Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

§ 315c - Strafen ?


24.07.2006 20:10 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht



Welche Höchst bzw. Mindeststrafe muss ich erwarten?
Wie sollte ich mich generell bei der Aussage äußern?
Wird der Führerschein eingezogen bzw. erhalte ich nur ein Fahrverbot von evtl. 1 Monat ?

Stafbefehl:

... "Sie werden daher beschuldigt: grob verkehrswidrig und rücksichtslos falsch überholt oder sonst bei Überholvorgängen falsch gefahren zu sein und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet zu haben, wobei sie fahrlässig handelten und die Gefahr fahrlässig verursachten, und durch die selbe handlung durch Fahrlässigkeit die Köperverletzung einer anderen Person verursacht haben.

strafbar als fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung gemäß

§§ 315c Abs. 1 Nr.2 b, Abs. 3 Nr.2, 223 Abs. 1, 229, 230 Abs. 1, 52 StGB.

Ich habe auf einer für mich "übersichtlichen" Bundesstraße einen LKW überholt und dabei den entgegenkommenden Verkehr übersehen, dieser wich mir aufs bankett aus, kam dann ins Schleudern und kolidierte "leicht" mit dem hinter mir fahrenden Auto. Es entstand kein Personschaden.

Ich bitte um schnelle Antwort von Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen..

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

I. Sofern Sie bereits einen Strafbefehl erhalten haben (so verstehe ich den mitgeteilten Sachverhalt), ist in dem Strafbefehl die Strafe ausgesprochen. Diese sollten Sie im Rahmen der Nachfragefunktion noch mitteilen.

Ansonsten ist der Strafrahmen bei § 315c StGB in Ihrem Fall nach Absatz 3 der Vorschrift Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren oder Geldstrafe.

II. Da Ihnen vorgeworfen wird, im Rahmen des § 315c sowohl überhaupt fahrlässig gehandelt zu haben als auch die „konkrete Gefahr“ fahrlässig verursacht zu haben (es wird Ihnen also jeweils die „mildere“ Begehungsweise vorgeworfen), kommt hier grds. nur eine Geldstrafe in Betracht, meiner Einschätzung nach ca. 30-60 Tagessätze à einer Tagessatzhöhe, die sich nach der Höhe Ihres Einkommens richtet. Allerdings ist die Strafzumessung von vielen Faktoren abhängig, die gerade ohne Akteneinsicht nicht umfassend gewürdigt werden können.

III. Grds. sollten Sie selbst bei der Polizei keine Aussage machen, sondern einen Verteidiger beauftragen, der nach erfolgter Akteneinsicht eine Stellungnahme für Sie abgibt.

Falls Sie sich sich selbst verteidigen wollen, so würde ich hier den Ratschlag erteilen, durch eine Einlassung insbesondere das Merkmal der „groben Verkehrswidrigkeit“ zu widerlegen. Ein „grob verkehrswidriges“ Verhalten setzt nämlich eine rücksichtslose Tatbegehung voraus. Dieses Merkmal könnte bei Ihnen fehlen, da Sie u.a. geschildert haben, dass die Bundesstraße für Sie „übersichtlich“ gewesen ist.

IV. Ob der Führerschein eingezogen und eine sogenannte „Sperre“ gegen Sie verhängt werden wird oder aber auch (nur) ein Fahrverbot verhängt wird, ist zunächst Sache des Gerichts (bzw. hier der Staatsanwaltschaft). Da Sie schreiben, dass Sie bereits einen Strafbefehl erhalten haben, sollten Sie diesen bitte daraufhin lesen, ob dort die Fahrerlaubnis entzogen worden ist (§ 69 StGB) und eine Sperre (§ 69a) angeordnet worden ist, bzw. ein Fahrverbot (§ 44 StGB) verhängt worden ist. Finden sich dort keine diesbezüglichen Ausführungen, würden solche Sanktionen gegen Sie nicht verhängt werden.

In der Regel wird bei einer Tat des § 315c (leider) eine Entziehung der Fahrerlaubnis und die Verhängung einer Sperre vorgenommen, vgl. § 69 Abs. 2 Nr. 1 StGB.

V. Abschließend rate ich daher, den Strafbefehl nochmals eingehend zu lesen, s.o.

Für eine Verteidigung ist meiner Ansicht nach insbesondere Raum, was die Widerlegung des Merkmals „grob verkehrswidrig“ angeht. Sie sollten also hier nicht „kampflos aufgeben“.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 24.07.2006 | 21:53

Die Hauptversammlung ist leider schon morgen, und ich hab erste heute von dieser Seite im Internet erfahren.

Es sind noch keine Strafen ausgeprochen worden, dies wird dann wohl morgen der Fall sein.

Ich werde den Fall einfach aus meiner Sicht nochmals Schildern, da ich bei der Polizei bereits schon die Situation geschildert habe.

Ich danke Ihnen aber für die Informationen, und hoffe das die ganze Sache morgen "gut" für mich ausgeht.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.07.2006 | 22:33

Sehr geehrter Fragesteller,

für die morgige Hauptverhandlung wünsche ich Ihnen viel Glück und Erfolg.

Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass es in jedem Fall lohnt, dem Gericht zu erläutern, dass Sie sich nicht „grob verkehrswidrig“ verhalten haben, sondern dass der missglückte Überholvorgang das Resultat einer für Sie nicht weiter zu beeinflussenden Kette gewesen ist.

Weisen Sie auch, (wenn dem so ist) auf Ihre weiße Weste in Flensburg („Punktekonto“) hin.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER