Kindesunterhalt meines 12-Jährigen Sohnes
Guten Tag,
ich bitte um Beantwortung folgender Fragen,
aber vorab der Sachverhalt:
Ich lebe seit 2003 mit meinem 12 Jährigen Sohn (fast 12, er vollendet Anfang April das 12. LJ) in meiner jetzigen Partnerschaft. Ich bin mit meinem Mann verheiratet und wir haben zwei gemeinsame Kinder, vor 1,5 Jahren haben wir uns Eigentum (Haus) gekauft und in diesem leben wir. Bisher war auch alles sehr schön und harmonisch.
Mein Sohn hat seit einiger Zeit mehrfach den Wunsch geäussert (von seinem Vater eingeredet), zu diesem zu ziehen. Bei "Papa" ist alles toll und viel besser, Papa liest seinem Kind sofort jeden Wunsch von den Augen ab, überhäuft ihn mit Geschenken und "erkauft" sich seine "Liebe".
Der Kindesvater und ich kommunizieren nur über das nötigste miteinander, da er es einfach ausnutzt, mich vor unserem Kind schlecht zu machen, mitunter waren wir auch deswegen beim Rechtsanwalt und Jugendamt gewesen. Wir hatten schon immer andere Ansichten von "Erziehung" und sind nie überein gekommen. Der Kindesvater ist deutlich älter, hat mehrere Eigentumswohnungen und er würde es begrüssen, wenn unser Sohn zu ihm ziehen würde. Ich hatte immer gehofft, das unser Sohn nie diesen Wunsch äussern wird, da wir hier ein harmonisches Familienlieben zu "Fünft" hatten und auch die kleineren Geschiwster sehr an ihrem grossen Bruder hängen. Aber es war natürlich auch "Alltag", den es bei "Papa" so nicht gab und es gab bei uns klare Grenzen an die sich jeder zu halten hatte und dieer bei Papa einfach nie kennen gelenrt hat. Auch zu meinem Mann hat mein Sohn (also zu seinem Stiefvater) ein gutes Verhältnis gehabt.
Gestern gab es Zeugnisse und mein Sohn brachte ein schlechtes Zeugniss mit nach Hause, worüber es heftige Diskussionen gab, da er momentan "sehr bockig ist und in einer ist mir alles scheiß Egal Phase steckt" .... - mein Sohn wurde sehr beleidigend und aggressiv und sagte, er wäre weg und würde zu "Papa" gehen! Mein Mann fuhr ihm mit dem Auto hinterher, da es schon dunkel war und er mit dem Fahrrad unterwegs war.
Ich rief seinen Vater an und er ist sicher bei ihm angekommen. Nach einer grausamen Nacht rief mich heute Morgen dann der Kindesvater an und eröffnete mir am Telefon, das mein Sohn zunächst bei ihm bleiben wollte, er habe heute in den frühen Morgenstunden klamm heimlich mit unserem Sohn Anziehsachen und Schulsachen aus unserem Haus geholt ... (Wir haben es nicht gehört, wir haben oben geschlafen und mein Sohn hat einen Haustürschlüssel) ... Jetzt ist mein Sohn bei seinem Vater. Ich bin am Boden zerstört und weiss nicht wie ich mich verhalten soll, unser ganzes Familienleben leidet. Ich weiss das der Kindesvater alles dafür tun wird, das mein Sohn bei ihm bleiben wird. Alleine schon, damit er "mir bzw. dem Kind" keinen Unterhalt mehr überweisen muss. Er hat den Unterhalt gezahlt, aber nur widerwillig.
Nun meine Fragen an Sie:
1.) Ist es richtig das mein Sohn ab dem 12. LJ benennen darf, wo er "leben" möchte? Ich habe das mal so mitgeteilt bekommen, obwohl ich sicher bin, das er bei uns langfrisig in ein glückliches Familienleben integriert wäre und bei seinem Vater, lebt er nur mit diesem alleine zusammen.
2.) Mein Mann verdient unseren Lebensunterhalt, klassicher Familienernäher, wir können uns mit Ach und Krach unser "Eigenheim" das wir gekauft haben, leisten. Ich arbeite dafür das alles finanziell passt, auf Teilzeitbasis (20 Wochenstunden) mit. Bisher bekomme ich das Kindergeld für unseren 12-Jährigen Sohn, das anteilig vom Kindesunterhalt vom Vater verrechnet wurde.
3.) Wir haben Existenzängste weil wir nicht wissen, wie wir knappe 500 Euro monatlich auffangen sollen. Wenn der Kindesunterhalt von meinem Sohn (250 Euro) wegfallen würde, weil dieser nun beim Vater leben würde, wäre das schon "schmerzhaft", aber es liesse sich mit noch mehr sparen verkraften. Aber wenn wir jetzt dem Kindesvater auch noch 250 Euro Kindesunterhalt zahlen müssen, wissen wir nicht, wie wir das monatlich auffangen sollen. Ich glaube laut Düsseldorfer Tabelle ist das der Mindestsatz für ein 12-Jähriges Kind und ich bin mir ja bewusst, das ich meinem Sohn Unterhaltspflichtig bin. Aber es würde unsere Existenz eindeutig gefährden und mein Mann hat Angst, das unsere gemeinsamen Kinder ihr "zu Hause" verlieren, weil ich ja letzlich ausser mein kleines Teilzeitgehalt keine eigenen Einkünfte habe. Aber mein Mann wäre ja theoretisch auch mir Unterhaltspflichtig, obwohl wir ja auch zwei gemeinsame Kinder haben....
Muss der Unterhalt immer als Richtwert der Düsseldorfer Tabelle gezahlt werden, oder gibt es Sonderregelungen (wie in unserem Fall zb.) das man auch etwas "weniger" Unterhalt zahlen müsste?
4.) Ab wann wäre ich meinem Sohn Unterhaltspflichtig, ab sofort oder gibt es da eine Regelung, ab wann man davon ausgeht, dass das Kind "offiziell" bei seinem Vater wohnen wird? Gibt es zb. sowas wie "Wartezeiten" zur "Erprobung"?
5.) Kann der Kindesvater den Kindesunterhalt ab sofort einstellen? Darf er das rechtlich? Schliesst sich meiner Frage 4 an.
Herzlichen Dank für Ihre Antworten!
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