Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
457.559
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

fiktive Abrechnung auf Gutachterbasis oder Reparatur?


11.12.2008 21:51 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

durch einen Auffahrunfall habe ich einen Schaden an meinem Auto, welchen ein Gutachter wie folgt berechnet hat:

Reparaturkosten ohne MwSt. EUR 1.459,38
MwSt. aus Reparaturkosten EUR 277,28
Gesamtsumme Reparaturkosten inkl. MwSt. EUR 1.736,66

Des Weiteren führte er in seinem Guthaben folgende Werte auf:

Wiederbeschaffungswert (Privatmarkt, keine MwSt.) EUR 2.300,00
Restwert (inkl. MwSt.) EUR 750,00

Meine Frage hierzu lautet:

Welchen Betrag kann ich von der Versicherung erwarten, wenn ich

1) den Schaden reparieren lasse?
2) den Schaden nicht reparieren lasse?

Gibt es bei beiden Fällen bestimmte Voraussetzungen (z.B. zeitliche)?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe.

Sehr geehrter Fragesteller,

anhand der von Ihnen angegebenen Eckdaten beantworte ich Ihnen Ihre Frage wie folgt:


Sie haben gegen den Schädiger einen Anspruch auf Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes, § 249 Abs.1 BGB und können die Schadensbehebung selbst durchführen und den hierzu erforderlichen Betrag verlangen, § 249 Abs. 2 BGB.

Der erforderliche Betrag bemisst sich grundsätzlich nach der wirtschaftlich günstigsten Möglichkeit, wobei
- Reparaturaufwand (= Reparaturkosten + Minderwert) und
- Wiederbeschaffungsaufwand (= Wiederbeschaffungswert - Restwert) zueinander ins Verhältnis zu setzen und zu vergleichen sind.

Die Obergrenze für den zu zahlenden Betrag bildet dabei der Wiederbeschaffungsaufwand, d.h. in Ihrem Fall der Betrag 1.550 Euro.

Bei einer 100%igen Haftung der Gegenseite ergeben sich für Sie folgende Ansprüche:

1.) keine Reparatur

Nettoschaden 1.459,38 Euro
Unkostenpauschale 25,00 Euro

2.) Reparatur in einer Fachwerkstatt

a.) vollständige Reparatur entsprechend Gutachten

tatsächliche Reparaturrechnung einschließlich Mehrwertsteuer zzgl. 25 Euro Unkostenpauschale und Nutzungsausfallentschädigung/Mietwagen für die Dauer der Reparatur

Da der Reparaturaufwand den Wiederbeschaffungsaufwand übersteigt, muß nach erfolgter Reparatur das Fahrzeug noch 6 Monate durch Sie gefahren werden (vgl. BGH Az. VI ZR 56/07, www,bundesgerichtshof.de)

In Ihrem Fall liegt der nach Gutachten ausgewiesene Reparaturbetrag innerhalb der sog. 130% -Grenze, so daß hier keine weiteren Besonderheiten zu beachten sind. Es ist auch unerheblich, wenn die spätere Reparaturrechnung über der 130%-Grenze liegt - maßgeblich sind die Zahlen im Gutachten.


b.) Teilreparatur in Fachwerkstatt

Nettobetrag aus Gutachten + ausgewiesene Mehrwertsteuer + 25 Euro Unkostenpauschale und Nutzungsausfallentschädigung/Mietwagen für die Dauer der Reparatur

Nutzungsausfallentschädigung/Mietwagenkosten fallen nur bei tatsächlicher Reparatur an.
Mehrwertsteuer wird nur in Höhe der tatsächlich angefallenen Mehrwertsteuer (Rechnung!) erstattet.


c.) private Reparatur

Wiederbeschaffungsaufwand + Nutzungsaufwandentschädigung/Mietwagen + Unkostenpauschale


Selbstverständlich werden auch die Kosten für den Gutachter ersetzt.

Bei den Ausführungen bin ich davon ausgegangen, dass Sie nicht vorsteuerabzugsberechtigt sind.

Ich hoffe, dass ich Ihnen einen Überblick geben konnte. Bitte beachten Sie, dass sich im Einzelfall Abweichungen ergeben können und auch nur die von Ihnen angegebenen Daten zugrunde gelegt werden konnten.

Gerne unterstütze ich Sie auch weiter in der Schadensregulierung.

Mit freundlichen Grüßen

Elke Zipperer
RAin / FAinVerkehrsR / FAinStrafR
www.ra-zipperer.de

Nachfrage vom Fragesteller 12.12.2008 | 09:30

Vielen Dank für die Antwort. Ich hätte dazu aber noch eine Frage:

Falls ich mich für "keine Reparatur" entscheide, muß ich dann das Fahrzeug auch noch eine bestimmte Zeit weiterfahren? Oder kann ich es sofort verkaufen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.12.2008 | 10:05

Sehr geehrter Fragesteller,

die 6-Monatsfrist gilt nur bei tatsächlicher Abrechnung, wenn die Reparaturkosten über dem Wiederbeschaffungeaufwand liegen.

Wenn das Fahrzeug unrepariert verkauft werden soll, dann brauchen Sie keine 6 Monate zu warten.

Nutzungsausfallentschädigung bzw. Mietwagenkosten bekommen Sie dann aber grundsätzlich auch nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Elke Zipperer
RAin / FAinVerkehrsR / FAinStrafR
www.ra-zipperer.de

Ergänzung vom Anwalt 12.12.2008 | 09:48

Sehr geehrter Fragesteller,

die 6-Monatsfrist gilt nur bei tatsächlicher Abrechnung, wenn die Reparaturkosten über dem Wiederbeschaffungeaufwand liegen.

Wenn das Fahrzeug unrepariert verkauft werden soll, dann brauchen Sie keine 6 Monate zu warten.

Nutzungsausfallentschädigung bzw. Mietwagenkosten bekommen Sie dann aber grundsätzlich auch nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Elke Zipperer
RAin / FAinVerkehrsR / FAinStrafR
www.ra-zipperer.de
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 55151 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Beantwortung meiner Frage war sehr aufschlussreich, wir sind sehr zufrieden. Das Problem wurde verständlich aufgeschlüsselt und umfangreich beantwortet. Der Anwalt war professionell neutral freundlich. Ich würde diesen Anwalt ... ...
5,0/5,0
Sehr schnelle und verständliche Antwort. War mir eine große Hilfe. Jederzeit gerne wieder! ...
5,0/5,0
Bin auf den Erfolg gespannt, aber ich denke es passt alles. Sehr schnell und ausführlich beantwortet. Nur zu empfehlen... ...