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gemeinsames Sorgerecht - Zustimmung zur Psychotherapie des Minderjährigen


| 03.08.2017 17:31 |
Preis: 50,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jörg Klepsch


Zusammenfassung: Wenn zwischen den Eltern dauerhaft Konflikte bestehen und in der Vergangenheit notwendige Zustimmungen nur mithilfe des Jugendamtes oder eines Anwalts erzielt werden konnten, dann ist ein Antrag auf alleinige elterliche Sorge gerechtfertigt und sogar notwendig.


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin seit 8 Jahren getrennt von meinem Ex-Ehemann, wir haben einen gemeinsamen Sohn, 10, und das gemeinsame Sorgerecht. Der Junge hat seinen gewöhnlichen Aufenthalt seit der Trennung bei mir. Das Sorgerecht bereitet mir aber durch die unmögliche Kommunikation und erpresserische Art und Weise des Kindesvaters (KV) nur Probleme. Ich war bisher leider sogar wegen Kleinigkeiten permanent bei Jugendamt oder Familiengericht vorstellig. Jedoch ist unser bisherigerer Sachbearbeiter des Jugendamtes dienstunfähig und seine Vertretung heillos überarbeitet (Zitat: "Wenn was ist, kann ich Ihnen nicht helfen. Gehen Sie gleich zum Gericht.")

Aktuell: Mein Sohn hat seit der Trennung extreme psychische Probleme. Bereits 2015 suchte ich daher eine Kinderpsychologin auf; nach dem Erstgespräch sagte sie mir, eine Therapie des Kindes sei dringend angeraten. Der Vater verweigerte. Danach erhielt ich eine Überweisung der Kinderärztin zu einem Kinderpsychologen (Tipp vom Sachbearbeiter des Jugendamtes). Aufgrund der Überlastung der Praxis konnten wir erst jetzt, nach 10 Monaten Wartezeit, einen Termin ausmachen. Der Therapeut benötigt natürlich die Zustimmung des KV. Ich habe einen WhatsApp-Verlauf, in dem ich ihn alle Informationen gab inklusive einer Ablichtung der ärztlichen Überweisung. Erst verweigerte er die Zustimmung wieder mit fadenscheinigen Ausreden. Dann meinte er, er gebe sie doch, aber mit der Option, sie jederzeit zurück zu ziehen, wenn er keine Informationen von mir erhält über den Stand der Therapie.

Und hier liegt der Knackpunkt: Reicht eine Zustimmung per WhatsApp, die man im Zusammenhang der Unterhaltung eventuell rauslesen kann? Was ist, wenn mein Ex-Mann die Zustimmung während der Therapie wieder zurück zieht?

Leider muss ich nämlich davon ausgehen, denn dieser lügt permanent vor Gericht und Jugendamt, was die Informationsweitergabe von mir an ihn betrifft. Deshalb gebe ich ihm mittlerweile seit Jahren alle Informationen nur noch schriftlich. Außerdem glaube ich nicht, dass ich in der Lage bin, ärztliche Diagnosen korrekt weiterzuleiten und zu erläutern. Denn leider ist auch hier mein Ex-Mann nicht in der Lage, selbst bei den Ärzten anzurufen und sich über den Stand der Dinge zu informieren, geschweige denn den Therapeuten anzurufen und ihm telefonisch die Zustimmung zu erteilen. Formulare werden gar nicht oder nur nach Druck von Anwälten unterschrieben.

Ich habe meinen Ex-Mann aus all den o.g. Gründen und Erfahrungen gebeten, mir eine schriftliche Zustimmung (oder Ablehnung mit Gründen) per E-Mail oder Brief zu erteilen. Dies lehnt er ab. Die WhatsApp Unterhaltung reiche.

Ist anhand der Sachlage die Zustimmung zur Psychotherapie gegeben? Oder sollte eine Zustimmung beim hiesigen Familiengericht erwirkt werden? (Mein Sachbearbeiter des Jugendamtes riet mir auch die Übertragung der Gesundheitsfürsorge an wegen weiterer Probleme in Zusammenhang mit dem KV und der Gesundheit des Kindes betreffend.)

Vielen Dank für das Durchlesen dieses langen Textes und Ihre Antwort. :)

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In Ihrem Fall sind zwei Aspekte zu unterscheiden:

Zum einen die Frage, ob die Zustimmung zur Psychotherapie durch den Vater erteilt ist und zum anderen die Frage, ob es überhaupt eine Grundlage für die Ausübung der gemeinsamen elterlichen Sorge gibt.

Eine Psychotherapie ist eine sicherlich bedeutsame Angelegenheit im Rahmen der sogenannten Gesundheitssorge. Dafür ist, wie bei anderen Behandlungen auch, eine gemeinsame Entscheidung der Sorgeberechtigten notwendig. Ganz pragmatisch sollten Sie den Therapeuten fragen, ob diesem das reicht. Wenn der Therapeut mit dieser Form der Zustimmung einverstanden ist und diesem das ausreicht, dann ist es ja in Ordnung. Ich vermute allerdings, dass der Therapeut das nicht akzeptieren wird. Vielleicht fängt er im Rahmen einer akuten Maßnahme mit einer Behandlung bzw. einem Erstgespräch an, auf Dauer wird es wahrscheinlich nicht ausreichend sein. Schon aus Haftungsgründen muss der Therapeut darauf achten, dass er selbst dokumentieren kann, dass das Einverständnis beider Elternteile vorliegt. Außerdem ist die Zustimmung unter eine gewisse Bedingung gestellt, das ist ja nichts dauerhaftes.

In Ihrem Fall rate ich Ihnen beim Familiengericht die Übertragung der alleinigen elterlichen Sorge auf Sie zu beantragen. Ihre Schilderungen lassen ein tiefes Zerwürfnis zwischen den Eltern erkennen, es gibt keine verlässliche Kommunikationsbasis und damit keine Basis für eine am Wohl des Kindes orientierte Ausübung gemeinsamer elterlicher Sorge. Eher im Gegenteil! Wenn es schon in der Vergangenheit immer wieder Probleme gab notwendige Erklärungen zu erhalten und Sie schon oft beim Jugendamt bzw. Anwalt waren, dann ist das praktisch der Nachweis dafür, dass die gemeinsame elterliche Sorge gescheitert ist. Das reicht für eine Alleinsorge aus, diese sollte dann auch gleich alle Bereiche des Sorgerechts umfassen.
Bewertung des Fragestellers 05.08.2017 | 11:41


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