Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
460.132
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung vom Anwalt erhalten!

Kostenlose Einschätzung starten
Bearbeitung durch erfahrene Anwälte
Bundesweite Mandatsbearbeitung
Rückruf erfolgt noch heute.
KEINE KOSTEN

verschwiegenes Kind, Verjährungsfrist ?


| 02.11.2014 12:50 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich habe 2005 eine Frau mit einem Sohn geheiratet. 2010 erfuhr ich völlig überraschend von einem weiteren Sohn. Es hat mich sehr irritiert, aber ich habe versucht wieder Vertrauen zu finden und habe nicht gemäß Urteil vom Oberlandesgericht Karlsruhe 18 UF 8/10 die Anulierung der Ehe beantragt. 3 Jahre später bin ich dann ausgezogen, weil es einfach nicht mehr ging. Dieses Jahr hat meine Frau nun die Scheidung eingereicht und ich soll Unterhalt und mächtig Zugewinnausgleich zahlen. Ist das Rechtens? Kommt hier schon der § 1315, Abs. 1.4 zum Tragen? Das kann doch nicht sein, dass ich jetzt noch für meine Gutmütigkeit bestraft werde. Ich habe es schließlich versucht und erst die Zeit hat gezeigt, dass es bei mir einen Knacks, ja ein Trauma gegeben hat. Habe ich heute noch die Chance auf die Anulierung der Ehe.
Falls nein, habe ich auf anderem Wege die Chance auf Schadenminimierung ? HILFSANTRAG habe ich was gelesen . . .

Vielen Dank im Voraus
02.11.2014 | 13:45

Antwort

von


395 Bewertungen
Otto-von-Guericke-Str. 53
39104 Magdeburg
Tel: 0391-6223910
Web: www.anwaltfamilienrecht.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

In Ansehung Ihrer Schilderung ist leider davon auszugehen, dass eine Annulierung der Ehe in der Tat nicht mehr möglich ist. Diese Option ist einfach aufgrund Fristablaufes vertan.

Es ist zwar aus menschlicher Sicht verständlich, dass Sie versuchen wollten, die Ehe fortzusetzen, dies aber letztendlich nicht gelungen ist, da der Vertrauensverlust zu groß war. Das Gesetz geht allerdings davon aus, dass die Aufhebung dann spätestens binnen eines Jahres nach Kenntnis des Aufhebungsgrundes zu beantragen ist.

Ich sehe angesichts der geschilderten Umstände und der zwischenzeitlich eingetretenen Zeitabläufe keine Chance auf einen erfolgreichen Anullierungsantrag.

Erfolgversprechender könnte hingegen sein jedenfalls gegen den Unterhaltsanspruch vorzugehen. Hier könnten Sie sich auf § 1579 Abs. 7 oder 8 BGB berufen und den Einwand der Verwirkung erheben.

Auch im Hinblick auf den begehrten Zugewinnausgleich ist eine Berufung auf sogenannte Unbilligkeit nach § 1381 BGB möglich.

Persönliche schwerwiegendes Fehlverhalten des Ehegatten sind durchaus ein Verwirkungstatbestand beim Unterhalt als auch geeignet eine Unbilligkeit der Durchführung des Zugewinnausgleichs zu begründen.

Stets sind nämlich hierbei die gesamten Umstände des Einzelfalles umfassend zusammenzutragen, auf ihre Beweisbarkeit hin zu überprüfen und gegeneinander abzuwägen, und insbesondere sind objektive Umstände gegen subjektive Empfindungen ab zu gleichen.

Es ist also anzuraten, im Scheidungsverfahren sich gegen die Anträge der Ehefrau qualifiziert zu verteidigen.

Ziehen Sie in jedem Falle einen versierten Fachanwalt für Familienrecht vor Ort hinzu.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Tobias Rösemeier
Fachanwalt für Familienrecht

Nachfrage vom Fragesteller 04.11.2014 | 11:43

Hallo Herr Rösemeier,

hab Sie vielen Dank für Ihr umfangreiches Statement. Es ist zwar für mich irgendwo enttäuschend, aber so ist die Gesetzeslage wohl offensichtlich. Man wird für den Versuch Vertrauen aufzubauen - was nun mal nicht von heut auf morgen gelingt - im Nachhinein hart bestraft. Dies ist nicht unbedingt zielführend für Eheleute, die zukünftig in eine solche Situation geraten.

Da ich die Möglichkeit einer Nachfrage habe, möchte ich diese auch wahrnehmen:

im § 1569 "Grundsatz der Eigenverantwortung" heißt es:
Nach der Scheidung obliegt es jedem Ehegatten, selbst für seinen Unterhalt zu sorgen!
Meine Frau ist und war immer Vollzeit berufstätig und ihr Anwalt fordert auch noch nach der Scheidung noch 1/3 der Ehejahre einen gewissen Unterhalt. Ist das bei einem Jahreseinkommen von fast 50.000,- EUR nicht schon mal pauschal unzutreffend?
Keine Kinder mehr in Ausbildung und kein Punkt gemäß § 1570, -71,-72, etc.

Ist die grobe Unbilligkeit (Verschweigen des Kindes) trotz Verjährungsfrist nicht auch noch anzuwenden bei der Berechnung des Zugewinnausgleichs?

Haben Sie schon mal vielen Dank im Voraus und ich wünsche Ihnen alles Gute.

Menschen, die in Not gekommen sind und sich an Sie wenden, sind bei Ihnen wirklich gut aufgehoben. Das spüre ich . . .

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.11.2014 | 12:19

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

Gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Allein die Höhe des eigenen Einkommens des Unterhaltsberechtigten ist nicht maßgebend dafür, ob ein Unterhaltsanspruch besteht, vielmehr sind es die ehelichen Lebensverhältnisse, die durch das beiderseitige Einkommen der Ehegatten geprägt sind.

Nichtsdestotrotz erscheint vorliegend bei den offensichtlich guten Einkommensverhältnissen der "Unterhaltsbedürftigen" wenige plausbibel und unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Eigenverantwortung unbegründet.

Es gibt auch keinen gesetzlichen Anspruch, geschweige denn eine ständige Rechtsprechnung, die einen nachehelichen Unterhaltsanspruch für 1/3 der Ehezeit bejaht.

Da die Ehefrau wohl vorliegend keine ehebedingten Nachteile erlitten, die Ehe nicht von langer Dauer war und über ausreichend eigenes Einkommen verfügt, dürfte hier in der Tat kein Unterhaltsanspruch bestehen.

Wie bereits dargelegt, sollte hier vorsorglich auch der Verwirkungseinwand erhoben werden.

Hierbei spielt, wie auch beim Zugewinnausgleich, die Verjährung der Möglichkeit der Eheaufhebung keine Rolle. Die Einwand der Unbilligkeit gegen eine Zugewinnausgleichsforderung kann also weiterhin durch Sie erhoben werden.

Es freut mich, wenn ich Ihnen weiterhelfen konnte.

Mit freundlichen Grüßen





Bewertung des Fragestellers 04.11.2014 | 12:54


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"umgehende und sehr präzise Stellungnahme.
Jederzeit wieder !!! "
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Tobias Rösemeier »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 04.11.2014
5/5.0

umgehende und sehr präzise Stellungnahme.
Jederzeit wieder !!!


ANTWORT VON

395 Bewertungen

Otto-von-Guericke-Str. 53
39104 Magdeburg
Tel: 0391-6223910
Web: www.anwaltfamilienrecht.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Fachanwalt Familienrecht, Erbrecht