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rohrbruch / mietwohnung / welche versicherung zahlt ?


23.12.2009 13:16 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

fakten:
rohrbruch in warmwasserzuleitung ausserhalb des wohnbereiches, komplette bodenplatte steht unter wasser, wohnung muss geräumt und getrocknet werden.

bisher festgestellte schäden im wohnbereich:
feuchte wände im gesamten wohnbereich,leichte schimmelbildung an abrückbaren einrichtungsgegenständen

informiert sind:
inmobilienverwaltung, gebäudeversicherung, eigene hausratversicherung

fragen:
wer ist der zentrale ansprechpartner (inmobilienverwaltung sagt: wir nicht) ?

wer muss die koordinierung übernehmen ?

mit wem muss verhandelt werden, inmobilienverwaltung, gebäudeversicherung oder eigene versicherung, oder allen ?

wer zahlt die räumung der wohnung (de- und montage, -einpacken), transport und ein-/rücklagerung des mobiliars ?

wer übernimmt die kosten der ersatzwohnung oder die kosten der hotelunterbringung während der reparaturarbeiten und trockenzeit ?

wer zahlt die schäden an den einrichtungsgegenständen ?

muss miete gezahlt werden, während die wohnung nicht bewohnt wird ?
23.12.2009 | 13:54

Antwort

von


973 Bewertungen
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich hiermit gerne auf Basis Ihres Einsatzes und des von Ihnen mitgeteilten Sachverhalts wie folgt beantworte:

1.
Ansprechpartner ist Ihr Vermieter. Soweit die Immobilienverwaltung selbst bevollmächtigt ist, diese auch. Jedenfalls macht es mehr Sinn, sich direkt an den Vermieter zu wenden, weil Sie rechtlich gesehen diesem auch Mängel der Wohnung grundsätzlich anzeigen müssen.

Die Hausratversicherung würde nur eintreten, wenn sich der Vermieter die Schadensverursachung nicht zurechnen lassen muss. Der Vermieter hat sich aber zunächst selbst an seine Gebäudeversicherung zu wenden.

2.
Der Vermieter hat auch eigenhändig die Koordinierung zu übernehmen, kann allenfalls kraft Bevollmächtigung dieses auf andere übertragen bzw. die Versicherung dieses tun lassen.

3.
Mit dem Vermieter ist dann alles in Bezug auf Ihre Ansprüche abzuklären. Sollte der Schaden etwa durch einen anderen Mieter verursacht worden sein, kann sich der Vermieter gegebenenfalls an diesem schadlos halten, was aber nicht Ihr Problem ist/sein darf.

4. Ansprüche von Ihnen als Mieter:

a)
Hat die Mietsache zur Zeit der Überlassung an den Mieter einen Mangel, der ihre Tauglichkeit zum vertragsgemäßen Gebrauch aufhebt, oder entsteht während der Mietzeit ein solcher Mangel (wie hier), so ist der Mieter für die Zeit, in der die Tauglichkeit aufgehoben ist, von der Entrichtung der Miete befreit.

Für die Zeit, während der die Tauglichkeit gemindert ist, hat er nur eine angemessen herabgesetzte Miete zu entrichten.

Als Mietminderung sind dann 100 %, also keine Mietzahlung, anzusetzen, wenn Sie Ihre Wohnung gar nicht mehr nutzen können. Ist diese so z. B. einen Monat komplett nicht nutzbar, dann entfällt auch eine Monatsmiete.
Ist nur der Wohnraum nicht nutzbar, stellt sich aber trotzdem die Frage, ob die Wohnung im Übrigen nutzbar ist, was ich eher verneinen möchte. Auch dann wären also 100 % Mietkürzung vorzunehmen.

b)
Ist ein Mietmangel bei Vertragsschluss vorhanden oder entsteht ein solcher Mangel später wegen eines Umstands,

- den der Vermieter zu vertreten hat, oder

- kommt der Vermieter mit der Beseitigung eines Mangels in Verzug,

so kann der Mieter Schadensersatz verlangen.

Der Mieter kann den Mangel selbst beseitigen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen, wenn

1. der Vermieter mit der Beseitigung des Mangels in Verzug ist oder
2. die umgehende Beseitigung des Mangels zur Erhaltung oder Wiederherstellung des Bestands der Mietsache notwendig ist.

Ersatzunterkunft, Ihre Schäden an den Einrichtungsgegenständen, die Räumung und die damit verbundenen Kosten etc., also alles was Sie hier genannt haben, muss der Vermieter zahlen (bzw. seine Gebäudeversicherung), wenn er den Schaden schuldhaft verursacht hat.
Nur wenn er selbst positiv nachweisen kann, dass er es unter keinen Umständen war, indem er insbesondere den wahren Schädiger benennt, dann scheidet seine Haftung aus.

Wahrscheinlich wird dieses hier ein Gutachter klären müssen.

Sie sollten aber schriftlich detailliert Ihre Ansprüche dem Vermieter gegenüber auflisten.

c)
Gegebenenfalls wäre weiterer rechtsanwaltlicher Rat in Anspruch zu nehmen, falls sich der Vermieter dagegen sträubt.
(Außer-)gerichtliche Anwaltskosten fallen dann auch grundsätzlich in den Bereich des Schadensersatzes.

Ich hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag sowie ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2010!


Rechtsanwalt Daniel Hesterberg

ANTWORT VON

Stuttgart

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