Hauskauf von geschiedenen Eheleuten, nur ein Teil hat bisher unterschrieben.
Preis: ***,00 € |
Mietrecht, Wohnungseigentum
Beantwortet von
Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle
| in unter 2 Stunden
Ich bewohne z. Zt. eine Doppelhaushälfte, die einem geschiedenen Ehepaar gehört, welches sich jedoch im Scheidungskrieg befindet. Kommuniziert wird nur noch über Anwälte, es ist leider keine wirklich vernünftige Gesprächsbasis möglich. Das Haus wurde im Jahr 2004 von mir bei dem damals schon geschiedenen Gatten angemietet, was ich aber erst im Nachhinein erfahren habe. nach ca. einem Jahr kam nämlich heraus, dass der Gatte die Mieteinnahmen nicht an die Bank zur Rückzahlung der Finanzierung weitergeleitet hatte, sondern er das Mietverhältnis gänzlich verschwiegen hat. Das Haus war somit in der Zwangsversteigerung und gegen unseren Vermieter wurde ein Privatinsolvenzverfahren eröffnet. Da meine Familie und ich uns aber in dem Haus wohlfühlen und wir gerne dort bleiben wollen, haben wir alles daran gesetzt, das Haus schon vorab zu erwerben, denn das Riskio in der Versteigerung überboten zu werden, wollten wir nicht eingehen. Damit komme ich jetzt zu unserem eigentlichen Problem: Die Ex-Frau als Miteigentümerin hat dem Kauf zugestimmt und hat mit uns auch die Kaufsumme ausgehandelt. Der Ex-Mann war leider zu keinen Aussagen zu bewegen. Nachdem wir ihn aber schriftlich davon in Kenntnis gesetzt haben, dass wir uns mit seiner Ex-Frau geeinigt haben, zeigte er sich ebenfalls (schriftlich, per E-Mail) bereit, den Kaufvertrag zu unterschreiben, allerdings stellte er die Bedingung, bei einem Notar in seinem Wohnort unterschreiben zu wollen, damit er (Zitat:)"seiner Ex-Frau nicht über den Weg läuft". Wir haben dann kurz vor Jahreswechsel noch einen Notartermin bekommen, da wir nur ungerne auf die Eigenheimzulage verzichten wollten und es kam zum Treffen zwischen uns, der Ex-Frau und dem Notar. Wir unterschrieben den Kaufvertrag und die Urkunde wurde dann an den vom Ex-Mann ausgesuchten Notar geschickt, damit er dort die Unterschrift leisten konnte. Nach einigen Tagen bekamen wir dann ein Schreiben des Ex-Mannes, in dem er uns mitteilte, dass er nicht unterschreiben werde, da der Notar (den ich ausgesucht hatte) bereits seine Ex-Frau in deren Scheidungsangelegenheiten vertreten habe und somit ein Interessenkonflikt bestehen würde. Er wolle die ganze Sache an die Notarkammer zur Prüfung geben und erst mal abwarten. Nun ist die Entscheidung der Notarkammer getroffen worden und der Notar wurde wegen dieses Interessenkonflikts ermahnt, jedoch wurde der Kaufvertrag nicht angetastet und wartet somit weiter auf die Unterschrift des Ex-Mannes. Er hat jetzt eine Frist der Gläubigerbank bis zum 15.05. bekommen, danach würde das Haus wieder in die Zwangsversteigerung gehen.
Meine Fragen dazu lauten:
Wir haben das schriftl. (per E-Mail) Einverständnis des Ex-Mannes für den Verkauf, können wir das irgendwie verwenden?
Unsere Finanzierung läuft ab dem Vertragsdatum (30.12.2005), was passiert mit den Finanzierungsverträgen, wenn das Haus wieder in die Zwangsversteigerung geht und gilt dann automatisch wieder der Mietvertrag?
Der Ex-Mann befindet sich einem Privatinsolvenzverfahren. Inwieweit kann man das evtl. verwenden, um ihn zur Unterschrift zu bringen?
Der Ex-Mann reagiert weder auf Telefonate (legt einfach auf) noch auch Schreiben (reagiert einfach nicht). Er begründet das wohl mit seiner durch die ganze Scheidung angeschlagenen Gesundheit. Kann man ihn irgendwie dazu zwingen, endlich zu handeln?
Welche Möglichkeiten hat der Insolvenzverwalter, Einfluss auf den Ex-Mann zu nehmen. Der sagt immer nur, das er mal schauen muss und wartet auch nur ab.
Welche Möglichkeiten gäbe es noch? Die Situation ist ohnehin schon paradox genug!
Vielen Dank im Voraus für eine -hoffentlich- hilfreiche Beantwortung meiner Fragen.




