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Lektorat von Diplomarbeit - rechtmäßig?


24.07.2008 21:45 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin in den letzten Zügen der Anfertigung meiner Diplomarbeit an einer Universität in Baden-Würrtemberg. Sowohl in Mensa als auch im Internet bieten zahlreiche Agenturen die Korrektur von Rechtschreibfehlern und das Lektorat von Abschlussarbeiten an.

Ich liebäugele mit der Möglichkeit, einen dieser Dienste zu beauftragen, die Arbeit bzlg. Rechtschreibfehlern und stilistischer oder grammatikalischer Schnitzer zu überprüfen.

Die Prüfungsordnung meiner Universität verlangt, dass ich folgende (typische) Erklärung in die Arbeit aufnehme:
"Ich versichere, dass ich meine Diplomarbeit ohne Hilfe Dritter und ohne Benutzung anderer als der angegebenen Quellen und Hilfsmittel angefertigt und die den benutzten Quellen wörtlich oder in-haltlich entnommenen Stellen als solche kenntlich gemacht habe. Diese Arbeit hat in gleicher oder ähnlicher Form noch keiner Prüfungsbehörde vorgelegen."

Ich bin daher verunsichert, ob die Einschaltung eines Korrektors oder Lektors legal ist oder ob ich dadurch mein Diplom gefährde und mich von Seiten eines etwaigen Lektors erpressbar mache. Gleichzeitig weiß ich aber aus Freundes- und Bekanntenkreis, dass man sich gegenseitig mit der Arbeit hilft/korrekturliest.

Meine konkreten Fragen daher:
- Ist die Korrektur (Rechtschreibung/Grammatik) der Arbeit durch Freunde rechtmäßig?

- Ist die Korrektur (Rechtschreibung/Grammatik) der Arbeit durch eine beauftragte Agentur rechtmäßig?

- Ist das Lektorat (Rechtschreibung/Grammatik/Stil/Ausdruck) der Arbeit durch eine beauftragte Agentur rechtmäßig?

- Bin ich von Seiten der Agentur erpressbar, oder müsste diese - falls das Korrigieren/Lektorieren nicht rechtmäßig ist - selbst mit rechtlichen Konsequenzen rechnen?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!
Sehr geehrter Fragesteller,

mit der Vorgabe, dass die zu bewertende Arbeit ohne Hilfe Dritter erstellt wurde, soll sichergestellt werden, dass die konzeptionelle Erarbeitung des Inhaltes der Prüfungsarbeit tatsächlich demjenigen zuzuordnen ist, der ihretwegen den Abschluss "Diplom" verliehen haben will.

Sicherlich haben Schreib- und Grammatikfehler, je nach Ausmaß, Auswirkungen auf die Prüfungsnote. Teil dessen, was die inhaltliche Auseinandersetzung mit einer bestimmten Fragestellung ausmacht, nämlich Anwendung bestimmter empirisch-wissenschaftlicher Methoden zur Erarbeitung und Darstellung eines konkreten Ergebnisses, sind Sie aber nicht.

Ebenso verhält es sich mit der Inanspruchnahme eines Lektorates. Zwar mögen hier Anregungen zu möglicherweise besserem Stil gegeben werden. Jedenfalls aber berühren allein stilistische Hilfestellungen den wissenschaftlichen Gehalt einer zu bewertenden Arbeit nicht.

Verlassen wird die legale Inanspruchnahme kosmetischer Hilfe dann, wenn fremde wissenschaftliche Arbeit als eigene zur Bewertung abgegeben wird. Hier liegt dann in der Tat ein Betrugsversuch ggf. auch eine Urheberrechtsverletzung vor.

Daher ist die Inanspruchnahme von Hilfe beschränkt auf Rechtschreibung, Grammatik und Rhetorik solange unbedenklich, als Kern Ihrer Arbeit tatsächlich die von Ihnen selbst erbrachte wissenschaftliche Erarbeitung des zugrundeliegenden Themengebietes bleibt.

Dabei spielt für Sie die Frage von Korrektur durch Freunde oder Agentur nur dann eine Rolle, wenn es um die Gewährleistung geht, wenn bspw. nicht ordentlich korrigiert worden ist.

Erpressbar machen Sie sich solange nicht, als Sie tatsächlich der geistige Urheber Ihrer Arbeit sind. Lassen Sie sich also nicht dazu verleiten, Abschnitte Ihrer Arbeit gänzlich fremd erarbeiten zu lassen. Dies wäre im Falle der Abgabe tatsächlich ein Betrugsversuch und würde ggf. mit Verlust Ihres Prüfungsanspruches geahndet, Sie mithin erpressbar machen.

Halten Sie sich im Übrigen an die üblichen Vorgaben: Quellen angeben, Zitate kenntlich machen, nur angegebene Quellen verwenden, dann kann Ihnen nicht passieren.

Ich hoffe, Ihre Frage ist beantwortet, im Übrigen verweise ich auf die Nachfragefunktion.

Freundliche Grüße

Andreas Scholz RA
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