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dilettantische Arbeit, was muss ich max. zahlen.


27.08.2006 15:11 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo.

Über My-Hammer.de habe ich die Aufgabe meinen Stellplatz pflastern zu lassen "versteigert". Folgend mein damaliger Anzeigentext:

Auftragsbeschreibung:
Ein PKW Stellplatz etwa 18qm soll gepflastert werden. Der restliche Hof ist bereits gepflastert (Rechteckplaster).
Einige Rechteckpflastersteine (vielleicht ein drittel der benötigten Menge) sind noch vorhanden und sollen mit verwendet werden.
Wir erwarten ein komplett Angebot inkl. Beseitigung des Aushubs.
Vor Ort Besichtigung erwünscht!
Der Ausführungstermin ist flexibel, da richten wir uns nach dem AN. Die Durchführung sollte dann aber "am Stück" erfolgen.

--------

Ein Handwerkers Firma, die HeMa gbr schaute sich den Stellplatz an und gab ein Angebot in Höhe von 580€ ab.
Diese gbr ist zwar auf Fliesenarbeiten spezialisiert, sie pflastern wohl auch öffters... Auftragsnehmer wird folgend kurz HeMa genannt.

Freitag 18.8. nahmen HeMa die Arbeit auf, musste aber erstmal Werkzeug kaufen gehen. Vormittags kam die von HeMa bestellte Lieferung mit Pflastersteinen und Splitt. Der angeblich von HeMa bestellte Container zur Entsorgung des Aushub kam nicht. Der Aushub wurde auf einem Stellplatz, der Gemeinschaftseigentum ist zwischengelagert. Abends kam ich von der Arbeit, HeMa war mit dem Stellplatz etwa halb fertig und wollte Sammstags weiter machen. Ein Nachbar warnte mich, dass der Lastwagen nur die Pflastersteine abgeliefert hätte, Splitt wurde keiner abgeladen. Ich fragte HeMa nach dem Splitt (der zur Fachgerechten Plasterung unbedingt notwendig ist). HeMa wiedersprach den Aussagen meines Nachbarn, durchaus wäre genügend Splitt geliefert worden, HeMa zeigte mir sogar die Original Lieferscheine des Lieferanten vom Vormittag.

Samstag machte HeMa zwar weiter, musste aber Mittags einsehen, dass sie den Stellplatz nicht hinbekommen. Sie hätten wohl zuwenig Splitt geordert. Sie wollten mir nur die Plastersteine, die Arbeitszeit für den Aushub und die Entsorgung des Aushubs in Rechnung stellen. Die Kosten sollten sich auf rund 450€ belaufen. Eine Nachbesserung hielt HeMa nicht für sinnvoll.
HeMa bereute, das Angebot überhaupt angenommen zu haben.

Montags rief ich beim Lieferanter an, der laut HeMa angeblich auch Splitt geliefert hätte. Der Lieferant faxte mir die Lieferscheine zu, das erste Blatt war das, was mir HeMa Freitag Abends zeigte (Steine + Splitt, 350€). Das zweite Blatt zeigte, dass der Splitt zurück ging. Er wurde von HeMa am freitag stoniert.

Habe daraufhin Hema angerufen und zur Rede gestellt, HeMa redet sich raus, sie hätten angeblich nie behauptet Splitt verarbeitet zu haben. Sie hätten nur den auf dem Stellplatz vorhandenen Splitt verwendet (kleine Restmenge lag noch von früheren Pflaserarbeiten rum). Das hätte HeMa mir aber angeblich bereits am Freitag mitgeteilt. Dies stimmt aber nicht.

Nach unserem Telefonat ist HeMa nicht mehr bereit, mit mir weiterzuarbeiten. Den Aushub holten sie auch nicht ab, der Temin dazu verstrich ohne Absage. HeMa verlangt nun, dass ich ihnen 330€ für Pflastersteine und Aushubarbeiten zahle, die Entsorgung des Aushubs wäre jetzt meine Aufgabe.

Ich widersprach dem und setzte schriftlich eine Frist bis nächsten Dienstag den Aushub (etwa 2 Tonnen Bauschutt) abzuholen.
Diese Frist scheint HeMa zu ignorieren. Das ist aus Mailverkehr mit HeMa zu erkennen.

Nun meine Frage, was muss ich der HeMa zahlen? der Stellplatz sieht auch für einen Laien furchtbar aus, total krumm und schief, etwa 20 Pflastersteine fehlen noch, Randsteine wurden nicht geschnitten, stattdessen wurde der Rand mit Schotter gefüllt.
Der Bauschutt liegt daneben, den muss ich wohl selber entsorgen. Dies bedeutet Container bestellen und einen Tag schüppen.

Dummerweise habe ich vorschnell zu milde reagiert und HeMa Angeboten, den Bauschutt selber zu entsorgen, die Entsorgungskosten aber von der Rechnung abzuziehen.

Ich sehe dies mitlerweile anders und will sowenig zahlen wie möglich. Immerhin lässt mich HeMa nach sehr schlechter Arbeit auch noch mit einem großen Haufen Bauschutt links liegen.
Was muß ich zahlen.

Zur weiteren Info, die Pflastersteine kosten 239€, die Aushubarbeiten wurden mit 65€ angesetzt. Die Entsorgung schätzte HeMa ursprünglich auf 56€ ein.

mit freundlichem Gruß

Martin Gerhartz
27.08.2006 | 15:43

Antwort

von


461 Bewertungen
Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, diese möchte ich an Hand Ihrer Angaben summarisch wie folgt beantworten:

Nachdem das Werk des Werkvertrages mangelhaft (§ 633 BGB) ist, stehen Ihnen die Rechte des § 634 BGB zu:

Ist das Werk mangelhaft, kann der Besteller, wenn die Voraussetzungen der folgenden Vorschriften vorliegen und soweit nicht ein anderes bestimmt ist,
1. nach § 635 Nacherfüllung verlangen,

2. nach § 637 den Mangel selbst beseitigen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen,
3. nach den §§ 636, 323 und 326 Abs. 5 von dem Vertrag zurücktreten oder nach § 638 die Vergütung mindern und
4. nach den §§ 636, 280, 281, 283 und 311a Schadensersatz oder nach § 284 Ersatz vergeblicher Aufwendungen verlangen.


Nachdem eine Nacherfüllung verweigert wurde, dürfte in Ihrem Fall am sinnvollsten sein, das Werk anderweitig fertig stellen zu lassen und diese Kosten als Ersatz von dem Gesamtbetrag abzuziehen. So stellen Sie sicher, dass Sie nicht mehr zahlen, wenn die Fertigstellung teurer als z. B. eine Minderung wäre. Daher hängt der zu zahlende Betrag davon ab, was es kostet, die restlichen Arbeiten incl. Entsorgung durchzuführen.

Ich hoffe, Ihren einen hilfreichen ersten Überblick verschafft zu haben. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich recht herzlich. Für Rückfragen und die weitere Interessenvertretung stehe ich gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen


Stefan Steininger
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Stefan Steininger

Nachfrage vom Fragesteller 27.08.2006 | 21:16

Sehr geehrter Herr Steininger.

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Meine Nachfrage lautet:
Ich habe HeMa voreilig schriftlich ein zu sehr entgegenkommendes Angebot gemacht. Ist dies Problematisch, oder kann ich als privatperson meine Meinung nachträglich nochmal ändern?

Wäre es auch möglich, dass ich dem Handwerker meine Entsorgungskosten von seiner Rechnung abziehe, obwohl damit die überwiesene Summe weniger als der Wert der gelieferten Pflastersteine betragen würde?

Vielen Dank,

Mit freundlichem Gruß
Martin Gerhartz

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.08.2006 | 21:32

Letztendlich kommt es bei der Zusage der Übernahme auf die Details an. Natürlich können Sie damit nur die Ankündigung der geschilderten gesetzlichen Möglichkeiten vorgenommen haben.
Immerhin haben Sie angekündigt, die Kosten anzuziehen und damit den Ersatz zu verlangen.
Dies dürfte jedoch in soweit Wirkung entfalten, als dass Sie nunmehr nicht mehr Erfüllung der Entsorgung verlangen können. Hier denke ich, dass Sie sich an dieser Erklärung festhalten lassen müssen.
Es ist durchaus möglich, dass die Nachbesserung so viel kostet, dass ein geringerer Betrag als die Materialkosten übrig bleibt – insbesondere, wenn der Anbieter sich (wie hier zu vermuten) verkalkuliert hatte.

ANTWORT VON

Murr

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