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1 kg Amphetamine - womit muss man rechnen?


| 18.10.2017 12:16 |
Preis: 47,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch



Hallo zusammen,
mein Freund (26) sitzt seit gestern in U Haft. Die Polizei hatte einen Durchsuchungsbefehl und konnte am Montag 1kg Amphetamine bei ihm finden.
Er hat keine Vorstrafen, einen festen Arbeitsplatz und Wohnsitz, lebt in einer festen Beziehung und hat auch sonst ein gutes Familienumfeld. Wir alle machen uns nun schreckliche Sorgen. 1kg ist natürlich ne große Menge und es muss auch erst herausgefunden werden, was er damit vorhatte. Sollte sich im Worst Case herausstellen, dass er damit gedealt hat bzw. es vorhatte, wie stehen dann die Chancen auf eine Bewährungsstrafe? Und falls ihm nur der Besitz nachgewiesen werden kann, wie dann?
Muss ich auch mit einer Haftstrafe von 2 Jahren oder noch mehr rechnen oder bekommt er wenn dann höchstwahrscheinlich „nur" ein Jahr?
Gibt es Möglichkeiten, seine U Haft zu beenden (zB durch Kaution usw) oder muss er bis zur Verhandlung in U Haft bleiben? Das kann ja Jahre dauern..
Danke für die Antwort.

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Sehr geehrte Fragestellerin,

ohne Einsicht in die Ermittlungsakte und Kenntnis aller Umstände ist die Beantwortung Ihrer Frage hinsichtlich der zu erwartenden Strafe nicht möglich und kann daher nur im groben Rahmen angegeben werden.

Die Mindeststrafe wegen des Besitzes einer nicht geringen Menge liegt bei 1 Jahr Freiheitsstrafe; § 29a Absatz 1 Nr. 2 BtMG.
Je nach den Umständen woher Ihr Freund die Betäubungsmittel bezogen hat (Ausland) oder inwieweit er in der Vergangenheit damit gehandelt hat (mit anderen als Bande) kommt auch eine Mindestfreiheitsstrafe von 2 (§ 30 BtMG) oder 5 (§ 30a BtMG) Jahren in Betracht. Insgesamt ist eine Freiheitsstrafe bis zu 15 Jahren möglich, wenn auch unwahrscheinlich für einen Ersttäter. Eine Strafaussetzung zur Bewährung ist nur möglich bei einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren.

Daher ist es zunächst einmal wichtig, einen Rechtsanwalt zu beauftragen, der Akteneinsicht beantragen kann und dann die notwendigen Schritte einleiten wird um Ihren Freund aus der U-Haft zu bekommen und ihn angemessen zu verteidigen.

Hinsichtlich der U-Haft kann Haftprüfung oder Haftbeschwerde eingelegt werden. Dort wird geprüft ob ein Haftgrund vorliegt. Besteht dieser ausschließlich wegen Fluchtgefahr, ist grundsätzlich die Hinterlegung einer Kaution möglich und die Haft kann dann ausgesetzt werden. Die Untersuchungshaft darf in der Regel höchstens sechs Monate dauern.

Wenn Sie von dem Betäubungsmittel nichts wußten, müssen Sie nicht mit einer Verurteilung rechnen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe Ihnen, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, einen ersten rechtlichen Überblick verschafft zu haben.

Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

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Nachfrage vom Fragesteller 18.10.2017 | 14:03

Sehr geehrter Herr Bordasch,

ich habe damit eigentlich gemeint, ob ich für ihn mit einer Haftstrafe von über einem Jahr rechnen muss. Vielleicht können Sie mir ja aufgrund Ihnen bekannter Fälle eine kleine Prognose abgeben, wie „hart" Menschen mit ähnlicher Geschichte verurteilt wurden.

Wenn die Haftstrafe unter 2 Jahren angesetzt wird, ist eine Bewährung möglich, das weiß ich. Aber nach welchen Kriterien wird entschieden, ob er 2 Jahre auf Bewährung bekommt oder 2 Jahre inhaftiert wird? Vielleicht habe ich mich da etwas unklar ausgedrückt.

Viele Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.10.2017 | 16:16

Sehr geehrte Fragestellerin,

von einer Haftstrafe über einem Jahr würde ich bei dem Vorwurf gegen Ihren Freund ausgehen, da die Menge wohl nicht nur knapp über einer nicht geringen Menge liegt. Da ich die Geschichte Ihres Freundes nicht kenne, wie er zu den Betäubungsmittel gekommen ist, ob er bereits gehandelt hat, ob allein oder mit anderen als Bande oder auf Dauer, kann ich nicht mehr vermuten, als dass Ihr Freund wohl eine höhere Strafe als die jeweilige Mindeststrafe erhalten wird; siehe oben.

Bei der Aussetzung der Strafe zur Bewährung prüft das Gericht bei einer Freiheitsstrafe über einem Jahr, ob eine positive Sozialprognose gestellt werden kann und Gründe für eine Strafaussetzung zur Bewährung in der Tat oder der Persönlichkeit des Täters liegen. Beispielsweise, wenn das Gericht davon ausgeht, dass zukünftig keine weiteren Straftaten mehr begangen werden.

Mit freundlichen Grüßen


Ingo Bordasch
- Rechtsanwalt -

Bewertung des Fragestellers 20.10.2017 | 00:39


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"Netter Anwalt, hätte mir aber eine genauere Beschreibung des Bewährungsssachverhalts gewünscht, so wurde zB nicht ausführlich beantwortet, wann eine Bewährung bei günstiger Sozialprognose gewährt wird und wann sich (trotz Urteil unter 2 Jahren) der Richter lieber für eine richtige Haft entscheidet. Die anderen Antworten waren aber trotzdem hilfreich und vor allem auch sehr schnell - also empfehlenswert :-)"
FRAGESTELLER 20.10.2017 3,8/5.0
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