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16.12.2014 14:31 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler


Zusammenfassung: Einen allgemeinen Grundsatz "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" kennt das deutsche Arbeitsrecht nicht. Eine Diskriminierung kann nur gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 2 AGG geltend gemacht werden, wenn die Ungleichbehandlung auf dem Geschlecht, Herkunft, Religion, Alter, Behinderung o.ä. beruht.


Ich (männlich) bin seit ca. 9 Jahren bei meiner Firma in leitender Funktion angestellt. Vor einem halben Jahr wurde ein Kollege mit 100% gleicher Tätigkeit eingestellt. Das Unternehmen ist nicht tarifgebunden. Ist es rechtens das mein neuer Kollege 20% mehr p.a. verdient? Oder gibt es hier einen möglichen Widerspruch wegen Gleichstellung...Diskriminierung etc.?

Bitte um eine Antwort mit Angabe der Quellen.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Den Grundsatz "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" kennt das deutsche Arbeitsrecht nicht, auch wenn er von den Gewerkschaften oft propagiert wird. Ausnahmen bestehen nur im Fall einer Ungleichbehandlung aufgrund Ihres Geschlechtes, ethnischer Herkunft, Religion, Weltanschauung, Behinderung, Alters oder sexueller Identität gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 2 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes. Anhaltspunkte hierfür bestehen nach Ihrer Darstellung nicht.

Der verfassungsrechtliche Gleichbehandlungsgrundsatz des Art. 3 GG gilt für private Arbeitgeber nicht, die Grundrechte binden zunächst nur den Staat.

Das von Ihnen geschilderte Problem ist eher eine Frage des Marktes, offenbar wurde der neue Kollege dringend benötigt oder hatte ein besser bezahltes Angebot eines anderen Arbeitgebers vorliegen. Bewerben Sie sich und legen Ihrem Arbeitgeber alternative, besser bezahlte Arbeitsangebote vor, ggf. ist er dann bereit, Ihr Gehalt zu erhöhen.

Ich bedaure, keine bessere Mitteilung machen zu können.

Mit freundlichen Grüßen
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