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streit mit dem ex


20.07.2004 17:14 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



hallo
ich habe bis zum 31.07.2002 für ca 1 1/2 jahre bei meinem lebensgefährten gewohnt. ihm hat dieses haus selbst gehört. wir haben vereinbart, dass ich mich an den nebenkosten beteilige. von einer mietzahlung hatten wir nichts vereinbart.
mein auszugsdatum war auch unser trennungsdatum.

nach dem auszug habe ich ihn mehrmals vergeblich aufgefordert die nebenkostenabrechnung zu machen - jeweils ohne erfolg.
im januar 2004 hat er mir dann eine nebenkostenabrechnung über die 1 1/2 Jahre geschickt. die nebenkostenabrechnung für 2001 habe ich wegen verjährung abgelehnt (laut BGB abrechnung spätestens 12 monate nach ende des abrechnungszeitraums), die nebenkosten für 2002 habe ich in dem rahmen bezahlt wie es aus einem urteil des ag kassel hervorgeht, welche nebenkosten vom mieter übernommen werden müssen bei mündlichem mietvertrag und nur pauschaler vereinbarung zu nebenkosten.

dies hat er nun geschluckt und sich damit zufrieden gegeben.
jetzt hat mich allerdings ein brief erreicht, indem er nun behauptet, dass wir vereinbart hatten, dass ich 100 € pro monat miete zahle. er fordert nun für die 17 Monate 1700 € und setzt mir eine frist von einer woche. nach verstreichen der frist kündigt er mir einen mahnbescheid an.

wie bereits oben erwähnt, gab es keine solche vereinbarung. und nachdem er erst jetzt nachdem ich die zahlung der nebenkosten abgelehnt habe mit den mietkosten ankommt finde ich es sehr offensichtlich, dass er mich nur ärgern will. zumal die briefe immer kurz vor meinen hochzeitsterminen mit meinem neuen partner kommen.

was kann ich in dieser situation machen und welche chancen habe ich gegen ihn wenn er wirklich einen mahnbescheid erlässt?
Sehr geehrte Ratsuchende,

wenn Sie tatsächlich keinerlei Absprachen über die Miete getroffen haben und es zwischen Ihnen und Ihrem Ex-Freund klar war, dass sie mietfrei bei ihm wohnen durften, können Sie einem eventuellen Mahnbescheid wahrscheinlich mit Gelassenheit entgegen sehen.

Allerdings verbleibt dabei ein prozessuales Restrisiko. Wenn Sie keinerlei schriftliche Vereinbarung getroffen haben, spricht nämlich die Tatsache, dass Sie Nebenkosten gezahlt haben für den Abschluss eines mündlichen Mietvertrages. In einem eventuellen Prozess müsste ihr Ex-Freund nämlich darlegen und beweisen, dass ein mündliches Mietverhältnis geschlossen wurde. Meines Erachtens reicht allein die Tatsache, dass Sie sich an den Nebenkosten beteiligt haben jedoch für einen vollen Beweis dafür, dass volle Miete von Ihnen geschuldet wurde nicht aus.

Sollte das Gericht das anders sehen, müssten Sie in einem Prozeß dann allerdings darlegen und beweisen, dass zwischen ihnen beiden vereinbart war, dass Sie mietfrei bei ihrem Ex-Freund wohnen durften. Dies ist natürlich schwierig, da sie keinerlei schriftliche Unterlagen darüber haben. Hier können Sie nur mit Zeugen arbeiten, die ggf. bestätigen können, dass Sie mietfrei dort wohnen durften. Als Zeugen kommen grundsätzlich alle Personen in Betracht die zu diesem Thema substantiiert Auskunft geben können. Dies können zum Beispiel auch Verwandte oder Freunde von Ihnen sein.

Allerdings spricht bei dem von Ihnen vorgetragenen Sachverhalt viel dafür, dass es sich um eine Retourkutsche von ihrem Ex-Freund handelt. Dieser will Ihnen tatsächlich wahrscheinlich nur die bevorstehende Hochzeit verderben.

Wegen der oben beschriebenen unklaren Beweissituation fällt mir eine genaue Prognose des Ausgangs eines evtl. Verfahrens naturgemäß schwer. Sollte tatsächlich ein Mahnbescheid eintreffen, sollten Sie deshalb unverzüglich einen Anwalt aufsuchen und die Angelegenheit mit ihm im Detail durchsprechen. Bedenken Sie bitte auch, dass die Frist für die Einlegung eines Widerspruchs gegen einen Mahnbescheid 2 Wochen beträgt. Diese sollten Sie auf keinen Fall verstreichen lassen.

Für Rücksprachen stehe ich zur Verfügung. Ich hoffe Ihnen zunächst eine Orientierung verschafft zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Zywicki

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