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kosten des anwalts korrekt?


10.10.2004 08:01 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht



Guten Tag!Wir haben uns von einem Anwalt einen Ehevertrag erstellen lassen.Wir hatten dazu eine ca.halbstündige beratung,zwei vorschläge in Schriftform.Es ist kein umfassender Ehevertrag.Er beinhaltet nur folgende Punkte:1.Gütertrennung der Ehepartner und 2.die Erklärung,dass der gesamte Hausrat im Besitz der Ehefrau ist.Weitere vereinbarungen wurden dort nicht getroffen.Der Ehevertrag wurde von einem Notar beglaubigt,den wir gesondert zahlten.der Anwalt schickte nun die Rechnung.Er berechnet pauschal 1000,00EUR.entsprechend "Honorarabsprache",die nie stattgefunden hat.Meine Frage nun,nach welchen Kriterien wird so ein vertrag berechnet,welche Abrechnungsgrundlagen hat der Anwalt dafür?Kann ich eine detaillierte Aufschlüsselung seiner Tätigkeit und Kosten verlangen,ohne dass es mich noch mehr kostet?Was kann ich tun,wenn die sog.Honorarabsprache nicht stattgefunden hat?Wohin kann man sich wenden,um die gestellten Kostennoten eines Anwalts auf korrektheit prüfen zu lassen?Wir haben den Anwalt auch noch in einer Unterhaltssache beauftragt und er tut nun sehr wenig und verlangt ständig Geld....Anfangs hatten wir einen kompetenten Eindruck von ihm und nun kommt es einem so vor,als würde er absichtlich "nachlassen "und finanzielle Interessen seinerseits treten in den Vordergrund!Vielen dank!
Guten Morgen,

Maßstab für die Erstellung einer Kostenrechnung durch einen Anwalt ist das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) bzw. in Aufträgen, die vor dem 01.07. erteilt worden sind, die Bundesrechtsanwaltsgebührenordnung (BRAGO).

Hier schreibt das Gesetz vor, daß der Anwalt bei der Berechnung der Kosten die Beträge der einzelnen Gebühren und Auslagen, eine kurze Bezeichnung des jeweiligen Gebührentatbestandes, die Bezeichnung der Auslagen sowie die jeweilige Nummer des Kostenverzeichnisses angeben muß. Insbesondere muß er auch den Gegenstandswert erläutern, der der Abrechnung zugrundeliegt. Hieran ist die Abrechnung des Anwaltes zu messen. Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, ist die Gebühr des Rechtsanwaltes auch nicht fällig.

Wichtig ist hierbei insbesondere der Gegenstandswert, da sich hiernach die Höhe der Gebühren richtet. Je höher der Gegenstandswert, desto höher -logisch- auch die Anwaltsgebühren. Bei der von Ihnen beschriebenen Vereinbarung müßte der Anwalt also den Wert der Gütertrennung und des Hausrates bewerten. Ein Anhaltspunkt ist hier sicherlich die Bewertung durch den Notar, der die Vereinbarung ja beurkundet hat.

Bei einer reinen Beratungstätigkeit kann der Anwalt je nach Umfang der Tätigkeit eine Gebühr zwischen 0,1 und 1,0 des Gebührensatzes berechnen. Hier wird, da offensichtlich umfangreicher Schriftverkehr geführt wurde, eine Gebühr im oberen Bereich angemessen sein. Dies hätte etwa bei einem Gegenstandwert von 5.000 EUR eine Gebühr von 301,- EUR zzgl. MWSt zur Folge.

Wichtig ist aber auch die gesetzlich vorgesehene Begrenzung für eine reine Erstberatung auf max. 190,00 EUR. Mehr kann der Rechtsanwalt unabhängig vom Gegenstandswert nicht verlangen, wenn sich die Beratung auf allein Beratungsgespräch beschränkt.

Wenn der Anwalt eine Honorarvereinbarung behauptet, müßte er diese beweisen. Da Anwaltsgespräche typischerweise unter vier bzw. in Ihrem Falle unter sechs Augen stattfinden, wird dies nicht möglich sein. Zudem setzt die Vereinbarung einer höheren Vergütung als die gesetzliche voraus, daß diese schriftlich getroffen ist. Auch diese Voraussetzung ist nicht erfüllt.

Sprechen Sie noch einmal mit Ihrem Anwalt und lassen Sie sich die Honorarabrechnung noch einmal erläutern. Hierdurch entstehen Ihnen keine weiteren Kosten. Wenn Ihr Anwalt daran interessiert ist, Sie als Mandanten zu behalten, wird sich sicherlich eine Lösung finden lassen. Beispielsweise könnte die Anwaltskammer eine -kostenlose- gutachterliche Stellungnahme zu der Vergütungshöhe abgeben.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Weiß
Rechtsanwalt und auch Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Straße 19
26603 Aurich
Tel. 04941 60 53 47
Fax. 04941 60 53 48
e-mail info@fachanwalt-aurich.de

Nachfrage vom Fragesteller 14.10.2004 | 15:08

wie wendet man sich an die anwaltskammer am besten,schriftlich per post...bedarf es einer besonderen form und welche unterlagen muss ich für ein gutachten einreichen?danke

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.10.2004 | 17:40

Guten Abend,

Sie können sich am besten schriftlich per Post an die Anwaltskammer wenden. Schildern Sie der Kammer den Sachverhalt und fügen Sie die Unterlagen, die Ihnen vorliegen ( Ehevertrag, Kostenrechnung) bei. Die für Sachsen zuständige Anwaltskammer ist
die Rechtsanwaltskammer Dresden, Glacisstraße 6, 01099 Dresden, Tel. 0351 / 31 85 90 Fax. 0351 / 336 08 99

Viele Grüße,
Michael Weiß
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Straße 19
26603 Aurich
Tel. 04941 60 53 47
Fax. 04941 60 53 48

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