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umgangsrecht/Besuchsrecht


26.07.2004 22:51 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Ich habe einen 18monate alten Sohn,bin allein sorgeberechtigt und leb vom Vater getrennt.Er droht und erpreßt mich jedes mal nach einem Treffen wieder.Es geht ihm nicht so sehr um unseren Sohn,sondern das er mich zurück möchte.Wie oft darf er unser Kind sehen?Ich möchte das er aufhört damit,was er aber nicht tut.Gibt es Mindeststunden für solche Besuche?Muß ich mir das gefallen lassen?

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Sehr geehrte Ratsuchende,

leider haben Sie nicht ausgeführt, welcher Art die Drohungen und Erpressungen sind.
Doch auch grundsätzlich muss Ihnen leider mitteilen, dass Ihre Chancen, das Umgangsrecht des Kindsvaters dauerhaft zu verhindern, sehr schlecht sind bzw. dass dies gar nicht möglich ist.

Der Kindsvater wird vor jedem Amtsgericht das Recht eingeräumt erhalten, von seinem Umgangsrecht Gebrauch zu machen, denn es ist ständige Rechtsprechung, dass Kind und Eltern ein Recht auf Umgang haben. Man kann das Umgangsrecht in bestimmten Ausnahmefällen (sexueller Missbrauch, Haftaufenthalt, körperliche Gewalt) zwar so weit einschränken, dass nur noch begleiteter Umgang möglich ist (z.B. in Aufsicht eines Dritten oder bei einem Dritten), aber auch dies ist nur zeitlich begrenzt möglich.
Ziel des Umgangsrechts ist es, eine möglichst solide Vater-Kind-Beziehung zu etablieren.

In der Phase, wenn das Kind noch klein ist (und Ihr Sohn ist noch in dieser Phase), sind häufigere Besuchszeiten mit kürzerer Dauer zu erreichen (z.B. 1x wöchentlich 2 Std.), wenn das Kind älter wird und längere Zeiträume überblicken kann, kann man die Frequenz herabsetzen, dafür die Dauer verlängern (alle zwei Wochen ein Wochenende). Der Vater kann auch jeweils an Ostern und Weihnachten einen Tag mit dem Kind beanspruchen, er kann den Großeltern den Umgang ermöglichen, er kann das Kind mit zu sich nehmen und er kann auch mit dem Kind in die Ferien fahren, wenn es alt genug ist.

Ich kann Ihnen wirklich nur raten, sich möglichst bald mit dem Gedanken anzufreunden, dass Sie auf lange Sicht immer wieder mit dem Kindsvater zu tun haben werden.
Jeglicher Versuch, dies dauerhaft zu vereiteln, wird scheitern, wenn der Vater engagiert und mit gerichtlicher Hilfe auf sein Umgangsrecht pocht. Er kann sogar Zwangsgeld beantragen und versuchen, das alleinige Sorgerecht zu erhalten.

Der einzige Weg, den Umgang zu verhindern, ist, ins Ausland auszuwandern. Dies habe ich in einer Umgangssache einmal erlebt, die Mutter lebt nun in Irland.

Denken Sie an Ihren Sohn - er würde sich irgendwann fragen, warum sein Vater sich nicht um ihn gekümmert hat, und wenn die beiden auf irgendeine Weise doch zusammen kommen, und es stellt sich heraus, dass Sie es waren, die den Umgang vereitelt hat, dann kann sich das negativ auf Ihre Beziehung zu Ihrem Sohn auswirken.

Passend zum Thema habe ich bei 123recht.net einen Artikel veröffentlicht.
Es tut mir leid, dass ich Ihnen keine erfreulichere Information geben konnte.

Für Rückfragen und weitere Informationen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Michaela Albrecht
Rechtsanwältin

Elbestraße 33, 64390 Erzhausen
Tel. 06150 / 961 994
Fax 06150 / 961 995

www.albrecht-rechtsanwaeltin.de
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