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-Rücktritt/Wandlung vom Kaufvertrag ( PKW)


08.01.2007 20:57 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido Matthes



Guten Abend,

Am 11.2005 habe ich mir einen neuen PKW gekauft ( Neupreis 27500 €). Es ist ein Diesel und er hat zu diesem Zeitpunkt 48000km gelaufen. In den vergangenen 14 Monaten war dieses Auto wegen 11 Garantiedefekten in der Werkstatt, einige davon wiederholten sich mehrmals. Jetzt möchte ich vom Kaufvertrag zurücktreten bzw. eine Wandlung anstreben.

- Wie wird die Minderung des Kaufpreises berechnet bzw. auf was für ein minus muß ich mich einstellen? Gibt es gesetzliche Vorschriften oder eine feste Berechnungsformel?
- Das Auto ist unfallfrei.
- wie wird die Abnutzung des gesamten pkw berechnet z.b. reifen, u.n.s.
-


Es wäre sehr nett wenn Sie mir bis zum 9.01.2007, 16 Uhr eine Auskunft zukommen lasen könnten.

Mit freundlichen Grüssen.

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Sehr geehrter Fragesteller,

die Berechnung des Wertersatzes bei Rückabwicklung eines Kaufvertrages über ein KfZ erfolgt üblicherweise über die zeitanteilige lineare Wertschwundermittlung.

Dabei wird der Kaufpreis durch die erwartete Gesamtlaufleistung in Kilometer geteilt und mit der Zahl der tatsächlich bereits durch den Käufer gefahrenen Kilometer multipliziert.

Für PKW kann die Nutzungsentschädigung gem. § 287 ZPO für gefahrene 1.000 Kilometer auf 0,4 % bis 1,0 % des Anschaffungspreises (Kaufpreis, nicht Neupreis) geschätzt werden. Regelmäßig wird auf der Basis des sich hieraus ergebenden Durchschnittwertes von 0,67 % abgerechnet (entspricht einer Restlaufleistung von 150.000 km). Abweichungen in diesem Rahmen können durch Besonderheiten des Fahrzeuges (z.B. Fahrzeuge bei der Oberklasse) erfolgen, wenn eine höhere Gesamtlaufleistung zu erwarten ist.

Berechnungsgrundlage ist in der Regel der Bruttokaufpreis. Wenn zudem Mängel vorgelegen haben, die die Nutzung des Fahrzeuges von Anfang an beeinträchtigt haben, kann im Einzelfall der Kaufpreis zu kürzen sein auf den mangelbedingten Minderwert des Fahrzeuges. Dadurch würden die gefahrenen Kilometer günstiger. Der Minderwert wäre voraussichtlich durch einen Sachverständigen zu ermitteln, wenn Sie sich nicht mit dem Verkäufer einigen können.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 09.01.2007 | 10:27

Hallo nochmal,

gibt es die möglichkeit das der vertragshändler mir ein gleichwertiges auto (das soll heißen Typ,Austattung wie das modell mit den vielen mängel) beschaffen muß oder kann. ohne das ich drauf zahle

mit freundlichen grüssen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.01.2007 | 11:23

Ein bereits gebrauchtes Fahrzeug ist allein durch seine Benutzung zu einem Unikat, zu einer unvertretbaren Sache, geworden. Einen (einseitig durchsetzbaren) Anspruch auf Ersatzlieferung gibt es daher nicht.

Es spricht aber nichts dagegen, eine Ersatzlieferung mit dem Händler zu vereinbaren, wenn dieser zustimmt.

Mit freundlichen Grüßen

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