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§ 182 und Alkohol

31.08.2009 21:31 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

leider musste ich am Wochenende feststellen, dass ich micht mehr bremsen konnte.

Ich wurde am UBahnhof von der Polizei festgenommen und polizeilich behandelt, da ich wohl exhibitionistische Handlung an mir vorgenommen haben soll. Leider (oder Gott sein dank) kann ich mich an nichts mehr erinnern, überhaupt nichts mehr.

Den Vorfall hat wohl zufällig ein Polizist mitbekommen, der mit in der Bahn war. Das Ergebnis der Blutuntersuchung steht noch aus. Nach dem Blastest hatte ich wohl, so wie man mir berichtete 1,9 Promille.

Wie soll ich mich verhalten? Ich habe zum Tathergang und circa 2 Stunde vorher keine Erinnerung mehr. Das alles nachdem wir in einer Bar wohl noch was getrunken haben.
Insgesamt ist mir die gesamte Situation ausgesprochen peinlich, nur ändern kann ich es auch nicht mehr. So etwas ist vorher noch nie passiert!


Habe ich eine Chance wegen Nichtzurechnungsfähigkeit aus der Sache rauszukommen?

Auf was muss ich mich einstellen ? (das Ganze passierte in Hamburg)

Sollte ich mir gleich einen Anwalt nehmen oder sollte ich eine Antwort von der Staatsanwalt abwarten?

Danke für die Hilfe



Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre Frage, die ich gerne im Rahmen einer ersten Einschätzung beantworte:

Zunächst sollten Sie sich nicht zu große Sorgen machen; allerdings sollten Sie sehr sorgfältig beim weiteren Vorgehen sein.

Im Moment ermittelt die Polizei, um die Ermittlungsergebnisse irgendwann an die Staatsanwaltschaft abzugeben. Im Zuge dieser Ermittlungen wird man Sie vermutlich befragen; hier haben Sie das Recht zu schweigen und die Aussage zuverweigern. Sie können aber auch wahrheitsgemäß aussagen, dass Sie sich an nichts erinnern können.

Vermutlich wollten Sie auch keine exhibitionistischen Handlungen (ich gehe mal davon aus, dass sie keine Sexualstraftaten in Ihrem Strafregister haben) vornehmen, sondern wollten, bei der Menge die Sie getrunken haben, sich 'Erleichterung verschaffen', stellten sich aber zu ungeschickt an. Auch das ist natürlich auf dem U-Bahnhof nicht erlaubt, ist aber lediglich eine Ordnungswidrigkeit.

Sie sollten also zunächst abwarten. Kommt es zum Erlass eines Strafbefehls oder zur Eröffnung des Hauptverfahrens, so sollten Sie unbedingt und unverzüglich sich anwaltlich beraten lassen, Akten Einsicht nehmen lassen und durch Ihre Rechtsvertretung Gespräche mit der Zielsetzung der Einstellung des Verfahrens, evtl. gegen eine Geldbusse führen lassen.

Wie gesagt: Ich sehe allenfalls eine Ordnungswidrigkeit. Die Rechtsprechung geht ab einem Promillegrad von etwa 2,0 von einer wegen erheblich verminderter Steuerungsfähigkeit verminderten Schuldfähigkeit nach § 21 StGB aus. Bei Menschen, die Alkohol nicht gewohnt sind, kann dieser Zustand schon früher erreicht sein. Dass Sie Alkohol in größeren Mengen nicht gewohnt sind kann über Ihre Leberwerte und über Zeugen, die Sie privat kennen nachgewiesen werden.

Es gibt zwar auch den Tatbestand des vorsätzlichen Vollrauschs (§ 323a StGB ). Zur Verurteilung wegen dieses Straftatbestandes ist es allerdings erforderlich, dass Sie den Vollrausch anstrebten, nach Meinungen in Literatur und Rechtsprechung auch, dass das Begehen von Straftaten vorhersehbar war. Dies alles kann bei Ihnen aber nicht zum Tragen kommen, da für Sie der Vollrausch kein bekannter Zustand ist und war, wie Sie vermutlich durch Zeugen werden belegen können.

Alles in allem sehe ich es so, dass Sie aus der Sache ohne größere Blessuren herauskommen werden.

Ich hoffe, dass meine Auskünfte Ihnen geholfen haben und eine erste Orientierung in der Sache ermöglichen. Bitte berücksichtigen Sie, dass dies auf der Grundlage der von Ihnen gegeben Informationen beruht. Abweichungen, die Ihnen geringfügig erscheinen mögen, können schon zu erheblich unterschiedlichen Bewertungen in der Angelegenheit führen.

Sehr gerne können Sie mich in dieser Angelegenheit auch beauftragen.

Abschließend darf ich Sie auf die Möglichkeit der (kostenlosen) Nachfrage hinweisen, die ich sehr gerne auch per Email oder Fax empfange und sobald als möglich beantworte.

Ich wünschen Ihnen alles Gute und verbleibe

Rückfrage vom Fragesteller 31.08.2009 | 23:22

Sehr geehrte Frau Unruh,

ich danke Ihnen recht herzlich für die schnelle Antwort.

Leider kann ich mich bei der Ganzen Geschichte nur auf das Hörensagen meines Bekannten berufen, da ich erst wieder etwas weiß nachdem die Polizei auf dem Bahnhof ankam.

Bedenklich war für mich, dass es wohl ein Polizist war (in Zivil) der mich angezeigt hat und es muss irgendwie bereits in der Bahn etwas vorgefallen sein.

Wie dem auch sei, kann es wohl zu diesem Zeitpunkt nur helfen abzuwarten und hoffen dass es nicht gleich schlimm kommt.

Ich war bis dato nie mit sexuellen Handlungen aufgefallen oder ähnliches.

Ich danke Ihnen noch einmal für die Antwort und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 31.08.2009 | 23:36

Sehr geehrter Fragesteller,

//Leider kann ich mich bei der Ganzen Geschichte nur auf das Hörensagen meines Bekannten berufen, da ich erst wieder etwas weiß nachdem die Polizei auf dem Bahnhof ankam.//

Wenn es ein guter Bekannter ist, dann kann er Ihnen evtl. in Ruhe, ohne Übertreibung und Zoten, darstellen, was er wahrgenommen hat - wobei ich vermute, dass er auch nicht mehr gänzlich nüchtern war ...

//Bedenklich war für mich, dass es wohl ein Polizist war (in Zivil) der mich angezeigt hat und es muss irgendwie bereits in der Bahn etwas vorgefallen sein.//

Das ist an sich nicht besonders bedenklich - vielleicht haben Sie ja tatsächlich in der U-Bahn die Toilette gesucht. Sie werden sicher in einigen Tagen von der Polizei hören. Sollten Sie zur Vernehmung gehen - Ratschläge s.o. beachten - dann sagen nicht Sie etwas: Fragen Sie vielmehr!!! Was ist denn überhaupt vorgefallen? Ich weiß gar nichts mehr. Habe ich mich schlimm benommen? Bin ich ausfallend geworden? Ich habe doch niemandem etwas zu leide getan? O Gott, so kenne ich mich gar nicht ....

Fragen Sie den Polizisten Löcher in den Bauch, dass ihm schummrig wird, aber sagen Sie nichts aus, als dass Sie sich an nichts erinnern können, allenfalls noch, dass Sie keinen Alkohol gewöhnt sind.

Sollten Sie noch eine Nachfrage haben, gerne per Email.

Mit freundlichen Grüßen

N. Unruh

www.anwaltrecht.de
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T. 030-36753713
F. 030-36753721
M. 01783717285

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