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kleinunternehmer umsatz


20.12.2014 11:42 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Stefanie Lindner



Guten TAg,

Mein kleine hat folgende Umsatz für 2014 gemacht: 25500 Euro.
Die grenze für Kleinunternehmer ist aber 17.500 Euro
Was passiert jetzt ? Muss mein Kunden UST zahlen?
Wie viel steuern muss ich zahlen?
Vielen Dank!
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ob Umsatzsteuer nachgezahlt werden muss, hängt davon ab, ob es sich beim Jahr 2014 um ein Gründungsjahr handelt oder nicht. Haben Sie im Jahre 2014 Ihr Unternehmen neu gegründet, also erstmals 2014 das Geschäft begonnen, dann brauchen Sie ggf. für 2014 keine Umsatzsteuer nachzahlen. Wenn Sie sich zu Beginn Ihrer Tätigkeit für die Kleinunternehmerregelung i.S.v. § 19 Umsatzsteuergesetz (UStG) entschieden haben, kommt es im Gründungsjahr nicht auf den tatsächlichen Umsatz, sondern auf eine Prognose/Vorausschau an. Es ist allein auf den voraussichtlichen Umsatz des laufenden Kalenderjahres abzustellen. Es ist somit entscheidend, ob der Unternehmer im laufenden Kalenderjahres voraussichtlich die Grenze von 17500 € überschreiten wird. (Umsatzsteueranwendungserlass (UStAE) 19 Abs. 4).
Wenn Sie Anfang 2014 nicht erkennen konnten, dass Sie im Laufe des Jahres die Grenze der 17.500 Euro überschreiten werden, dann fällt auch für das Gründungsjahr (2014) keine USt an. Für Sie gilt dann die Kleinunternehmerregelung.
Handelt es sich bei Ihnen allerdings 2014 nicht um das Gründungsjahr, d.h. Sie haben Ihr Unternehmen/ Geschäft bereits in einem vorherigen Jahr begonnen, dann müssen Sie für 2014 Umsatzsteuer bezahlen. Dies bedeutet für Sie, dass Sie die Umsatzsteuer aus Ihren Umsätzen herausrechnen müssen. Nicht Ihre Kunden müssen die Umsatzsteuer nachzahlen, sondern Sie.
Aufgrund der Kleinunternehmerregelung weisen Sie keine Umsatzsteuer auf Ihren Rechnungen aus, sondern stellen dem Kunden den Bruttobetrag in Rechnung. Im Gegenzug kann der Kunde auch keine Vorsteuer abziehen.
Um zu berechnen, in welcher Höhe Sie die Umsatzsteuer nachzahlen müssen, gehen Sie aus Vereinfachungsgründen wie folgt vor:
Aus allen Rechnungen, die Sie 2014 geschrieben haben und die von den Kunden bezahlt wurden, rechnen Sie die 19% Umsatzsteuer heraus.
Dies ist der Betrag, den Sie ans Finanzamt an Umsatzsteuer bezahlen müssen.
Im Gegenzug sind Sie auch zum Vorsteuerabzug berechtigt, d.h. Sie dürfen die Umsatzsteuer, die Sie bezahlt haben, indem Sie Gegenstände für Ihr Unternehmen gekauft haben, abziehen.
Sie können z.B. aus jeder Tankrechnung 19% USt. herausrechnen und abziehen.
Damit können Sie Ihre Umsatzsteuerschuld reduzieren.

Wieviel Steuern Sie zahlen müssen, hängt davon ab, wie hoch Ihre Ausgaben für das Geschäft waren, da Sie die gezahlte Umsatzsteuer abziehen können. Hatten Sie keine Ausgaben, was jedoch nahezu ausgeschlossen ist, dann müssen Sie 19% bzw. 7% aus 25.500 Euro herausrechnen.
Ob Sie 19% oder 7% Umsatzsteuer zahlen müssen, richtet sich danach, ob Sie steuerpflichtige Umsätze von 7 oder 19% tätigen. z.B. tätigt der Buchhandel Umsätze von 7%.

Dies jedoch nur, wenn Sie Ihre Geschäftstätigkeit vor 2014 begonnen haben, also 2014 nicht das erste Geschäftsjahr darstellt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie gerne die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Stefanie Lindner
Ergänzung vom Anwalt 21.12.2014 | 15:22

Auf Hinweis einer Kollegin möchte ich ergänzend ausführen, dass Sie 2014 keine Umsatzsteuer zahlen müssen, wenn Ihre Umsätze 2013 unter 17.500 Euro lagen und Sie zu Beginn des Jahres 2014 davon ausgingen, dass Ihr Umsatz unter 17.500 Euro liegen wird. Dies gilt auch dann, wenn der Umsatz wider Erwarten tatsächlich über 17.500 Euro lag. Sie wären dann erst 2015 umsatzsteuerpflichtig.

Wenn Sie jetzt für 2014 eine Umsatzsteuererklärung abgeben, in der Sie von der Regelbesteuerung (also mit Umsatzsteuer) ausgehen, obwohl sie eigentlich noch Kleinunternehmer waren, dann gilt das als Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung. Dann wären Sie daran 5 Jahre gebunden.

Beste Grüße
Stefanie Lindner
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