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erwerbsminderungsrente und zuverdienst


23.06.2008 13:41 |
Preis: ***,00 € |

Sozialversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Doreen Bastian




guten tag,
ich bin 59 jahre und habe erwerbsminderungsrente. leider musste ich aus gesundheitlichten gründen diesen weg einschlagen. mir wurde deshalb die rente sehr stark durch abzüge gekürzt. ich bin schon sehr lange in psyschologischer behandlung da ich mit dem zustand nicht mehr gebraucht zu werden nicht klar komme. auf anraten meines arztes und terapeutin soll ich mir einen kleinen nebenjob suchen. diesen job habe ich jetzt gefunden. ich könnte täglich 2,5-3 stunden tätig sein. ich würde kleine aufgaben erledigen können und habe auch somit einen kleinen nebenerwerb.
nun zu meiner frage:
in meinem rentenbescheid steht ich könnte 350 € dazu verdien. diese summe erreiche ich nicht. meine ängste bestehen darin, das man mir meine rente streitig macht. mein gedankengang ist, entweder erwerbsunfähig oder nicht. mein rentenbescheid sagt aus, das ich täglich nicht mehr als 3 stunden tätig sein kann.
wenn ich aber nun doch fü 2,5 std. arbeite, kann man mir dann nicht wieder die rente weg nehmen?? ich würde mich über eine antwort sehr freuen, ich weis nun nicht wie ich mich verhalten soll. einerseits bin ich nervlich sehr stark belastet und soll eine kleine aufgabe nachgehen....anderseits verliere ich vielleicht meine rente und bekomme dann hartz4. ich verstehe die ganze sache nicht. auch kann ich mit meiner kleinen rente kaum überleben. danke für ihre antwort.
Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 3 weitere Antworten zum Thema:
23.06.2008 | 19:05

Antwort

von

Rechtsanwältin Doreen Bastian
77 Bewertungen
Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

unter Zugrundelegung des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und in Ansehung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Bei der Erwerbsminderungsrente unterscheidet man die Rente wegen teilweiser oder voller Erwerbsminderung. Aufgrund Ihrer Angaben ist davon auszugehen, dass Sie Rente wegen voller Erwerbsminderung beziehen, da in Ihrem Rentenbescheid festgehalten ist, dass Sie nicht mehr als 3 Stunden täglich arbeiten können.

Gem. § 43 Abs.2 Satz 2 SGB VI ist voll erwerbsgemindert, wer wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande ist, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein. Wie Sie sehen, sieht selbst das Gesetz vor, dass man trotz voller Erwerbsminderung jedenfalls bis zu 3 Stunden arbeiten kann. Ein Widerspruch ist demzufolge nicht gegeben.

Gem. § 96a SGB VI ist ein Hinzuverdienst auf die Rente anzurechnen. Für die Grenze des Zuverdienst im Falle des Bezuges einer Rente wegen voller Erwerbsminderung gilt § 96a Abs.2 Nr.2 und 3 SGB VI. Danach gilt seit dem 01.01.2008 bei Bezug einer vollen Erwerbsminderungsrente sogar eine Hinzuverdienstgrenze von EUR 400,00. Da Sie schreiben, dass Ihre Rente mit Abschlägen gezahlt wird, ist grundsätzlich sogar ein höherer Hinzuverdienst denkbar.

Festzuhalten bleibt jedoch, dass Sie jedenfalls bis zu EUR 400,00 hinzuverdienen dürfen, ohne dass Ihnen die Rente gekürzt wird.


Ich hoffe Ihnen einen ersten Überblick gegeben zu haben und stehe Ihnen gerne weiterführend, insbesondere im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion, zur Verfügung.

Abschließend möchte ich Sie noch auf Folgendes hinzuweisen: Bei der vorliegenden Antwort, welche ausschließlich auf Ihren Angaben basiert, handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.



Mit freundlichen Grüßen

Doreen Krüger
Rechtsanwältin


ANTWORT VON
Rechtsanwältin Doreen Bastian
Hamburg

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