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1. Ladendiebstahl - Anhörungsbogen und Schreiben

| 25.08.2008 22:10 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


00:42
Guten Abend,

Ich hoffe Sie können mir helfen. Ich weiß dass das Angebot für 20€ nicht viel ist, aber meine Fragen sind hoffentlich leicht zu beantworten und meine finanzielle Situation ist leider alles andere gut im Moment...


Ich habe einen Diebstahl (Rasierklingen im Wert von 14€) begangen (im Schreiben der Polizei steht: "Diebstahl geringwertiger Sachen Ladendiebstahl gemäß § 242</a> i.V.m. § 248a StGB ") und nun den Anhörungsbogen erhalten.


Zu meiner Person:

Student
22 Jahre alt
erster (und letzter...)Diebstahl


Ich wohne zwar in einer eigenen Wohnung, bin jedoch offiziell bei meiner Mutter gemeldet.

Einkommen: Unterhalt (600€) durch meinen Vater und Kindergeld (156€) meiner Mutter
Zusätzlich bin ich momentan in einem Praktikum beschäftigt (10 wöchig), welches mit 820€ Brutto monatlich vergütet wird.


Meine Fragen:

1) Ich werde angeben die Tat begangen zu haben und ein Schreiben beilegen, in dem ich mich erneut entschuldigen möchte.
Wäre ein Anwalt bereit sich dieses Schreiben durchzulesen und mir ggfs. "Tips" zur Verbesserung zu geben? (dies würde dann entweder per E-Mail oder im Rahmen der Nachfragefunktion verlaufen)


2) Bei den beiden Zusätzen zur Straftat (Einstellung nach <a href="http://dejure.org/gesetze/StPO/153a.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 153a StPO: Absehen von der Verfolgung unter Auflagen und Weisungen">§ 153a StPO und die Frage zum "Strafbefehlsverfahren"), was ist dort am besten anzukreuzen wenn ich auf eine realistische Chance zur Einstellung des Verfahrens OHNE weitere Geldbuße hinwirken will?


3) Frage nach dem Einkommen: Ich überlege, keine Angaben zum Einkommen zu machen, da davon auszugehen ist dass ich als Student wenig verdiene und ich so besser dastehe als bei der tatsächlichen Angabe.

Wenn ich ein Einkommen angeben würde, was müsste ich alles angeben?

Gilt das Praktikumsgehalt als monatliches Einkommen, obwohl es nur 10 Wochen in August und September betrifft?
Gilt der Unterhalt, den mein Vater mir zahlt, als Nettoeinkommen?

Haben die Behörden die Möglichkeit auf Verdacht mein Konto einzusehen oder wäre es möglich lediglich das Kindergeld anzugeben? Da ich offiziell als Student bei meiner Mutter wohne, wäre es glaubhaft mit monatlich 156€ auszukommen.



Ich hoffe Sie können mir helfen. Ich weiß zwar, dass das Verfahren eingestellt wird (Ersttäter und geringwertige Sache), aber ich habe trotzdem sehr große Angst vor weiteren finanziellen Folgen.
25.08.2008 | 23:24

Antwort

von


(67)
Alt-Moabit 62-63
10555 Berlin
Tel: 030 / 397 492 57
Web: http://www.rechtsanwalt-ausländerrecht.de
E-Mail:

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

ich teile Ihre Einschätzung, dass eine sehr realistische Chance auf eine Einstellung des eingeleiteten Ermittlungsverfahrens besteht. Über die Einstellung des Strafverfahrens entscheidet die Staatsanwaltschaft. Für eine Einstellung des Verfahrens spricht der geringe Wert des gestohlenen Gegenstandes, die Tatsache, dass dem bestohlenen Geschäft letztlich kein Schaden entstanden ist (ich gehe davon aus, dass Sie an Ort und Stelle „erwischt“ worden sind und die Rasierklingen zurückgegeben haben), die Tatsache, dass Sie bisher strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten und somit insbesondere nicht vorbestraft sind und Ihr Geständnis sowie Ihre Reue.

Vor diesem Hintergrund sollte eigentlich eine Einstellung des Ermittlungsverfahrens gemäß § 153 StPO (nicht „nur“ § 153a StPO ) wegen geringer Schuld möglich sein. Sollte diese Norm nicht auf dem Anhörungsbogen vermerkt sein, sollten Sie diese explizit angeben und ausdrücklich um eine Einstellung gemäß § 153 StPO bitten. Die nochmalige Entschuldigung im Anhörungsbogen ist zu empfehlen. Außerdem empfehle ich Ihnen (soweit noch nicht geschehen), ein Entschuldigungsschreiben an das Geschäft zu richten, in dem Sie sich nochmals schriftlich für Ihre Tat entschuldigen. Eine Kopie dieses Schreibens legen Sie dann dem Anhörungsbogen bei. Eine Einstellung nach § 153 StPO könnte scheitern, soweit in der Vergangenheit schon einmal eine Einstellung eines Strafverfahrens erfolgt ist.

Soweit Sie eine „Fangprämie“ in dem Geschäft bezahlt haben, sollten Sie auch dies angeben (weil dies für eine Einstellung positiv zu bewerten wäre.

Soweit eine Einstellung des Ermittlungsverfahrens gemäß § 153 StPO erfolgt, sind Sie nicht vorbestraft und müssen auch KEINE Strafe oder ein „Bußgeld“ zahlen. Die Tat bleibt dann OHNE JEDE FINANZIELLE Folgen für Sie.

Im Fall einer Einstellung nach § 153 StPO ist es deshalb auch egal, was Sie zu Ihren Einkommensverhältnissen angeben. Sie können deshalb dazu auch gar keine Angaben machen. Letztlich können Sie sogar hier angeben, was Sie möchten, denn eine Wahrheitspflicht besteht insoweit für Sie als Beschuldigter nicht, sie „dürfen also lügen“.

WENN keine Einstellung des Ermittlungsverfahrens erfolgt und ein Strafbefehl erlassen werden sollte (unwahrscheinlich) oder nur eine Einstellung nach § 153a StPO gegen Zahlung einer Geldauflage erfolgt, dann kommt es auf die Höhe Ihres Einkommens an. Hier wird dann alles berücksichtigt, d.h. sowohl die Unterhaltszahlungen Ihres Vaters, das Kindergeld und auch das Geld, das Sie für das Praktikum erhalten. Es zählen allerdings im Fall des Erlasses eines Strafbefehls die Einkommensverhältnisse zum Zeitpunkt des Erlasses. Wenn dann das Praktikum schon vorbei ist, wird dieses Geld (der Netto-Betrag) NICHT mehr berücksichtigt. Was Sie nun genau angeben möchten, müssen Sie nun selber entscheiden.

In Ihrem Fall werden die Strafverfolgungsbehörden mit Sicherheit keine Kontoauszüge von Ihnen verlangen.

Ich hoffe, dass Ich Ihnen bis hierher schon weiterhelfen konnte. Sie können gerne noch eine kostenlose Nachfrage stellen. Lassen Sie mir Ihr Schreiben per Fax oder E-Mail zukommen. Ich werde es mir ansehen.

Mit freundlichen Grüßen

Björn Cziersky-Reis
Rechtsanwalt

Alt-Moabit 62-63
10555 Berlin

Tel: 030 / 397 492 57
Fax: 030 / 397 492 79

kontakt@kanzlei-cziersky.de
www.kanzlei-cziersky.de


Rückfrage vom Fragesteller 26.08.2008 | 00:07

Herr Cziersky-Reis,

erst einmal vielen herzlichen Dank für Ihre schnelle und ausführliche Antwort.

Zwei letzte Fragen (für alle anderen denen dieses Thema möglicherweise eine Hilfe ist) noch:

1. Bei dem Strafbefehlsverfahren handelt es sich ja nur um ein vereinfachtes Verfahren ohne mündliche Hauptversammlung.
Da ich nicht davon ausgehe verurteilt zu werden, kann ich dies bedenkenlos ankreuzen, richtig?

Ist es mir möglich dies nachträglich zu revidieren und im Falle einer weiteren Strafverfolgung einen Anwalt einzuschalten?

2. Da lediglich zu § 153a eine Äußerung verlangt wird, wüsste ich gerne ob Sie mir dazu raten sowohl das Strafbefehlsverfahren als auch die Einstellung nach § 153a zu akzeptieren um damit einen guten Eindruck zu machen, jedoch in dem persönlichen Schreiben zu erwähnen dass ich auf eine Einstellung des Verfahrens nach § 153 hoffe?


Nochmals VIELEN VIELEN DANK für Ihre Hilfe!

Und Sie lagen richtig: Es gab gegen mich noch nie eine strafrechtliches Verfahren und ich wurde direkt erwischt, habe 50€ Fangprämie bezahlt, die Rasierklingen dann gekauft UND mich persönlich sowie schriftlich bei dem Filialleiter entschuldigt. (Quittungen/Brief sind vorhanden und werden beigelegt)

Nicht um irgendeiner Strafe zu entgehen sondern weil ich mir selbst nicht erklären kann warum ich es getan habe und mich zutiefst schäme...

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 26.08.2008 | 00:42

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

Sie sollten AUF KEINEN FALL ankreuzen, dass Sie mit einem Strafbefehl einverstanden sind! Es ist zwar richtig, dass im Fall des Erlasses eines Strafbefehls keine mündliche Hauptverhandlung vor Gericht stattfindet. Es erfolgt aber eine Verurteilung in dem Strafbefehl (hier zu einer Geldstrafe). Wenn der Strafbefehl rechtskräftig wird, steht dieser einem Urteil nach einer mündlichen Hauptverhandlung gleich, mit allen Konsequenzen. Sie wären insbesondere strafrechtlich vorbestraft, d.h. es würde ein Eintrag in das (nicht öffentlich zugängliche) Bundeszentralregister erfolgen (ein Eintrag in Ihr Führungszeugnis würde NICHT erfolgen, insoweit dürften Sie sich als nicht vorbestraft BEZEICHNEN (etwas vereinfacht gesagt).

Vor allem aber müssten Sie im Falle einer Verurteilung im Wege des Strafbefehlsverfahrens mit einer nicht ganz unerheblichen Geldstrafe rechnen (bei Ihrem Einkommen ca. 20 TS á 25 € = 500,- €). Dies ist meines Erachtens eine ungerechtfertigte Rechtsfolge!
Zu den Einzelheiten des Strafbefehlsverfahrens empfehle ich Ihnen die Lektüre der Internetseite www.der-strafbefehl.de eines Berliner Kollegen von mir.

Sollte eine Einstellung nicht erfolgen, können Sie selbstverständlich jederzeit einen Anwalt mit Ihrer Verteidigung beauftragen, um gegen den Strafbefehl Einspruch einzulegen (Einzelheiten auf der von mir genannten Internetseite).

§ 153a StPO können Sie ankreuzen. Bitten Sie aber nachdrücklich um die Einstellung nach § 153 StPO . Im Fall einer Einstellung nach § 153a StPO erfolgt wie bei § 153 StPO keine Verurteilung. Sie müssen allerdings eine „Geldauflage“ zahlen (in Ihrem Fall vielleicht 100 - max. 200,- €). Dies würde ich als Rechtsfolge noch akzeptieren!

Ich hoffe, dass Ich Ihnen weiterhelfen konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Björn Cziersky-Reis
Rechtsanwalt

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