ohne eine verbindliche Erklärung Ihres Geschäftsfreundes haben Sie gar keine realistische Chance dem Finanzamt ein Darlehen über 100.000 DM nachzuweisen. Problemfrei ist ein solches Darlehen nur durch einen Darlehensvertrag aus dem Jahr 2000 möglich.

Auch Ihre anderen angedachten Möglichkeiten sind zum Scheitern verurteilt. Selbst ein Lottogewinn oder ein Gewinn im Casino muss von Ihnen nachgewiesen werden, und zwar mit entsprechenden Dokumenten.

Ohne schriftliche Dokumente ist es fast unmöglich dem Finanzamt gegenüber den Erwerb des Geldes aus legalen Quellen nachzuweisen. Ohne solche Schriftsätze droht Ihnen eine Hinzuschätzung von Einnahmen.

Denn Sie sind gesetzlich dem Finanzamt gegenüber zur Auskunft bei der Ermittlung Ihrer Einnahmen verpflichtet. Können Sie das Darlehen nicht nachweisen, dann darf das Finanzamt davon ausgehen, dass hier Gelder von Schwarzkonten besorgt wurde.

Ich denke Ihnen mit meiner Antwort eine realistische Einschätzung Ihrer Lage zu ermöglichen, auch wenn Ihnen diese Antwort kaum gefallen wird.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Honsel
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 23.08.2006 | 10:44

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

zunächst danke für die Beantwortung. Da das Darlehen zinslos
gewährt wurde (so etwas soll es unter guten Geschäftsfreunden teilweise noch geben), gibt es für das FA ja keinen Grund nach einer Verzinsung etwaiger Erträge zu suchen. Dann geht es doch
eigentlich nur darum die legale Herkunft zu deklarieren, oder ?!

Zu den Glücksspieleinnahmen: Ich selbst bin seit über 20 Jahren
begeisteter Fan von Sportwetten; durch ein recht ausgeklügeltes System kommt es hier im Jahresdurchschnitt durchaus zu sinnvollen Erträgen. Wäre das auch für meinen Darlehensgeber eine plausible
Erklärungsmöglichkeit oder besteht schon wieder Gefahr, daß bei einer gewissen Regelmäßigkeit Spielgewinne nicht mehr steuerfrei
sind ?! Danke.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.08.2006 | 11:27

Sehr geehrter Fragesteller,
sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage.

Sie haben Recht, es kommt dem Finanzamt nur darauf an zu erforschen, ob das Geld aus legalen und versteuerten Quellen stammt. Unter Geschäftsleuten ist es zwar ungewöhnlich aber nicht abwegig zinslose Darlehen zu gewähren, besonders wenn auch eine private Freundschaft besteht. Und immerhin gab es die Option der Beteiligung.

Spielgewinne sind auch bei regelmäßigen Einnahmen grundsätzlich steuerfrei. Die Gewinne müssen dann nur nachgewiesen werden.

Es hat wenige Fälle gegeben, wo Finanzgerichte von einem Berufsspieler ausgegangen sind, was dann zu gewerblichen Einkünften bei dem Spieler geführt hat. Dazu muss ein Spieler aber fast täglich an Glückspielen teilnehmen und daraus in regelmäßigen Abständen Gewinne erwirtschaften. Eine gewisse Regelmäßigkeit reicht da nicht aus. Die Spielertätigkeit muss schon einen gewissen Umfang erreichen, der ähnlich wie bei einem Gewerbebetrieb ist. In den zwei veröffentlichen Fällen des BFH wurden Berufsspieler angenommen, die täglich an Glücksspielen teilnahmen und daraus monatlich ein Einkommen bezogen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Honsel
Rechtsanwalt

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