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von Stellenausschreibung abweichende Vergütung


| 30.12.2014 17:15 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler


Zusammenfassung: Übt ein Arbeitnehmer eine Tätigkeit aus, die einer höheren Entgeltgruppe zuzuordnen ist, so kann er dies im Rahmen eines Prozesses vortragen und beweisen und so die Höhergruppierung gerichtlich durchsetzen. Ein solcher Prozess unterliegt hohen Anforderungen.


Werte Ratgebende,

ich habe mich auf eine Stellenausschreibung mit der Entgeldgruppe 9 beworben. Nach erfolgreichem Durchlaufen des Einstellungsverfahrens bin ich seit Oktober 2012 nach TVöD-VKA beschäftigt. Den mir vorgelegten Arbeitsvertrag - allerding mit der Entgeldgruppe 8 - habe ich angenommen. Auf mehrmaliges Nachfragen wurde die Abweichung mit dem vorherigem Stelleninhaber begründet, der auch die EG 8 erhielt. Nach Rücksprache mit dem ehemaligem Leiter der Einrichtung habe ich erfahren, dass sich meine Aufgaben von denen des vorherigen Inhabers unterscheiden und erweitert wurden. Meine Stelle wurde ebenfalls von den Kaufleuten mit der EG 9 freigegeben, zuvor fand eine Bewertung statt. Aus einem mir jetzt erst vorliegendem Schriftverkehr zwischen ehemaligem Leiter und der Personalabteilung geht auch hervor, dass die Vergütung mit der EG9 wie bewertet gefordert wurde.

Nun meine Frage: kann ich trotz der im Arbeitsvertrag festgehaltenen EG 8 meine Ansprüche die letzten 6 Monate rückwirkend und zukünftig einfordern?

Vielen Dank für die Beantwortung meiner Frage.

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Sehr geehrter Fragesteller,

sie können eine Höhergruppierung in die Entgeltstufe 9 gerichtlich durchsetzen, wenn Sie vortragen und beweisen, dass Ihre Tätigkeit die Merkmale dieser Entgeltgruppe erfüllt. Nach Ihren Angaben scheint dies möglich zu sein.

Soweit Sie rückwirkend das höhere Gehalt einfordern möchten, müssen Sie die Ausschlussfristen beachten, die im öffentliche Dienst meist eine schriftliche Geltendmachung der Forderung binnen sechs Monaten nach Fälligkeit anordnen, § 37 TVÖD. Sie sollten aber auch noch einmal in Ihren ARbeitsvertrag schauen, hier könnten abweichende Ausschlussfristen vereinbart sein.

Mit freundlichen Grüßen
Bewertung des Fragestellers 05.02.2015 | 19:11


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