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1 Jahr 10 Monate auf 3 Jahre Bewährung wegen Betrug, jetzt erneute Verhandlung

20. Juni 2012 21:55 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

guten tag,

ich habe ein langes vorstrafenregister immer einschlägig wegen betrugs.meine letzte verurteilung war am 01.11.2009 mit einer jugendstrafe zu 22 monate auf 3 jahre bewährung.

der neue betrugsvorwurf wird mir im jahre 2010 vorgeworfen,habe reisen gebucht für familienangehörige und uns selbst.per lastschrift bezahlt und wo wir daheim waren zurück gebucht wegen mängeln,schimmel etc. und den reiseveranstalter einen beschwerdebrief geschrieben,dieser war erfolglos.es handelte sich um ca. 4000€.

da ich bereits zu diesem zeitpunkt die edv abgegeben hatte,hat der reiseveranstalter strafanzeige gestellt.haben über ein inkasso monatlich die summe versucht zu tilgen.anfang des jahres haben wir die komplette summe begleichen können,der reiseveranstalter hat seine anzeige zurück gezogen und der staatsanwaltschaft mitgeteilt das die forderung beglichen ist und kein weiteres interesse an einer strafverfolgung bestehe.

inzwischen ist das über 2 jahre her (seit buchung und anreise). staatsanwaltschaft ist anscheinend mit einer einstellung des verfahrens nicht einverstanden,deshalb haben wir im nächsten monat die hauptverhandlung.Meine Frau und ich sind angeklagt wobei meine Frau damit eher weniger zu tun hat,außer das Sie die reise mit angetreten hat.ich hatte die reise auf ihren namen gebucht und ihr erst später davon erzählt.

ich habe mein leben soweit in den griff bekommen können mit einer guten ausbildungsstelle.ich bin seit 2008 verheiratet und habe eine 17 monate alte tochter.komme meinen bewährungsauflagen hinterher & habe die schadenswiedergutmachung komplett beglichen,habe kontakt zur bewährungshelferin,die ein schriftstück für das gericht aufsetzen wollte was nicht negativ für mich ausfallen wird,meinte sie.

ich wurde damals mit jugendstrafrecht verurteilt.

meine fragen:

muss ich in haft?chancen?
kann man mehrere bewährungen laufen haben?
geldstrafe?sozialstunden?

was wird/kann mich vorraussichtlich von erfahrungswerten erwarten?

20. Juni 2012 | 23:00

Antwort

von


(146)
Frankfurterstr. 30
51065 Köln
Tel: 0221 16954321
Web: https://kanzlei-kirli-ippolito.de/impressum/
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage auf der Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts und unter Berücksichtigung des Einsatzes wie folgt:

"Mehrer Bewährungen" nebeneinander sind nicht möglich. Jedoch kann aber die Strafaussetzung zur Bewährung verlängert werden.

Falls Sie wegen der "neuen" Straftat nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden, dann gilt folgendes:

In 56f StGB heisst es:
[Widerruf der Strafaussetzung]
(1) Das Gericht widerruft die Strafaussetzung, wenn der Verurteilte
in der Bewährungszeit eine Straftat begeht und dadurch zeigt, daß die Erwartung, die der Strafaussetzung zugrunde lag, sich nicht erfüllt hat,
gegen Weisungen gröblich oder beharrlich verstößt oder sich der Aufsicht und Leitung des Bewährungshelfers beharrlich entzieht und dadurch Anlaß zu der Besorgnis gibt, daß er erneut Straftaten begehen wird, oder
gegen Auflagen gröblich oder beharrlich verstößt. Satz 1 Nr.1 gilt entsprechend, wenn die Tat in der Zeit zwischen der Entscheidung über die Strafaussetzung und deren Rechtskraft begangen worden ist.

(2) Das Gericht sieht jedoch von dem Widerruf ab, wenn es ausreicht,


weitere Auflagen oder Weisungen zu erteilen, namentlich den Verurteilten einem Bewährungshelfer zu unterstellen, oder
die Bewährungs- oder Unterstellungszeit zu verlängern.
In den Fällen der Nummer 2 darf die Bewährungszeit nicht um mehr als die Hälfte der zunächst bestimmten Bewährungszeit verlängert werden.

(3) Leistungen, die der Verurteilte zur Erfüllung von Auflagen, Anerbieten, Weisungen oder Zusagen erbracht hat, werden nicht erstattet. Das Gericht kann jedoch, wenn es die Strafaussetzung widerruft, Leistungen, die der Verurteilte zur Erfüllung von Auflagen nach § 56b Abs.2 Satz 1 Nr.2 bis 4 oder entsprechenden Anerbieten nach § 56b Abs.3 erbracht hat, auf die Strafe anrechnen.


Wenn Sie jedoch wiederum nach Jugenstrafrecht verurteil werden sollten, so gilt:

§ 26 JGG
Widerruf der Strafaussetzung.


(1) Der Richter widerruft die Aussetzung der Jugendstrafe, wenn der Jugendliche


1. in der Bewährungszeit eine Straftat begeht und dadurch zeigt, daß die Erwartung, die der Strafaussetzung zugrunde lag, sich nicht erfüllt hat,


2. gegen Weisungen gröblich oder beharrlich verstößt oder sich der Aufsicht und Leitung des Bewährungshelfers beharrlich entzieht und dadurch Anlaß zu der Besorgnis gibt, daß er erneut Straftaten begehen wird, oder


3. gegen Auflagen gröblich oder beharrlich verstößt.

Satz 1 Nr. 1 gilt entsprechend, wenn die Tat in der Zeit zwischen der Entscheidung über die Strafaussetzung und deren Rechtskraft begangen worden ist.

(2) Der Richter sieht jedoch von dem Widerruf ab, wenn es ausreicht,


1. weitere Weisungen oder Auflagen zu erteilen,


2. die Bewährungs- oder Unterstellungszeit bis zu einem Höchstmaß von vier Jahren zu verlängern oder


3. den Jugendlichen vor Ablauf der Bewährungszeit erneut einem Bewährungshelfer zu unterstellen.


(3) Leistungen, die der Jugendliche zur Erfüllung von Weisungen, Auflagen, Zusagen oder Anerbieten (§ 23) erbracht hat, werden nicht erstattet. Der Richter kann jedoch, wenn er die Strafaussetzung widerruft, Leistungen, die der Jugendliche zur Erfüllung von Auflagen oder entsprechenden Anerbieten erbracht hat, auf die Jugendstrafe anrechnen.


Eine Haft- bzw. Jugendstrafe scheint nach alledemnicht ausgeschlossen zu sein. Insbesondere imHinblick darauf, dass Sie immer einschlägig vorbestraft sind.

Ihnen ist zugute zu halten, dass Sie den Auflagen nachkommen, Ihre Leben "im Griff" haben und sich in einer Ausbildung befinden. Erfreulich ist auch, dass seit der zweiten Tat zwei Jahre vergangen und Sie seitdem nicht mehr strafrechtlich in Erscheinung getreten sind (davon gehe ich zumindest aus). Positiv kann sich jedoch Ihre Heirat nicht auswirken, das Sie schon sogar vor der ersten Tat verheiratet waren.

In Anbetracht der Gesamtumstände kann jedoch auch eine Verlängerung der Bewährungszeit in Betracht kommen. Das Gericht kann es auch für ausreichend erachten, weitere Weisungen und Auflagen zu erteilen.

Beachten sie jedoch, dass eine abschließende Beurteilung nicht möglich ist, zumal vieles vom Ermessen des Gerichts anhängt.

Es ist im Rahmen der hiesigen Online-Beratung, vor allem auch nicht ohne Einsicht in die Strafakte zu haben, nicht möglich, eine abschließende Beurteilung abzugeben. Durch einen Verteidiger Ihrer haben Sie grundsätzlich mehr Hoffnung, mit einem für Sie günstigeren Ergenis davon zu kommen. Insofern sollten Sie sich über die Einschaltung eines Rechtsanwalts Gedanken machen, auch wenn nicht mehr viel Zeit übrig geblieben ist.

An dieser Stelle erlaube ich mir den Hinweis, dass diese Internetplattform eine eingehende, rechtliche Beratung nicht ersetzen kann, sondern vielmehr der ersten rechtlichen Orientierung dient.

Das Hinzufügen oder bzw. und Weglassen von Informationen kann eine völlig andere rechtliche Bewertung nach sich ziehen.



Mit freundlichen Grüßen

Kirli
(Rechtsanwalt)


Rechtsanwalt Serkan Kirli

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