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1 1/2 Zeugnis(se) zu prüfen


20.07.2007 09:16 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Guten Tag,

meine Frau erhielt auf anforderung zwei Zeugnisse. Eines davon ist jedoch spartanisch vom Textvolumen, daher 1 1/2.


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Erstes Zeugnis:
Hier war meine Frau nur kurz. Der Job war sehr schlecht bezahlt. Bedingungen auch sehr schlecht (Ich weiss das, weil ich dort auch lange als Angestellter tätig war). Hier geht es mir darum, ein faires Zeugnis zu bekommen - und ggf. Infos, wo noch etwas dazu muss, damit wir auf eine 2-3 kommen und nicht abgestempelt werden.
--
Frau xxx, geb xxx war in der Zeit vom (2 Monate) in unserem Unternehmen beschäftigt als xxx im Bereich xxx.

<Tätigkeitsbeschreibung - meiner meinung nach korrekt>

Frau xxx erledigte die ihr übertragenen Arbeiten stets zu unserer vollen Zufriedenheit, Arbeitspensum und -qualität entsprachen den Anforderungen.

Das Verhalten von Frau xxx gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern war jederzeit einwandfrei.

Wir wünschen Frau xxx für die berufliche Zukunft viel Erfolg und persönlich alles Gute.




-----------------
Zeugnis 2:
Nur nochmal Prüfung, ob gut oder zu übertrieben (in bezug auf maschinenarbeiterin und zeugnisformulierung). Habe ich nachbessern lassen, da erstes Zeugnis eine Zumutung war. sie war 2 jahre im Betrieb, bekam dann unseren Sohn und die Befristung lief aus (kollidierte mit kindesgeburt, sonst wäre es wohl in unbefristet übergegangen... (wirtschaftliche schwierigkeiten)

Frau xxx, geb. am xxx war vom (2 jahre) befristet in unserem Unternehmen als Maschinenarbeiterin in der Fertigung beschäftigt.


<Firmenbeschreibung>

<Tätigkeitsbeschreibung>

Frau xxx verfügte über vielseitige Fachkenntnisse. Sie beherrschte ihren Arbeitsbereich umfassend und überdurchschnittlich, fand gute Lösungsvorschläge und hatte einige neue Ideen.

Sie zeichnete sich immer durch hohe Arbeitsmotivation aus. Außerdem zeigte Frau xxx ausgezeichnete Einsatzbereitschaft, auch über die übliche Arbeitszeit hinaus.

Das Arbeitsverhalten von Frau xxx war jederzeit in hohem Maße geprägt von Zuverlässigkeit, Systematik, Verantwortungs- und Kostenbewusstsein.
Auch höchstem Arbeitsaufwand und Termindruck war sie zu jeder Zeit gewachsen. Sie lieferte immer qualitativ und quantitativ gute Ergebnisse.

Über die gesamte Dauer ihres Beschäftigungsverhältnisses in unserer Firma zeigte sich Frau xxs als Mitarbeiterin, die ihre Aufgaben zu unserer vollsten Zufriedenheit bewältigte. Wegen ihrer freundlichen und zuvorkommenden Art wurde sie bei Vorgesetzten und Mitarbeitern sehr geschätzt und respektiert.

Frau xxx scheidet mit dem heutigen Tag aus unserem Unternehmen aus. Wir danken für die gute Zusammenarbeit und wünschen ihr für ihren weiteren Lebensweg alles Gute und weiterhin viel Erfolg






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Sehr geehrter Herr,

Ihre Frau hat in der Tat einen Anspruch auf ein so genanntes „Qualifiziertes Zeugnis“, § 630 BGB, das zusätzlich zu den Standards eines „einfachen Zeugnisses“ (Art der Beschäftigung muss möglichst genau beschrieben werden,detaillierte Angabe von Arbeitsplatz und ausgeübter Tätigkeit) auch die Führung und die Leistung enthält, wenn sie ihrem Arbeitgeber über dieses Begehren auch geäußert hatte.

Um es direkt vorweg zu nehmen: Ihre Frau dürfte bereits in den jetzigen Zeugnisfassungen beim ersten Zeugnis zwischen 2 und 3+ stehen, im zweiten eher sogar gegen „sehr gut“ tendieren.

Nun ist das Zeugnis zunächst so zu formulieren, dass es aus sich heraus verständlich ist. Es darf nur Tatsachen und keine bloßen Verdächtigungen enthalten. Das berufliche Fortkommen des Arbeitnehmers darf durch das Zeugnis nicht unnötig erschwert werden. Es gilt der Grundsatz der wohlwollenden Beurteilung nach dem Maßstab eines verständigen Arbeitgebers.

Dies vorausgeschickt nun im Einzelnen:

1. Das Zeugnis muss ein getreues Spiegelbild aller vom Arbeitnehmer ausgeführten Tätigkeiten sein. Es muss deshalb die Tätigkeit so vollständig und genau beschreiben, dass sich ein künftiger Arbeitgeber ein klares Bild machen kann.

Hier dürfte Nachbesserungsbedarf im Hinblick auf Zeugnis Nr. 1 bestehen, da die Tätigkeiten nur recht beschränkt (wenn überhaupt) wiedergegeben werden.

2. Die Leistung ist durch die Beschreibung von Fachkenntnissen, Arbeitsqualität –bereitschaft und Fleiß, die Führung durch die Beschreibung des Sozialverhaltens konkretisierbar.

Dabei bedeutet im Zeugnis Nr. 1 die Formulierung „jederzeit einwandfrei“ eine 3+, die Formulierung „stets zu unserer vollen Zufriedenheit“ eine 2, eine gute und überdurchschnittliche Leistung.

3. Beendigungsgründe

Ob Beendigungsgründe überhaupt etwas im Zeugnis „zu suchen haben“, ist streitig. Beendigungsgründe können nach Ansicht des Landesarbeitsgerichts Hamm wenn überhaupt, dann nur auf Verlangen des Arbeitnehmers Einzug ins Zeugnis finden. Nach anderer Ansicht haben Sie „nichts im Zeugnis zu suchen“ (Hunstel in Der Betrieb 1993, 227).

Obiges auf die hier vorgelegten Zeugnisauszüge bezogen, ergibt sich nun, dass das Zeugnis Nr.1 ggf. an einigen Stellen (Berufsbeschreibung, tatsächliche Arbeisleistung, Einsatzbereitschaft) etwas ausführlicher gehalten sein könnte.

Die Benotung , die auf den ersten Blick anhand der vom Arbeitgeber gewählten Formulierungen ins Auge fällt „bemisst“ Ihre Frau hinsichtlich der Arbeitstätigkeit mit überdurchschnittlich, also „gut, 2“, hinsichtlich dem Auftreten gegenüber Vorgesetzten mit „vollbefriedigend“ (3+).

Nun im Hinblick auf Zeugnis Nummer 2. ergibt sich kaum ein anderes Bild des beurteilten Leistungsstandes Ihrer Frau. Hier fällt sofort ins Auge: Die Tätigkeit wurde sogar eher mit „sehr gut“ bewertet. Dafür sprechen Aussagen wie: „ausgezeichnet“, „zu unserer vollsten Zufriedenheit .. über die gesamte Dauer ihres Beschäftigungsverhältnisses“, „sehr geschätzt“.

Auch hier fällt jedoch auf, dass der Tätigkeitsbereich und die tatsächlichen Arbeitsaufgaben kaum abgehandelt werden. Hier könnte noch mehr dazu stehen, vor allem im Hinblick auf die angepriesenen „einige neue Ideen“.

Die summarische Prüfung zeigt daher bei beiden Zeugnissen recht schnell, eventuelle „Bemängelungen“ liegen eher im Bereich der Funktionsbezeichnung und Aufgabenbeschreibung und nicht unbedingt im Bereich der Benotung.

Hinsichtlich der äußeren Gestaltung gilt noch folgendes:

Grundsätzlich kann der Arbeitnehmer velangen, dass das Zeugnis auf einem Firmenbogen erteilt wird, wenn der Arbeitgeber solche besitzt. Hinzukommen muss zwingend die persönliche Unterschrift des Ausstellers. Dabei muss es sich, kurz gesagt, um eine Person handeln, die auch geeignet ist, Verantwortung für die Beurteilung zu übernehmen. Die Stellung des Unterschreibenden muss sich aus dem Zeugnis ablesen lassen. Natürlich muss das Zeugnis sauber, ordentlich und fehlerfrei geschrieben sein.
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