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28.12.2009 11:48 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hier kurz der Sachverhalt:
Ich bin Teamleiterin in einer Reinigungsfirma und werde seit 1 1/2 Jahren von meiner Stellvertreterin, die aber immer behauptet, es nicht auf meinen Job abgesehen zu haben, gemoppt. Sie lästert ständig über mich, macht mich dauernd schlecht, stichelt alle gegen mich auf und mich gegen alle Mitarbeiter usw. (kann ich natürlich nicht beweisen ausser durch meine Aussage). Sie hat da schon Erfahrungen und genug Vorgängerinnen von mir aus der Firma gemoppt. Am Anfang habe ich versucht, um mit ihr gut auszukommen und gut zusammenarbeiten zu können ihr alles recht zu machen, da sie schon länger in der firma ist. Bei ihr ging es immer nur: die ist schon wieder krank, die simuliert bestimmt, dagegen mußt du was unternehmen, also unternahm ich was: Abmahnung. / die putzt schlecht (meine Stellvertreterin konnte sie nicht leiden), also unternahm ich was: Abmahnung usw. Bis mich alle hassten.
Irgendwann hatte ich darauf keine Lust mehr, denn ich bin doch der Chef.Ich habe ihr mehrmals, um endlich meine Ruhe und keinen Nerventerror mehr zu haben, meinen Job angeboten. Den will sie aber nicht, das ist ihr zu viel Verantwortung, wie sie sagt, sie redet sich auch aus allem heraus, verdreht alles zu ihren Gunsten und jeglichen Ärger mit den Kunden bekomme ich ab. Seit dem ich "NEIN" sage, ist alles noch schlimmer geworden. Jetzt kurz vor Weihnachten habe ich allen meinen Mut zusammengenommen und alle meine Mitarbeiter, ausser sie und ihre beste Freundin zu einer Aussprache eingeladen, es kamen auch alle und es stellte sich heraus, das jeder so seine eigenen Erfahrungen (meist negativ) mit ihr hat. (Hätte ich diese Aussprache bloß schon mal früher gemacht, ich hätte einige Nerven gespart.) Einige kannten auch die rausgemoppten Vorgängerinnen und haben das live miterlebt und eigentlich kann man sagen schon Angst vor ihr.
Jetzt weiß ich, wie jeder darüber denkt und alle stehen hinter mir.

Und jetzt, worum es eigentlich geht:
Kann ich eigentlich etwas gegen sie unternehmen, wenn alle Mitarbeiter (ausser sie und Freundin) hinter mir stehen. Sie sagten und meinten, weil ich schon so weit bin: wenn ich gehe, gehen sie auch. (Ich bin nämlich eigentlich, ich zitiere:"eine recht liebe Chefin, wenn meine Stellvertreterin Urlaub oder frei hat" und alle arbeiten laut eigenen Worten gern mit mir zusammen. Wenn ich mir von all diesen Mitarbeiten schriftlich bestätigen lassen würde, das sie unseren Betriebsfrieden durch ihre Lästereien, Sticheleien und das gegeneinander ausgespielen, immens stört und Unruhe stiftet, hätte ich denn dann eine Chance sie fristgerecht oder wie auch immer von unserem Arbeitgeber kündigen zu lassen?
28.12.2009 | 13:06

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen aufgrund des geschilderten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

Eine Kündigung Ihrer Stellvertreterin ist nur durch Ihren Arbeitgeber möglich. Sie selbst können Ihrem Arbeitgeber zwar eine Kündigung der Mitarbeiterin vorschlagen, ob der diesem Wunsch nachkommt, ist natürlich fraglich. Eine fristgerechte Kündigung durch den Arbeitgeber kann auf verhaltensbedingte Gründe gestützt werden, die in einem Kündigungsschutzprozess gegen ihn jedoch bewiesen werden müssten. Zunächst ist Ihr Arbeitgeber aber verpflichtet, das Gespräch mit allen Beteiligten zu suchen, auch wenn Sie und weitere Mitarbeiter mit Kündigung drohen. In Ausnahmefällen ist auch eine Druckkündigung möglich. Eine solche liegt dann vor, wenn der Arbeitgeber zunächst keine Kündigung beabsichtigt, er jedoch dem Druck der Belegschaft folgt. Üblicherweise wird eine Druckkündigung aber nur erfolgen, wenn schwere wirtschaftliche Schäden für den Arbeitgeber zu erwarten sind oder auch nach Ausschöpfung sämtlicher Möglichkeiten (Versetzung etc.) der Druck seitens der Belegschaft nicht nachlässt. Von der Rechtsprechung werden hohe Anforderungen an die Wirksamkeit einer Druckkündigung gestellt, sodass Ihr Arbeitgeber diesbezüglich wohl eher zurückhaltend reagieren wird.

Als Arbeitnehmerin steht Ihnen ein Zurückbehaltungsrecht nach § 273 BGB an der Ausübung Ihrer Arbeitsleistung zu, wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen gegenüber Schutz- und/oder Fürsorgepflichten verletzt. Es kann auch ein Schadensersatzanspruch nach § 628 II BGB gegen Ihren Arbeitgeber bestehen, sog. Auflösungsschaden. Voraussetzung hierfür wäre eine Kündigung Ihrerseits. Es würde dann der Schaden ersetzt werden, der Ihnen wegen der Vertragsauflösung entstanden ist. Unter Umständen steht Ihnen bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen ein Anspruch auf Schmerzensgeld zu, wenn durch das Verhalten eines anderen Arbeitnehmers eine Verletzung der Persönlichkeit beim gemobbten Arbeitnehmer oder ein körperlicher Schaden eingetreten ist. Der Anspruch auf Schmerzensgeld setzt jedoch voraus, dass der Arbeitgeber für den mobbenden Arbeitnehmer verantwortlich ist, das heißt, es muss eine sorgfältige Auswahl und Überwachung des Arbeitnehmers stattgefunden haben (LAG Thüringen 5. Kammer, Urteil vom 15.02.2000, 5 Sa 102/2000).

Ich rate Ihnen, ein Mobbingtagebuch zu führen, in welchem das Fehlverhalten Ihrer Stellvertreterin mit Datum, Uhrzeit, Art und Weise des Verhaltens, Anwesenheit von Zeugen etc. festgehalten wird. Auch die durch dieses Fehlverhalten ausgelösten Emotionen sollten dokumentiert werden.

Eine außerordentliche, also fristlose Kündigung ist nur wirksam, wenn ein wichtiger Grund vorliegt und die Weiterbeschäftigung der Mitarbeiterin bis zum Ablauf der Frist für eine ordentliche Kündigung nicht zumutbar ist, § 626 BGB. Dies ist im Einzelfall anhand der konkreten Umstände abzuwägen Die außerordentliche Kündigung eines Arbeitsverhältnisses ist bei Mobbingfällen dann gerechtfertigt, wenn dadurch das allgemeine Persönlichkeitsrecht, die Ehre oder die Gesundheit des Mobbingopfers in schwerwiegender Weise verletzt werden.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Ihr Arbeitgeber verpflichtet ist, zu handeln und einzugreifen, um Sie und Ihre Kolleginnen vor weiteren Mobbingversuchen zu schützen.

Bei meiner Antwort habe ich vorausgesetzt, dass Sie keine leitende Angestellte im Sinne des § 5 III BetrVG sind, sondern Angestellte in leitender Funktion.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort zunächst weiter geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Marion Deinzer
(Rechtsanwältin)
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Bitte beachten Sie, dass diese Plattform lediglich zur ersten rechtlichen Orientierung dient und eine ausführliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann. Es ist nur eine überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems aufgrund Ihrer Angaben zum Sachverhalt möglich. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Angaben zum Sachverhalt kann sich eine andere rechtliche Bewertung ergeben.


Rechtsanwältin Marion Deinzer

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