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car allowance, zweitwohnsitz und freibetrag


28.11.2008 23:22 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Guten Tag,

ich fange im nächsten Jahr einen neuen Job an. Dort gibt es keinen Firmenwagen mehr, sondern eine Car allowance über 1.300,- euro.

davon muss ich alles bezahlen; das auto, sprit, steuern, reifen, etc... einfach alles. Ich führe fahrtenbuch und werde ca. 50.000km im jahr beruflich fahren.

Aussage AG; Die 1300,- pro Monat in die Lohnsteuerkarte eintragen und dann bekomme ich es brutto für netto.

stimmt das?

Ferner muss ich umziehen, 240km vom hauptwohnsitz entfernt. ich beziehe ein möbliertes apartment für ca. 600,- euro als zweitwohnsitz in der nähe meines arbeitgebers.

diese 7200 Mietbelastung (600x12) will ich auch auf als freibetrag eintragen

hinzu kommen noch die fahrten nach hause, 250km x 0,30 x 4 Wochen x 10 Monate = 3000,.

Das macht dann mit der car allowance, Miete Zweitwohnung und Fahrten nach Hause einen Freibetrag von 26.200,- Euro.

Ist das so richtig / realistisch / überhaupt möglich?

Fehlt noch etwas? Gedankenfehler?

Vielen Dank.
Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst danke ich für Ihre Anfrage, die ich im Folgenden gerne beantworte.

die mit Ihrem Arbeitgeber vereinbarte Car-Allowance ist steuerrechtlich unbeachtlich und stellt zunächst Arbeitslohn dar. Die tatsächlich beruflich gefahrenen Kilometer sind dagegen Werbungskosten und können grundsätzlich mit EUR 0,3/km – auch bereits über einen Freibetrag - in Ansatz gebracht werden. Bei Ihrer prognsotizierten beruflichen Fahrleistung wären dies etwa EUR 1.250/Monat.

Grundsätzlich können Sie sich alle Werbungskosten – und damit auch die Kosten für die Anmietung der Wohnung - als Freibetrag eintragen lassen. Problematisch könnten allerdings die Aufwendungen für die Heimfahrten werden, da diese seit 2007 nicht mehr Werbungskosten darstellen, sondern lediglich ‚als solche zu behandeln sind’. Mir ist nicht bekannt, inwieweit sich dies in Bezug auf die Eintragung des diesbezüglichen Freibetrags ausgewirkt hat. Sie sollten es auf jeden Fall aber beantragen.

Ihrer Kalkulation erscheint mir richtig zu sein, vorausgesetzt die Wohnung am Beschäftigungsort hat nicht mehr als 60 qm und wird zu einem ortsüblichen Preis angemietet.

Des Weiteren können Sie für die ersten 3 Monate Ihrer neuen Tätigkeit - auch bei doppelter Haushaltsführung – die für Dienstreisen geltenden Verpflegungspauschbeträge geltend machen. Diese betragen für einen Tag, an dem Sie sich 24 Stunden am Beschäftigungsort aufhalten, EUR 24,-. Für An- und Abreisetage gelten verminderte Sätze.

Bitte benutzen Sie bei Unklarheiten die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 29.11.2008 | 00:35

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

zur car allowance - ich kann also NUR Kilometer anrechnen lassen, der Rest nicht? Ich werden den Wagen über 42 Monate finanzieren/leasen und monatlich 820,- inkl. MwSt. bezahlen. Hinzu kommen ja noch Reifen, Inspektionen etc..

Das wäre egal, also nur pro km mit 0.30, richtig? Oder ist die Rate auch als Freibetrag (oder ein Teil davon) eintragbar?

Wenn ich jetzt die 250 km nach Haue fahre - sind das dann private Fahrten, die ich auch versteuern muss, oder sind das dienstliche Fahrten? Das heißt, ich bekomme auf der einen Seite 0,30 pro km, auf der anderen Seite muss ich diese km wieder versteuern, richtig?

Nochmals vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.11.2008 | 15:04

Sehr geehrter Fragesteller,

der steuerliche Ansatz Ihrer dienstlichen Fahrten kann pauschal mit EUR 0,3/km (damit sind dann alle durch das Fahrzeug verursachten Kosten abgegolten) oder individuell ermittelt werden. Bei einer individuellen Ermittlung sind über einen Zeitraum von 12 Monaten alle Kosten aufzuzeichnen und dann in Kosten pro gefahrener Kilometer umzurechnen. In der Regel ist aber bei sehr hohen Fahrleistungen der pauschale km-Satz grundsätzlich günstiger. Etwas anderes mag in Jahren mit sehr hohen Unterhaltungs-/Instandsetzungsaufwendungen gelten.

Da sie aber jedenfalls bei (erstmaliger) Beantragung des Freibetrages den individuellen km-Satz des Fahrzeugs noch nicht kennen können, kommt hier nur der Ansatz des pauschalen Kilometersatzes in Betracht. Damit sind – wie gesagt – alle durch das Fahrzeug verursachten Kosten enthalten.

Die Heimfahrten sind aus steuerlicher Sicht private Fahrten, da die Arbeit erst ‚am Werkstor’ beginnt. Sie zählen damit nicht zu den dienstlichen Fahrten und sind daher – wie auch in Ihrer Rechnung - gesondert zu erfassen.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage hiermit beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt

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