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10-Jahres-Haltefrist bei Immobilien in Verbindung mit Schenkung


30.11.2007 11:45 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



Sehr geehrte Damen und Herren,

folgender Tatbestand:

- eine Immobilie wird von einer BGB-Gesellschaft mit 4 Gesellschaftern zu je 25% gehalten. Die Immobilie ist vermietet und wird von der BGB-Gesellschaft über einen Zeitraum, welcher länger als 10 Jahre beträgt gehalten.

- Einer der vier Gesellschafter überträgt seinen 25%-Anteil im Rahmen der vorweggenommenen Erbefolge auf die anderen 3 Gesellschafter in gleichen Anteilen unentgeltlich und ohne sonstige Gegenleistung (Schenkung).

Meine Frage: Wie sieht es aus mit der 10-Jahresfrist-Haltefrist für die BGB-Gesellschaft, wenn die Gesellschaft die Immobilie verkauft? Werden die Haltejahre des Schenkgebers auf die Frist angerechnet oder beginnt die Frist mit Schenkung erneut zu laufen ?

Der Fall wird imho in §23 Nr. 1 Punkt 3 behandelt, jedoch wird mir die Forumulierung dieses Abschnittes leider nicht ganz klar (Bei unentgeltlichem Erwerb ist dem Einzelrechtnachfolger für Zwecke dieser Vorschrift die Anschaffung oder die Überführung des Wirtschaftsguts in das Privatvermögen durch den Rechtsvorgänger zuzurechnen)

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Sehr geehrter Fragesteller,

in Ihrem Fall dürfte eine Anrechnung der bisherigen Jahre zulässig sein, da die vorweggenommene Erbfolge wie die normale Erbfolge im Fall des Todes des Erblassers behandelt wird.

Ein Erwerb im Wege der Erbfolge ist keine Anschaffung im Sinne des § 23 Abs. 1 EStG (Urteil des Senats VI 300/63 U vom 18. September 1964, Sammlung der Entscheidungen des Bundesfinanzhofs Bd. 80 S. 479 - BFH 80, 479 -, BStBl III 1964, 647)

Die von Ihnen zitierte Passage (§ 23 Abs. 1 S. 3 EStG) meint, dass Geschäfte, die durch den Rechtsvorgänger (z.B. durch den Erblasser) vorgenommen worden sind, der Rechtsnachfolger (z.B. der Erbe) gegen sich geltend lassen muss. Dies trifft hier nur für die Entnahme oder Betriebsaufgabe, s. § 23 Abs. 1. S.2 EStG, zu.

Gemäß § 23 Abs. 1 Satz 2 EStG (StEntlG) gilt als Anschaffung auch die Überführung eines Wirtschaftsguts in das Privatvermögen des Steuerpflichtigen durch Entnahme oder Betriebsaufgabe. Bei unentgeltlichem Erwerb ist dem Einzelrechtsnachfolger für Zwecke dieser Vorschrift die Überführung des Wirtschaftsguts in das Privatvermögen durch den Rechtsvorgänger zuzurechnen (§ 23 Abs. 1 Satz 3 EStG) (FG München, 2005)

Wenn zum Beispiel der Erblasser dafür gesorgt hat, dass das Immobilienvermögen im Rahmen einer Entnahme oder Betriebsaufgabe in das Privatvermögen übergegangen ist, so ist dies dem Erben hinsichtlich des Zeitpunktes der Anschaffung zuzurechnen.

Ob es sich hier um eine Entnahme und Übertragung in das Privatvermögen handelt, geht aus Ihrer Frage nicht genau hervor.

Ich hoffe, Ihre Frage hilfreich beantwortet zu haben und stehe Ihnen gerne weiterhin zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Christian Joachim
-Rechtsanwalt-

www.rechtsbuero24.de


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