Privatverkauf über Amazon --> Kunde reklamiert nach 2 Monaten Gerät als defekt.
Preis: 48,00 € |
Internetauktionen
Beantwortet von
Rechtsanwalt Jan Wilking
| in unter 2 Stunden
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe im April 2012 ein altes Notebook, welches vier Jahre privat bei mir im Einsatz war, zum verkaufen auf dem Amazon Verkaufsplattform angeboten.
Am 13.04.2012 hat mich der zukünftige Käufer erstmalig mit Fragen zu dem Gerät kontaktiert, die ich alle ausführlichst beantwortet hatte.
Neben technischen Fragen kam dabei auch die Frage nach einer etwaigen Garantie auf. Ich habe darauf hin geantwortet, das das Gerät keine Garantie mehr hat und ich als Privatperson auch keine Garantie geben kann.
Daraufhin hat der Verkauf auch noch am 13.04.2012 zum einem Kaufpreis von 367€ stattgefunden.
Aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten des Käufers hat Amazon mir den Kaufbetrag (abzüglich aller Gebühren) erst am 16.04.2012 gutgeschrieben.
Das Paket wurde noch am selben Tag versendet und ist lt. Paketverfolgung bereits am 18.04.2012 beim Kunden eingetroffen.
Das positive Feedback des Käufers: "Sehr nett, sehr schnell, sehr zuvorkommend. Perfekter Artikel in Originalkarton noch nach drei jahren eine Seltenheit. Alles perfekt jederzeit immer wieder gerne.", erfolgte eine Woche später am 25.04.2012, womit der Vorgang für mich abgeschlossen war.
Am 15.06.2012 meldete sich der Käufer jedoch, das das Gerät nunmehr defekt sei und sich nicht mehr einschalten ließe.
Ich (gelernter Informatiker, daraufhin seit 6,5 Jahren im IT Vertrieb tätig) habe daraufhin noch einige einfache Tipps gegeben, was der Käufer machen könnte.
Der Käufer hat das Gerät daraufhin selbstverantwortlich in eine Werkstatt gebracht.
Ich habe zu jedem Zeitpunkt eine Rücknahme oder kostenpflichtige Reparatur meinerseits ausgeschlossen.
Gestern, am 25.06.2012 hat sich der Käufer erneut gemeldet.
Hier der genaue Wortlaut:
"Hallo,
jetzt haben wir ein Problem. Gerade wurde mir mitgeteilt, daß das Mainboard defekt ist und der PC wohl schon früher immer wieder sporadisch ausgegangen sein soll, weil der Kühler einen starken defekt hatte, was ein Mainboard nicht dauerhaft mitmacht und das würde man an der Hardware erkennen. Eine Reparatur würde mich 399 Euro mit Materialien kosten.
Laut der IT Firma wäre also das Gerät schon teilweise defekt gewesen weswegen es direkt einen Monat nach Kauf komplett kaputt ging.
Was machen wir nun? Ich bin ehrlich gesagt etwas sauer, daß ich ein defektes Gerät bekomme was als komplett in Ordnung verkauft wurde.
Ich warte auf einen Vorschlag.
MfG"
Ich habe den Defekt bedauert, jedoch jegliche Beteiligung meinerseits erneut abgewiesen.
Das Gerät war in einem einwandfreien Zustand, als ich es verschickt hatte.
Etwaige Vordefekte sind mir unbekannt und können m.E. ausgeschlossen werden. Ich hatte das Gerät zuvor noch vom 01.04.2012 - 09.04.2012 während eines Urlaubs einwandfrei im Betrieb.
Was in diesen rd. 2 Monaten geschehen ist, kann ich nicht beurteilen.
Noch am 25.06.2012 hat der Käufer sich an das Amazon Garantie Programm gewendet und dort folgende Angaben gemacht:
"Gerät wurde täglich 2 Stunden als Zweitgerät betrieben, erste Ausfälle kamen nach 1er woche, daß der Rechner immer wieder ausging. Nach einem Monat dann ging er gar nicht mehr an und eine Untersuchung in einer Werkstatt hat ergeben, daß der defekt des Ausfallens und des Kühlers schon länger und vor dem Kauf vorgelegen haben muß und nun das Mainboard zerstört hat. Nach einem Monat ist das Gerät ohne mein Zutun kaputt gegangen was eindeutig auf einen defekt zurückzuführen ist. Eine Reparatur würde 399 Euro kosten und ein Entgegenkommen des Verkäufers ist nicht mal in kleinen Teil zu sehen. Er weigert sich zu einigen und weist sämtliche Schuld von sich."
Ich habe meine Sicht der Dinge gegenüber Amazon geschildert.
(Kurzgefasst: Ich habe den Ablauf, wie hier, chronologisch dargestellt und eine Verantwortung nach 2 Monaten in Besitz des Käufers abgelehnt.)
Gestern Nacht bekam ich dann Nachricht von Amazon, das ich Angaben machen solle, wohin das Gerät retourniert werden könne.
Und ich solle umgehend nach Erhalt des Gerätes den Kaufpreis erstatten.
Wenn ich nicht binnen drei Tagen reagieren würde Amazon den Kaufbetrag erstatten und mir belasten, egal ob das Gerät zurück sei oder nicht.
Wie soll ich mich hier verhalten?
Bin ich einer Rücknahme eines defekten Gerätes nach 2 Monaten Betrieb verpflichtet?
Was mache ich, sollte ich nicht verpflichtet sein und Amazon belastet mich dennoch?
Vielen Dank für Ihre Antworten,
Sebastian M.
Privatverkauf Kunde









