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anwalt verklagen


01.09.2007 10:59 |
Preis: ***,00 € |

Datenschutzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter



es handelt sich um einen fall aus dem wirtschaftsrecht.

mein anwalt lehnte das mandat aufgrund von interessenkonflikten ab und leitete vertrauliche unterlagen an "befreundete anwälte weiter" mit dem kommentar wir sollten uns an diese wenden.

wir haben der weiterleitung des materials NICHT ZUGESTIMMT.

wie ist die rechtslage?
Sehr geehrter Fragender,

Rechtsanwälte müssen bei Interessenkollision Mandate ablehnen.
Sicherlich hat Ihr Rechtsanwalt es gut gemeint, dass er Sie in "gute Hände" weitervermitteln wollte.

Allerdings ist es richtig, dass er die Unterlagen nicht gegen Ihren Willen hätte weiterleiten dürfen.

Sie haben diesbezüglich einen Unterlassungsanspruch, weshalb Sie den Anwalt zunächst mit Fristsetzung auffordern sollten, die Unterlagen sofort herauszugeben. Antwortet er nicht, können Sie eine einstweilige Verfügung gerichtliche erlangen.

Sie können den Rechtsanwalt jedoch nur auf Schadensersatz verklagen, wenn Ihnen dadurch ein Schaden auch tatsächlich entstanden ist - diesen müssen Sie konkret nachweisen.
Auch die anderen Anwälte unterliegen der Schweigepflicht, sodass keine Informationen nach außen dringen werden, weshalb wohl kaum ein Schaden nachweisbar wäre.
Das Verhalten war sicherlich falsch, aber ich denke, dass eine Klage auf Schadensersatz keine Aussicht auf Erfolg hätte.

Das Verhalten könnte neben dem Unterlassungsanspruch auch berufsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, doch sollten Sie - bevor Sie irgendwelche Schritte einleiten - prüfen, ob der Anwalt Ihnen nicht nur helfen wollte und wohl nicht vorsätzlich mit Schädigungsabsicht gehandelt hat.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. C. Seiter





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