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10-Jahresfrist bei Immobilienschenkung mit Nießbrauch- oder Wohnrecht

| 04.11.2016 17:30 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle


ich will meiner einzigen Tochter mein Haus schenken und mir ein Nießbrauch- oder Wohnrecht zu meinem Gunsten bei der Übertragung offiziell einräumen lassen. Ich möchte dadurch evtl. Erbschaftsteuer sparen, da nach meinem Wissen sie als mein leibliches Kind alle 10 Jahre einen steuerlichen Freibetrag von 400.000 Euro gelten machen kann
Meine Frage : Läuft diese 10-Jahres-Frist ab der Schenkung des Wohnhauses auch dann an, wenn die Immobilie mit einem Wohnrecht oder Nießbrauchrecht belastet ist ? Kann ich ihr dann nach Ablauf der 10 Jahre wieder eine Schenkung bis zum 400.000 Euro machen, ohne dass sie Schenkungssteuer zahlen muss ? Oder hindert der Nießbrauch- / das Wohnrecht in diesem Fall den Anlauf der 10-Jahresfrist ? (es geht hier nicht um Fristenwahrung im Falle einer Geltenmachung von Pflichteilansprüchen, sondern nur um den steuerlichen Aspekt bezgl. der Freibeträge)

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Sehr geehrte Ratsuchende,

gern beantworte ich Ihre Frage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

Wie Sie das schon richtig erkannt haben, steht Ihnen in einer Rahmenfrist von 10 Jahren für jedes Kind ein steuerlicher Freibetrag für Schenkungen und Erbschaften zur Verfügung. Im Grunde könnten Sie in jedem Jahr einen Betrag in Höhe von 40.000 Euro Ihrem Kind schenkweise zur Verfügung stellen, ohne dass dieses hier Steuern darauf zu zahlen hätte.

Nein, der vorbehaltene Nießbrauch und/oder das Wohnrecht haben keinen Einfluss auf diese steuerliche Rahmenfrist, diese vorbehaltenen Rechte beeinflussen nur den Wert des Geschenkes in Abhängigkeit des zurückbehaltenen Rechts und ggf. der statistischen Lebenserwartung nach der jeweilig aktuellen Sterbetafel.

Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe mit

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

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