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§ 7g Investitionsabzug als vorweggenommene Werbungskosten

| 31.10.2019 15:39 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Lieber Steuerprofi,

bis einschließlich 31.3.2020 bin ich als Angestellter tätig. Ab dem 1.4.2020 ist die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit fest geplant, sodann soll die Anmeldung des Gewerbes erfolgen. Für diese Selbstständigkeit ist ein Firmenwagen notwendig. Da ein Plug In Hybridfahrzeug gewünscht wird, wurde dieser bereits bestellt, Lieferung ist für das 1. Quartal 2020 avisiert. Da mein Einkommen in 2019 voraussichtlich deutlich höher als 2020 sein wird, würde es mich freuen, dieses über einen Investitionsabzug entsprechend reduzieren zu können.

Ist es möglich, im Jahre 2019 einen Investitionsabzug gemäß § 7g EStG in Höhe von 40 Prozent der voraussichtlichen Kosten vorzunehmen, ohne das bereits eine Gewerbeanmeldung erfolgt ist? Bitte unterstellen Sie, das in 2020 die Voraussetzungen gemäß §7g Absatz 1 Satz 2 1c EStG jedenfalls erfüllt sein werden, in 2019 allerdings ausschließlich Einnahmen aus nichtselbständiger Tätigkeit erzielt werden.

Falls dieses nicht möglich ist: könnte das Gewerbe bereits in 2019 zum Zwecke des Investitionsabzugs angemeldet werden? Es werden in 2019 allerdings keine Einnahmen generiert werden.

Für Ihre Hilfe besten Dank im Voraus.



Einsatz editiert am 31.10.2019 16:23:36
31.10.2019 | 19:09

Antwort

von


(285)
Alte Schmelze 16
65201 Wiesbaden
Tel: 0611-13753371
Web: http://deutschland-schulden.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Interpretation des § 7g EStG ist korrekt, Sie können bereits in diesem Jahr einen Betrag von bis zu 40 % des zu erwartenden Kaufpreises des Fahrzeuhes steuerlich geltend machen. Ab 2019 wäre das Fahrzeug dann mit dem verbleibenden Wert von 60 % abzuschreiben. Aufgrund Ihrer Schilderungen gehe ich auch davon aus, dass Ihr Gewerbe in jedem Fall "klein" genug ist um dem Anwendungsbereich von § 7g zu unterfallen.

Ich empfehle Ihnen aber jetzt schon die Gewerbeanmeldung vorzunehmen um später mögliche Diskussionen mit dem Finanzamt zu vermeiden. Ihren Arbeitgeber brauchen Sie darüber allerdings idR nicht zu informieren, entsprechende Klauseln im Arbeitsvertrag sind meist unwirksam.
Die 40 % sind im Formular EÜR geltend zu machen, schon deswegen empfiehlt sich die Gewerbeanmeldung. Der Posten ist dann 2019 wieder in der EÜR gewinnbringend aufzulösen, gleichzeitig können Sie aber die Anschaffungskosten in Höhe von 12.000 € mindern und noch die Afa (idR 1/6 des Kaufpreises nach Abzug der 40 %) geltend machen.

Sie können übrigens für 2019 immer noch eine 20%tige Sonderabschreibung vornehmen, falls es besonders gut laufen sollte.

Ich hoffe Ihre Frage damit zufriedenstellend beantwortet zu haben und wünschen Ihnen für Ihr Vorhaben viel Erfolg,

Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke



Rückfrage vom Fragesteller 02.11.2019 | 13:47

Sehr geehrter Herr RA Fink,

besten Dank für Ihre Antwort.

Nachzufragen erlaube ich mir, ob sich Ihre Ausführungen zur Sonderabschreibung und zur regulären AfA wirklich auf das Jahr 2019 beziehen, oder ob vielmehr das Jahr 2020 gemeint sein soll.

Weiter bitte ich Sie um Auskunft, ob es ausreichend wäre, die Selbstständigkeit Anfang Dezember anzumelden und ob es vom Finanzamt als Gestaltungsmissbräuchlich eingestuft werden könnte, wenn der erste Umsatz erst voraussichtlich Mitte 2020 verbucht wird und die EÜR für 2019 im Wesentlichen nur aus dem Investitionsabzug besteht. Hintergrund ist, dass ich mich als rechtlicher Berufsbetreuer selbstständig machen möchte, die Vergütung gemäß §9 VBVG allerdings erstmals nach Ablauf von drei Monaten geltend gemacht werden kann.

Für die Beantwortung der Rückfrage danke ich Ihnen im Voraus und wünsche ein schönes Wochenende.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 02.11.2019 | 16:45

Sehr geehrter Fragesteller,

wegen der Daten - der Posten ist 2019 zu bilden und 2020 aufzulösen, Entschuldigung wegen der falschen Zahlen. AfA dann ab 2020.

Die Gewerbeanmeldung geht natürlich auch erst Ende 2019, allerdings sollten Sie sich nicht zu viel Zeit lassen, da es einige Tage/Wochen dauern kann bis das Finanzamt bei Ihnen auch das Gewerbe erfasst. Selbst wenn Sie die Steuererklärung für 2019 erst Mitte 2020 einreichen sollte die Anmeldung schon 2019 komplett erledigt sein. Anfang Dezember sollte aber genügen. Gestaltungsmißbrauch ist hier nicht anzunehmen, grade um einen Anreiz für größere Anschaffungen zu schaffen und die Ausgaben zu verteilen wurde § 7g EStG ja geschaffen.

Noch ein schönes Wochenende,
Mit freundlichen Grüßen,
Fricke

Ergänzung vom Anwalt 31.10.2019 | 19:15

Die 12.000 € sind ein Versehen, gemeint sind 40% des Kaufpreises, je nachdem wie teuer das Fahrzeug war.

Bewertung des Fragestellers 04.11.2019 | 05:12

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