Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
503.783
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

§ 1944 BGB - Ausschlagung eines Erbes anfechten?

19.04.2012 13:00 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth


A ist geseztlicher Erbe seiner Mutter F zu 1/5.

A hat noch vier weitere Geschwister. Seine Mutter F ist verwitwet.

A schlägt die Erbschaft innerhalb von 6 Wochen nach dem Tod der F aus.

8 Monate später kommt ein Testament (das bisher verschollen war9)zu Vorschein, aus dem sich ergibt,dass die F dem A mit einem Miterbenanteil von 4/10 (also 40% einsetzt). Der Anteil ist höher (nunmeher aber als eingesetzer Erbe) als der gesetzliche Miterbenanteil des F.

Hat A nach Verkündung der letztwilligen Verfügung nun noch einmal 6 Wochen Zeit, um sich zu überlegen, ob er die Erbschaft (nun als eingesetzer Erbe) annimmt oder ausschlägt?

Wie würde sich die Rechtslage darstellen, die die F den A mit einem Miterbenateil von 15%, also einem Anteil der geringer ist, als der gesetzliche Erbteil darstellen?

Bei einer Verfügung von Todes wegen, beginnt die Ausschlagungsfrist ja nich vor Verkündung der Verfügung.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird das Folgende ausgeführt:


Hat A nach Verkündung der letztwilligen Verfügung nun noch einmal 6 Wochen Zeit, um sich zu überlegen, ob er die Erbschaft (nun als eingesetzer Erbe) annimmt oder ausschlägt?

Nein. Aufgrund des von Ihnen mitgeteilten Umstands ist die Ausschlagung anfechtbar.
Die Anfechtung der Ausschlagung kann nur binnen sechs Wochen erfolgen und beginnt nach § 1954 Abs 2 BGB mit dem Zeitpunkt, in welchem der Anfechtungsberechtigte von dem Anfechtungsgrund Kenntnis erlangt.

Wie würde sich die Rechtslage darstellen, die die F den A mit einem Miterbenateil von 15%, also einem Anteil der geringer ist, als der gesetzliche Erbteil darstellen?

Auch in diesem Fall wäre die Ausschlagungserklärung anfechtbar mit der oben bereits genannten 6-Wochen-Frist.

Die Frist beträgt sechs Monate, wenn der Erblasser seinen letzten Wohnsitz nur im Ausland gehabt hat oder wenn sich der Erbe bei dem Beginn der Frist im Ausland aufhält, vgl. § 1954 Abs. 3 BGB.


Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.
Für eine kostenlose Rückfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Die moderne Kommunikation ermöglicht insoweit auch die Überbrückung größerer Entfernungen.



Nachfrage vom Fragesteller 19.04.2012 | 13:48

Sehr geehrter Herr Roth,

könnten Sie mir dazu einige Fundstellen zur Verfügung stellen (Gerichtsurteile, Verweise auf Kommentare)?

Aufgrund des Gesetzeswortlaufs hätte ich vermutet, dass der A nochmals ausschlagen kann, da die erste Ausschlagung zu einem Zeitpunkt erfolgt ist, zu dem die Ausschlagungsfrist noch gar nicht begonnen hat (die Ausschlagungsfrist beginnt beim eingesetzen Erben ja nicht vor Verkündung der Verfügung).

Mit freundlichen Gruessen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.04.2012 | 13:56

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Das ergibt sich aus der Wirkung der Ausschlagungserklärung.

Wird die Erbschaft ausgeschlagen, so gilt der Anfall an den Ausschlagenden als nicht erfolgt, vgl. § 1953 BGB. Auf den Beginn der Ausschlagungsfrist kommt es daher nicht an.


Mit freundlichen Grüßen
RA K. Roth

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 65131 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Alles Bestens, danke für die schnelle Info! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
TOP Rechtsanwalt, kompetentes Auftreten, juristisch einwandfrei. Sehr zu empfehlen. Vielen Dank. ...
FRAGESTELLER