Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

-BAURECHT- mangelhafte Bauausführung Putz privat Garage

25.04.2021 18:37 |
Preis: 50,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Schwiegermutter hat 09.05.2019 ihre Garage verputzen lassen.
Die Garage war feucht und ist teilweise (in Hanglage) im Erdreich verbaut.

Die Firma sah sich die Garage im Urzustand an, mit unverputztem Mauerwerk.
Die Absprache lautete, in Eigenleistung wird der Putz auf die gesamte Garage aufgebracht (durch einen Nachbarn der beruflich Maurer ist -500,00 €-) und dann kommt die angefragte Firma und bringt den Strukturputz auf (973,10 € brutto).

Leistung beinhaltete:
Putzgrundierung
Strukturputz liefern und auftragen
Sockelbereich: Bundsteinputz

Jetzt Anfang 2021 fing es an, das sich der aufgebrachte Strukturputz löste, am 14.03.2021 fielen große Stücke ab und man könnte den Rest einfach von der Wand ablösen.

Die Firma wurde telefonisch kontaktiert, kam am 16.03.2021 vorbei und wollte sich was überlegen.
Dann keine Reaktion mehr.

Am 09.04.2021 wurde dann schriftlich eine Mängelanzeige übersandt, gem. VOB/B §4 Abs. 7 und § 13, mit der Bitte die Mängel bis zum 28.05.2021 zu beseitigen.

Danach haben wir die Firma erneut telefonisch kontaktiert, ein Vor-Ort-Termin für den 22.04.2021 wurde vereinbart. Der Termin fand statt, die Firma erklärte das sich der Putz durch die Feuchtigkeit des Mauerwerks ablöst und bot eine andere Variante der Ausführung an (diffusionsoffener Entfeuchtungsputz) an.

Angebotssumme brutto: 3.678,30 € abzgl. der bereits bezahlten 973,10 € brutto = 2.70,20 € brutto

1) Ist Sie verpflichtet, für die Mängelbeseitigung die Mehrkosten zu tragen, da eine andere Bauausführung angeboten wird.

2) Als Fachfirma wurde vor Ausführung diese Variante nicht angeboten. Hätte man dann, vor Auftragsannahme, nicht auf die möglichen Schäden der anscheinend falschen Ausführung hinweisen müssen?

3) Ist die Baufirma verpflichtet den Mangel zu beseitigen (auch wenn wir das Angebot mit dem Mehrkosten ablehnen?), oder kann einfach gesagt werden: hier ist das Geld zurück?
(zumal dann ja immer noch der mangelhafte Putz am Mauerwerk ist)
Weder die Entfernung noch die Entsorgung wären damit gedeckt.

Eigentlich wäre unser Wunsch das der Mangel beseitigt wird, befürchten aber das die Baufirma eben nur mit Mehrkosten zustimmt.

4) uns erscheint auch der Preis des zweiten Angebotes sehr hoch, was wäre wenn man sich eine gleichwertige Fachfirma sucht und diese die Mängelbeseitigung vornimmt (nach Fristablauf)?

5) Mit unserem jetzigen Erfahrungen wissen wir, als Laien, das dieser Putz niemals hätte verwendet werden können, da die Feuchtigkeit und das Erdreich bekannt war. Der Fachfirma unterstellen wir, das gerade die das ebenfalls hätten wissen müssen.

6) Können wir im schlimmsten Fall die 973,10 € zurückfordern?
Oder sogar mit den Zusatzkosten, die wir hätten um den Ursprungszustand wieder her zu stellen (Putz entfernen und entsorgen)

Die Handwerksfirma sagte beim Vor-Ort-Termin, das sie mit dem Wissen jetzt, solch ein Angebot / in der Ausführung von damals nicht mehr anbieten werden.

Für Schwiegermutter waren die 1.500,00 € damals schon sehr viel Geld.
Sie kann derzeit kaum noch schlafen und weiß nicht wie es weitergehen soll.

Eine Rechtsschutzversicherung ist nicht vorhanden.

Liegen wir komplett falsch in der Annahme, das die Fachfirma den Mangel ohne Mehrkosten beseitigen muss?

Müssen wir einer Rückerstattung der damaligen Kosten zustimmen und sitzen dann mit einer mangelhaften Ausführung allein da?

Vielen Dank für Ihre Antworten!

Mit freundlichen Grüßen aus Brandenburg!

Familie Z.






Einsatz editiert am 26.04.2021 12:45:00

27.04.2021 | 00:33

Antwort

von



Mittlerer Hasenpfad 59
60598 Frankfurt am Main
Tel: 01759115894
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrte Familie Z.,

aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhalts möchte ich die von Ihnen gestellten Fragen beantworten. Beachten Sie dabei, dass Änderungen im Sachverhalt, auch wenn SIe Ihnen unwesentlich erscheinen mögen, zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen können.

1) Die von Ihnen beauftragte Fachfirma hätte das Feuchtigkeitsproblem im Erdreich erkennen müssen und den richtigen Putz zur Ausführung der Arbeit wählen müssen. In der falschen Ausführung liegt ein Mangel. Zur Behebung des Mangels können bzw. müssen Sie vor Erklärung eines Rücktritts oder dem Verlangen von Schadensersatz die Nacherfüllung (§ 634 Nr. 1 in Verbindung mit § 635 BGB) verlangen.

Hierzu sollten Sie eine angemessene Frist setzen, da Sie erst nach Ablauf einer solchen Frist, weitere Rechte wie Rücktritt und/oder Schadensersatz geltend machen können.

Im Rahmen einer Nacherfüllung kann die von Ihnen beauftragte Firma keine weiteren Kosten geltend machen, sondern müsste sämtliche Kosten selbst tragen. Dies umfasst grundsätzlich sämtliche Transport-, Wege,- Arbeits und Materialkosten sowie der mit der Entfernung des alten Putzes verbundenen Mängelbeseitigungskosten.

Allerdings kann die Nacherfüllung bei unverhältnismäßig hohen Kosten vom Werkunternehmer verweigert werden (§ 635 Abs. 3). Hiervon ist in Ihrem Fall wahrscheinlich auch auszugehen, da die von Ihnen beauftragte Firma bei Erkennen der Sachlage schon ursprünglich den teureren diffusionsoffenen Entfeuchtungsputz eingetzt hätte, sodass der ursprünglich veranschlagte Preis in keinem angemessenen Verhältnis zu der erforderlichen Leistung stehen dürfte.

Bei einer solchen Verweigerung der Nacherfüllung wegen unverhältnismäßig hoher Kosten bzw. bei einem fruchtlosen Ablauf einer gesetzten Frist können Sie sodann Rücktritt und Schadensersatz geltend machen.

2) Sie hätten nicht nur auf mögliche Schäden hingewiesen werden müssen, sondern vielmehr auch darauf, dass eine fachgerechte Ausführung nur bei Benutzung eines teureren Putzes möglich ist.

3) Bei dieser Frage verweise ich im Wesentlichen auf meine Ausführungen zu Frage 1. Hier nocheinmal zusammenfassend: Setzen Sie zunächst eine angemessene Frist zur Nacherfüllung. Wird die Nacherfüllung etwa wegen unverhältnismäßig hoher Kosten verweigert oder läuft die von Ihnen gesetzte Frist fruchtlos ab, machen Sie Rücktritt und Schadensersatz geltend.

4) Nach § 637 BGB ist die sogenannte Selbsvornahme dann möglich, wenn die Nacherfüllungsfrist fruchtlos abläuft und der Werkunternehmer die Nacherfülllung nicht zu Recht verweigern kann. (Bei einer Selbstvornahme würde der ursprüngliche Vertrag bestehen bleiben und Sie könnten die Kosten einer anderen Firma an die ursprünglich beauftragte Firma weitergeben.)

Da nach dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt alllerdings davon auszugehen ist, dass die Nacherfüllung wegen unverhältnismäßig hoher Kosten verweigert werden kann, kommt eine Selbstvornahme nicht in Betracht. Vielmehr sollten Sie nach erfolgter Fristsetzung vom Vertrag zurücktreten und dann unabhängig vom ursprünglichen Vertragsverhältnis eine andere Firma beauftragen.

5) Sie können dieses Wissen der Fachfirma ohne Weiteres unterstellen. Im Mindesten hätten die örtlichen Gegebenheiten vor Ausführung der Verputzungsarbeiten entsprechend geprüft werden müssen.

6) Im Rahmen eine Rücktritts (§ 634 Nr. 3 in Verbindung mit den §§ 636, 323 und 326 Abs. 5 BGB) können Sie die von Ihnen gezahlten EUR 973,10 zurückfordern. Hierbei wäre von Ihnen zwar theoretisch der Putz herauszugeben bzw. für diesen Wertersatz zu leisten. Alllerdings ist dieser nur aufgrund des Mangels vollständig wertlos, weshalb Sie sich dafür auf Ihr Rückforderungsverlangen insoweit nichts anrechnen lassen müssen.

Neben dem Rücktritt können Sie außerdem im Rahmen eines Schadensersatzanspruches (§ 634 Nr. 4 in Verbindung mit den §§ 636, 280, 281, 283 und 311a BGB) die Entfernung des alten Putzes auf Kosten der Fachfirma verlangen.

Rücktritt und Schadensersatz setzen, wie oben beschrieben, den Ablauf einer angemessenen Nacherfüllungsfrist bzw. die (hier wohl berechtigte) Verweigerung der Nacherfülllung voraus.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Björn Schmidt


ANTWORT VON


Mittlerer Hasenpfad 59
60598 Frankfurt am Main
Tel: 01759115894
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Reiserecht, Vertragsrecht, Miet und Pachtrecht, Kaufrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 90695 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,0/5,0
Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt, vielen Dank für die Auskunft. Ihre Ausführungen habe ich als Grundlage für ein persönliches Gespräche mit dem Mieter genommen. Er hat die 20%ige Erhöhung (in dem Ort herrscht keine angespannte ... ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Schnelle und gute Beratung zum Thema Nebenkostenabrechnung. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die schnelle, verständliche und ausführliche Antwort, welche meine Frage zur vollsten Zufriedenheit beantwortet hat. ...
FRAGESTELLER