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vorzeitige Erbauszahlung


05.08.2004 01:50 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von



Meine Schwiegermutter moechte meinem gesundheitlich angeschlagenen Schwager vorzeitig aus dem zukuenftigen Erbe eine Auszahlung machen. In welcher Schriftform sichern sich die anderen Erben so ab, dass diese Vorauszahlung bei einem spaeteren Erbfall auch als entsprechende vorzeitige Auszahlung des Erbanteils gewertet wird ?
05.08.2004 | 07:44

Antwort

von


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Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

bei der von Ihnen geschilderten „Schenkung zu Lebzeiten“ (= „vorweggenommene Erbfolge“) bietet sich an, zwischen Erblasser und Verzichtendem (= Beschenktem) einen Erbverzichtsvertrag abzuschließen. Dieser muss notariell beurkundet werden.

Der Verzicht gilt für Erb- und Pflichtteil, kann aber auch nur auf eines beschränkt werden.
Der Erblasser kann den Verzichtenden aber trotzdem als wirksamen Erben einsetzen.

Wird der Verzichtende als Erbe eingesetzt, müsste dieser die Erbschaft ausschlagen.

Steuerlich sind hierbei noch folgende Umstände von Belang:

Wenn der Verzichtende für die Aufgabe seiner Erwerbsaussicht eine Abfindung erhält, dann gilt der Erwerb der Abfindung als Schenkung unter Lebenden (§ 7 Abs. 1 Nr. 5 ErbStG). Die Erbschaftssteuer fällt in diesen Fällen nicht erst beim Erbfall an, sondern bereits beim Erwerb der Abfindung an.
Zu berücksichtigen ist aber der Freibetrag für Kinder in Höhe von 205.000 Euro. Bedenken beide Ehegatten ihre gemeinschaftlichen Kinder kann der Freibetrag doppelt genutzt werden (vorausgesetzt beide Ehegatten sind entsprechend vermögend).
Beachtlich ist auch, dass erbschaftssteuerlich mehrere innerhalb von zehn Jahren von derselben Person anfallende Vermögensvorteile in der Weise zusammengerechnet werden, dass dem letzten Erwerb die früheren Erwerbe nach ihrem früheren Wert zugerechnet werden und von der anfallenden Steuer für den Gesamtbetrag die Steuer abgezogen wird, die für die früheren Erwerbe zur Zeit des letzten Erwerbs zu erheben gewesen wäre.
Sinnvoll ist es daher die Zuwendungen planvoll und langfristig durchzuführen (Schenkungen im Abstand von 10 Jahren) um Steuern zu sparen.

Ich hoffe, Ihnen behilflich gewesen zu sein.

Mit freundlichen Grüßen

Falk Brorsen
Rechtsanwalt


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