19.01.2012 | 10:23
Antwort
von
Rechtsanwalt Martin P. Freisler
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Sehr geehrte Fragestellerin,
aufgrund Ihrer Schilderungen beantworte ich Ihre Frage in einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt:
Das Einschreiben gilt rechtlich gesehen als nicht zugestellt, da es nicht abgeholt worden ist. Rechtlich ist erforderlich, dass das Schreiben in den Machtbereich des Empfängers gelangt und für diesen die Möglichkeit der Kenntnisnahme besteht.
Für eine rechtliche sichere Zustellung ist dafür jeweils ein Bote, d.h. zum Beispiel eine befreundete Person, zu empfehlen, der (schriftlich) bestätigt, dass er das Schreiben nach vorheriger eigener Kenntnisnahme von dessen Inhalt an den Empfänger persönlich übergeben oder derart zugestellt hat, dass das Schreiben in den Machtbereich des Empfängers gelangt ist (z.B. Einwurf in den Briefkasten des Therapeuten). Im Falle einer späteren Auseinandersetzung steht sodann diese dritte Person als Zeuge dafür zur Verfügung, dass der Empfänger das Schreiben tatsächlich erhalten hat. Dafür kann man sich auch eines Gerichtsvollziehers bedienen, wobei dieser Weg allerdings weitere Kosten verursacht und zumeist auch einige Tage länger benötigt.
Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass eine abschließende rechtliche Bewertung Ihres Problems die Kenntnis des vollständigen Sachverhaltes erfordert. Im Rahmen dieses Forums können sich die Ausführungen aber ausschließlich auf Ihre Schilderungen stützen, und somit nur eine erste anwaltliche Einschätzung darstellen.
Ich empfehle Ihnen, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu beauftragen, sofern Sie eine abschließende Beurteilung erhalten möchten. Bitten beachten Sie, dass dabei weitere Kosten anfallen.
Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen
Martin P. Freisler
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