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doppelte Haushaltsführung


09.12.2008 17:56 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Eltern haben mir vor ca. 10 Jahren ihr Eigenheim überschrieben (mit Nießbrauch zu Gunsten meiner Eltern); ich bin Eigentümer der Immobilie.

Mein Arbeitsort liegt ca. 100 km von meinem Wohnort (Eigenheim Eltern) entfernt. Dort habe ich eine eigene Wohnung. Anfang 2008 bin ich innerhalb des Arbeitsortes umgezogen.

Die Wochenenden verbringe ich zu Hause bei meinen Eltern. Ich wohne mit ihnen zusammen in dem Haus (mein Eigentum). Wir bilden meiner Meinung nach sozusagen eine WG.

Seit einigen Jahren mache ich die doppelte Haushaltsführung geltend, da ich meinen Erstwohnsitz am Ort des Eigenheims führe. Auch ist meiner Meinung nach dort Lebensmittelpunkt. Ich verbringe regelmäßig die Wochenenden "zu Hause".

Aufgrund meiner Einkommensteuererklärung 2007 stellt das Finanzamt die doppelte Haushaltsführung in Frage.

Das Finanzamt ist der Meinung, dass sich mein Lebensmittelpunkt am Arbeitsort befindet. Ebenfalls "bemängeln" sie dem Umstand, dass ich mit meinen Eltern zusammen wohne und unterstellen mir keinen eigenen Haushalt. Im Überlassungsvertrag ist geregelt, dass der "Grundbesitz mit allen damit verbundenen Rechten und Bestandteilen und mit dem gesetzlichen Zubehör" in mein Alleineigentum übergeht.

Zudem stellt mir das Finanzamt die Frage, warum mein PKW auf meinen Arbeitsort zugelassen ist. Dies habe ich aber nur gemacht, da ich meinen Zweitwohnsitz am Arbeitsort angemeldet habe und ich davon ausgegangen bin, dass ich dort mein Auto anmelden muss. Zudem gehe ich davon aus, dass es mein Arbeitgeber das so möchte.

Wie kann ich dem Finanzamt gegenüber argumentieren, dass die doppelte Haushaltsführung gerechtfertigt ist? Hilft es evtl,. dass ich einen Teil der Nebenkosten des Eigenheimes (was mich betrifft) bezahlt habe?
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen gerne wie folgt beantworten möchte:

Eine doppelte Haushaltsführung ist unter den folgenden Voraussetzungen gegeben:
1. Unterhalten eines eigenen Hausstands
2. Lebensmittelpunkt am Ort des eigenen Hausstands
3. Zusätzliche Wohnung am auswärtigen Beschäftigungsortes
4. Berufliche Veranlassung der doppelten Haushaltsführung

zu 1.: Eigener Hausstand
Das Unterhalten eines eigenen Hausstandes wird anerkannt, wenn der Arbeitsnehmer eine eigene Wohnung hat, die er aus einem eigenen Recht, wie z.B. einem Mietvertrag, nutzen kann.
Problematisch kann es sein, wenn es sich bei dem Arbeitnehmer um ein Kind handelt, welches noch bei seinen Eltern wohnt. Dann wird zum Teil nur dann ein eigener Hausstand anerkannt, wenn das Kind die Führung des Haushaltes wesentlich bestimmen kann oder z.B. nicht lediglich nur das "Jugendzimmer" bewohnt, sondern auch über eine eigene Koch- und Waschgelegenheit verfügt.

Die Frage ist daher, ob Sie in Ihrem Haus noch über einen eigenen Hausstand verfügen und darüber verfügt haben, als Sie den doppelten Hausstand begründet haben.

Als Argument lässt sich auf jeden Fall anführen, dass Sie die auf Sie entfallenden Nebenkosten selbst tragen. Ansonsten müssten Sie darstellen, inwieweit Sie selbst die Haushaltsführung bestimmen, wenn Sie das Wochenende dort verbringen, bzw. auch während der Woche auch darauf Einfluss nehmen. Sollten Sie über eigene Räume, evtl. auch ein eigenes Bad o.ä. verfügen, sollten Sie dies darlegen.

zu 2.: Lebensmittelpunkt
Für die Frage des Lebensmittelpunktes wird unterschieden zwischen Arbeitnehmern mit Familie und ohne Familie. Ich gehe aufgrund Ihrer Angaben davon aus, dass Sie keine Familie haben und damit nicht über eine sogenannte Familienwohnung verfügen.

Dann befindet sich der Lebensmittelpunkt an dem Ort, zu dem die engeren persönlichen Beziehungen bestehen.
Dazu zählen auch die Beziehungen zu den Eltern, sowie zu anderen Verwandten.
Ansonsten können Sie Ihre Beziehungen z.B durch Mitgliedschaften in Vereinen darlegen oder durch weitere Aktivitäten, die Sie an Ihrer "Heimanschrift" tätigen.
Insoweit müssten Sie solche neben der Arbeit liegenden Umstände darlegen, die Sie an Ihrer "Heimanschrift" tätigen und unterhalten. Dazu kann auch der Freundeskreis und Bekanntenkreis zählen.

zu 3.: Wohnung am Arbeitsort
Dies ist bei Ihnen ja auch nach Ansicht des Finanzamtes gegeben.

zu 4.: Berufliche Veranlassung
Die Aufnahme der am Arbeitsort befindlichen Wohnung muss beruflich veranlasst gewesen sein. Dies scheint das Finanzamt nach Ihren Angaben ja auch nicht in Frage gestellt zu haben.

Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, ist eine doppelte Haushaltsführung in der Regel anzuerkennen.

Zulassung des KFZ am Zweitwohnsitz:
In aller Regel wäre es einfacher gewesen, den ersten Hausstand zu begründen, wenn auch Ihr KFZ am Erstwohnsitz zugelassen wäre.

Als Argumentationshilfe fällt mir aber dazu folgendes ein:
Evtl. sind die Versicherungen für das KFZ an Ihrem Zweitwohnsitz deutlich günstiger gewesen als an Ihrem Erstwohnsitz. Oder Sie haben am Zweitwohnsitz die Möglichkeit sogenannte Anwohnerparkplätze zu haben und die Stadt teilt diese nur denjenigen zu, die das KFZ auch dort zugelassen haben.
Wenn Ihr Arbeitgeber die Zulassung des KFZ an dem Ort wünscht, könnten Sie sich dies auch von dem Arbeitgeber bestätigen lassen. Sie hatten angegeben, dass Sie davon ausgehen, dass Ihre Arbeitgeber dies wünschen würde.

Ich hoffe, Ihnen einige Argumentationshilfen gegeben zu haben.
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