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notebooksbilliger akzeptiert Sofortkauf auf ebay nicht wegen Irrtum


| 10.12.2014 14:30 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen



Am 09.12.14 um kurz nach 2 Uhr kaufte ich per Sofortkauf auf ebay.de zwei Notebooks des Verkäufers notebooksbilliger zum Preis von jeweils 5,99 €.

Zuerst war ich ob des günstigen Preises etwas skeptisch, aber als ich den Preis auch in den Angebotsdetails noch mal gesondert in großen orangen Zahlen angezeigt bekam und das Angebot auch sonst einen ordentlichen Eindruck erweckte (z. B. AGB inkl. Sofortkauf Regelung), ging ich davon aus, dass der Verkäufter es ernst meint.
Den Kaufpreis überwies ich direkt im Anschluss an den getätigten Kauf.
Vom Verkäufer erhielt ich zudem ein positive Käufer-Bewertung.

Am 09.12.14 gegen frühen Nachmittag verkaufte ich wiederum die beiden Notebooks für je 2000 € weiter und freute mich über dieses tolle Geschäft.

Am 09.12.14 um ca. 18 Uhr schrieb mir der Verkäufer nun aber per E-Mail, dass der Preis wegen "eines bedauerlichen Fehlers in der Datenverarbeitung" nicht korrekt gewesen sei, das deswegen gar kein Kaufvertrag zu Stande gekommen wäre und erklärt hilfsweise die Anfechtung wegen Irrtum. Der genaue Wortlaut der E-Mail lautete:

***
Betreff: Wichtige Information zu Ihrer Bestellung im eBay-Shop von notebooksbilliger

Sehr geehrter Kunde,

wir wenden uns mit einer wichtigen Mitteilung hinsichtlich Ihrer Bestellungen vom 09.12.2014 beim eBay-Shop notebooksbilliger auf der Handelsplattform eBay an Sie:

Aufgrund eines bedauerlichen Fehlers in der Datenverarbeitung wurde am heutigen Tag bei einer Vielzahl der von uns angebotenen Produkte auf der Handelsplattform eBay nicht die korrekten Preise, sondern stattdessen jeweils ein fehlerhafter Preis (5,99 Euro) ausgewiesen.

Auch alle Artikel Ihrer Bestellungen mit einem Stückpreis von 5,99 Euro waren von diesem Fehler betroffen und daher mit einem falschen Preis ausgezeichnet. Vielleicht waren Sie selbst schon bei Aufgabe der Bestellung über den Preis verwundert oder haben auf einschlägigen Foren die Diskussion über den Preisfehler verfolgt. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ihre Bestellungen entsprechend stornieren mussten.

Daneben möchten wir darauf hinweisen, dass aufgrund des offensichtlichen Preisfehlers ein Kaufvertrag zwischen Ihnen und der notebooksbilliger.de AG nicht zustande gekommen ist. Lediglich hilfsweise erklären wir die Anfechtung des Rechtsgeschäftes wegen dieses Irrtums.

Wir möchten uns für etwaige Unannehmlichkeiten entschuldigen und würden uns freuen, wenn wir Sie in Zukunft trotzdem als Kunde bei notebooksbilliger.de begrüßen dürfen. Etwaige schon vorgenommen Zahlungen werden wir Ihnen unaufgefordert gutschreiben. PayPal Zahlungen werden auch über PayPal gutgeschrieben. Vorkassen werden auf Ihr Konto zurück überwiesen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr notebooksbilliger.de-Team

www.notebooksbilliger.de


notebooksbilliger.de AG
Wiedemannstr. 3, D-31157 Sarstedt
UST-ID: DE175671991, WEEE-Reg.-Nr.: DE 37107081, Handelsregisternummer: HRB 201279, zuständiges Amtsgericht: D-31134 Hildesheim, Vorstand: Arnd von Wedemeyer (Vorsitzender), Sascha Crocoll, David Patzer, Oliver Hellmold, Aufsichtsratsvorsitzender: Gerardus Marinus van Os
***


Meine Frage:
Was soll ich denn jetzt tun?

Einsatz editiert am 10.12.2014 14:41:53
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage, die ich auf der Basis Ihre Angaben beantworten werde.

Grundsätzlich besteht auch bei elektronischen Willenserklärungen die Möglichkeit, eine fehlerhafte Erklärung (z.B. durch Verklicken, Irrtum über die Bedeutung eines Buttons) diese gemäß §§ 119 ff. BGB anzufechten. Ist der Fehler jedoch in der Vorbereitung der Erklärung (z.B. durch Verwendung von mangelhafter Software oder falschem Datenmaterial bei der Datenverarbeitung) entstanden, berechtigt dieser als Fehler in der Willensbildung nicht zur Anfechtung der Erklärung und damit nicht zur Anfechtung des Vertrages.

Somit haben Sie einen gültigen Kaufvertrag abgeschlossen.

Fordern Sie jetzt notebookbilliger.de zur Übersendung der Notebooks auf. Hierzu setzen Sie eine Frist von 5 Werktagen.
Danach können Sie oder ein Rechtsanwalt tätig werden und noch eine Mahnung schreiben, diese enthält dann wieder eine kurze Frist, diesmal aber mit Ablehnungsandrohung.

Danach wird dann Schadensersatz gefordert. Und zwar in der Höhe des von Ihnen erzielten Wiederverkaufswertes oder der Listenpreise der Notebooks.

Der geringe Gebotspreis ist hier kein Hindernis, wie unlängst der BGH in dem Urteil vom 12. November 2014, Az. VIII ZR 42/14, entschieden hat.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick ermöglicht zu haben und stehe für Ergänzungen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion sowie ggf. für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen gerne zur Verfügung.

Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, gerne auch die Erstellung des Vertrages, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Die moderne Kommunikation ermöglicht insoweit auch die Überbrückung größerer Entfernungen.
Weiterhin möchte ich Sie höflichst auf die Bewertungsfunktion aufmerksam machen, die dafür sorgt, diesen Service für andere Ratsuchende transparenter zu machen.

Mit freundlichen Grüßen

Jan Gerth
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Informationstechnologierecht
Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht
Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz

Bewertung des Fragestellers 10.12.2014 | 21:28


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