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versteckter Mangel mit gesundheitl. Folgen - vollständige Erstattung?


| 10.12.2008 12:16 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen



Sehr geehrte Damen und Herren Anwälte,

Heute benötige ich dringend einen Rat zu folgendem Sachverhalt.
Ich kaufte im Juni 2008 Trauringe bei einem Onlinehändler zu 215 Euro (Urspr. Kaufpreis ca. 260 Euro abzgl. Rabatt). Sie bestehen aus Gelb-, weiß- und rotgold gestempelt mit 585. Beide Ringe sind graviert, in den Damenring sind zwei Zirkonia eingelassen.
Seit September 08 tragen wir diese Ringe nun (eheschl. aber schon länger her) und etwa seit Ende Oktober 08 habe ich massive allergische Reaktionen (ringförmiger Ausschlag an der Stelle wo der Ring sitzt, Haut juckt, reißt auf, brennt).

Ich kontaktierte den Händler sofort, denn meines Erachtens liegt hier ein Mangel vor, der verschwiegen wurde. Es kam nämlich heraus, dass in den Ringen im Weißgoldanteil NICKEL enthalten ist. Der Händler bot mir nun an unter abzug von 175 Euro neue Ringe zu senden. Sprich: sollten ausgesuchte neue Ringe mehr als 175 Euro kosten zahle ich alles was drüber geht. Oder aber man tausche das Weißgold gegen Rotgold. EIne Erstattung des Kaufpreises wäre aber nicht möglich.

Meine Einwände: Die Ringschiene innen ist nur aus Gelbgold, meine Haut hat keinen Kontakt mit dem Weißgold, dieses ist eingelassen, aber nicht durchgänging durch die gesamte Ringstärke. Da ich unter einer Nickelallergie leide, achte ich natürlich sehr darauf - es war nicht angegeben! ABER der Ring ist m.E. verseucht, weil der hautkontakt zum WG fehlt, so müssen sich also spuren auch im GG befinden.
Ein Austausch des Goldes bringt also gar nichts, denke ich. Die im Angebot befindlichen Ringe aus 585er GG entsprechen nicht meinem Geschmack. Ich möchte das Geld zurück, der Händler schließt das jedoch aus und bietet einen geringeren Rückkaufswert, als der Kaufpreis.

Welche Rechte habe ich hier? Es geht um meine Gesundheit. Trage ich den Ring kann ich normale Tätigkeiten nicht ausführen, weil z.B. Händewaschen oder Abwaschen Schmerzen bereitet. Linderung bringt nur cortisonhaltige Creme. Da ich vor dem Kauf gelesen hatte, dass Nickel aufgrund der allergenen Eigenschaften gar nicht mehr in Schmuck verarbeitet werden darf, habe ich vorher nicht gefragt, zumal es sich um echten Schmuck handelt.

"Die EU-Richtlinie 94/27/EG („Nickel Directive“) legt fest, dass Nickel nicht in Schmuck und anderen mit der Haut in Berührung kommenden Produkten enthalten sein darf."

Ich bitte um schnellstmögliche Antwort


Guten Tag,

Nach Ihrer Schilderung dürfte ein Sachmangel unproblematisch zu bejahen sein, so dass Sie Ihre Gewährleistungsrechte ausüben können. Grundsätzlich muss, was Sie bereits getan haben, dem Verkäufer die Gelegenheit zur Nacherfüllung gegeben werden. Da der Händler es allerdings verweigert hat, auf seine Kosten mangelfreien Ersatz zu liefern, können Sie nun vom Kaufvertrag zurücktreten und Ihr Geld zurückverlangen. Der Mangel erstreckt sich auf beide Ringe, auch wenn Ihr Mann unter keinen allergischen Symptomen leidet; außerdem ergeben Eheringe nur als Paar einen Sinn.

Zunächst sollten Sie also dem Händler eine außergerichtliche Frist zur Rückerstattung des Kaufpreises setzen und gleichzeitig die Rückgabe der Ringe anbieten. Nach Ablauf der Frist können Sie Klage erheben. Mit der Durchführung des Verfahrens sollten Sie am besten einen Kollegen vor Ort beauftragen. Da kein Anwaltszwang vor dem Amtsgericht besteht, können Sie auch selbst klagen. Dabei sollten Sie darauf achten, die Rückzahlung »Zug um Zug« gegen Rückgabe der Ringe zu beantragen.


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 10.12.2008 | 12:50

Das bedeutet nun also:

entweder die gleichen Ringe OHNE Nickel (wenn ich mir keine anderen für das selbe Geld aussuche), andere Ringe für den Kaufpreis oder den Kaufpreis vollständig zurück?! Also 215 Euro?

Momentan prüft der Handler noch die Möglichkeit Ringe anzufertigen, die mir gefallen würden (preis dann gem. gewicht). Aber auch hier ist der Kaufpreis "Meiner" Ringe = Verrechnungsbetrag? Sollte ich sein Angebot noch abwarten, oder lieber gleich Frist setzen? Meine Ringe zurückzugeben war von vornherein vereinbart, ich bin halt nur nicht mit der "Kürzung" einverstanden, da hier schließlich ein verschwiegener Mangel vorliegt. Wo finde ich die entsprechenden § oder Rechtsprechungen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.12.2008 | 13:59

Zu Ihrer Nachfrage:

Im Wege der Nacherfüllung können Sie gleichwertige Ringe ohne Nickel verlangen. Wenn dies nicht möglich ist oder verweigert wird, dann können Sie vom Kaufvetrag zurücktreten und den vollen Kaufpreis zurück verlangen. So sieht jedenfalls die gesetzliche Regelung aus (§§ 434, 437, 439, 323, 346 BGB).

Auf einen ungünstigen Austausch oder eine weitere Zahlung müssen Sie sich also nicht einlassen. Allerdings können Sie sich auf diese Weise natürlich einigen und die Sache durch eine vergleichsweise Regelung erledigen. Rechtlich wird dann ein Vergleichsvertrag geschlossen, der die Gewährleistungsansprüche erlöschen lässt und neue Verpflichtungen begründet (auf Lieferung der neuen Ringe, Rückgabe der alten und Zahlung des Verrechnungsbetrags). Der neue Preis wäre dann Verhandlungssache. Gesetzlich ist der Verkäufer nämlich, wie gesagt, weder verpflichtet, Ihnen andere Ringe anzubieten, noch sind Sie verpflichtet, diese unter voller oder teilweiser Verrechnung des Kaufpreises anzunehmen. Sie können also, wenn Ihnen das Vergleichsangebot ungünstig erscheint, auf Ihre gesetzlichen Ansprüche, d. h. volle Kaufpreiserstattung, bestehen (wobei Sie allerdings das Risiko eines Rechtsstreits kalkulieren sollten, der erst einmal weitere Kosten verursacht).


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 10.12.2008 | 15:06


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"Da ich inzwischen leider von anderen in einem Rechtsforum gegenteiliges gehört habe, weiß ich nun nicht was überhaupt stimmt. Es sieht so aus, als wenn der Verkäufer im Recht ist, somit wäre die anwaltl. Antwort falsch. kann mir eine weitere Beratung leider nicht leisten. "
Stellungnahme vom Anwalt:
Ihre Negativbewertung ist für mich nicht nachvollziehbar. Warum lasten Sie es mir an, dass Sie in einem anderen (vermutlich Laien-)Rechtsforum eine andere Antwort erhalten haben?

Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt