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pflanzenrückschnitt an der grundstücksgrenze (niedersachsen)


13.12.2004 14:57 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht



sehr geehrte damen und herren,

im jahr 1994 haben wir rund ums grundstück thujas an die zaungrenze gepflanzt. im september 2004 hat sich ein angrenzender nachbar, schriftlich mit uns in verbindung gesetzt und verlangte, die thujas, deren stammmitte 1,37 m zu seiner grundstücksgrenze stehen und mittlerweile eine höhe von 8,00 m einnehmen, auf 1,80 m zurückzuschneiden. ein ahornbaum (der durch tieraktivitäten angesiedelt wurde und 50 cm grenzabstand hat und der ca. 6 jahre dort steht) dessen zweige auf sein grundstück ragen (in einer höhe von ca. 3,00 m), fordert er auch zu kürzen. da wir auf sein erstes schreiben nicht reagiert haben, wurde uns nun bis zum 15.12.04 eine schriftliche frist gesetzt, uns zu äußern wann unsererseits mit dem rückschnitt begonnen wird. da ansonsten ein rechtsanwalt mit der angelegenheit vertraut wird.

müssen wir dem anliegen unseres nachbarn nachkommen, die bäume zurückzuschneiden? wenn ja, in welchem zeitraum und müsste sich der nachbar finanziell bei der beschaffung von neuen pflanzen beteiligen, da in 1,80 m nur noch der blanke stamm ist?

für schnelle antworten wären wir dankbar!
Sehr geehrter Ratsuchender,

nach dem niedersächsischen Nachbarschaftsrecht kann der Nachbar Rückschnitt grenznaher Bepflanzung verlangen, wenn ein bestimmter Grenzabstand nicht eingehalten ist, der sich nach der Höhe der Pflanzung bemisst.

In Niedersachsen gilt für die von Ihnen angegebene Höhe von 8 m der Thujen die Abstandgruppe 5 - 15 m. Hier beträgt der Mindestabstand zur Grenze 3 m. Bei Unterschreitung des Mindestabstandes kann ein Nachbar sogar die völlige Entfernung verlangen, wenn ein Rückschnitt nicht möglich ist. Das gleiche Gilt, wenn ein absoluter Mindestabstand von 25 cm von der Grenze nicht eingehalten ist.

Aber es gilt eine Verjährungsfrist: Zu nah gepflanzte Hecken müssen nur beseitigt werden, solange sie nicht älter als fünf Jahre sind. Angesichts der Höhe der Thufen gehe ich von einer Überschreitung dieser Frist aus.

Was den Ahorn angeht bemängelt der Nachbar den sog. Überhang. Alles, was über die Grundstücksgrenze herüberwächst, muß auf Verlangen des Nachbarn entfernt werden.

In beiden Fällen müssen Sie die Kosten selber tragen. Beim Überhang kann der Nachbar nach Fristsetzung sogar selbst den Rückschnitt vornehmen und Ihnen die Kosten hierfür in Rechnung stellen.

Was die angemessene Frist angeht, die Ihnen der NAchbar setzen muss, kann von vier Wochen ausgegangen werden. Möglicherweise ist jedoch der Rückschnitt nur außerhalb der Wuchsperiode (16. März bis 30. September) gestattet, so daß Sie vorher nicht tätig werden müssten und dürften. Ob dies zutrifft erfahren Sie bei Ihrer Gemeindeverwaltung.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas J. Lauer
Rechtsanwalt
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