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Zweitwohnsitz für Scheidungskinder


27.07.2017 23:28 |
Preis: 60,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich bin seit wenigen Jahren geschieden. Wir hatten 3 Kinder alle noch minderjährig. Die Kinder sind angemeldet bei der Mutter. Sorgerecht ist geteilt und die Kinder wechseln Zwischen unseren Haushalten : 8Tage bei der Mutter, 6 bei mir, es gibt Abweichungen aber in der Regel bleiben wir dabei. Ferien/Ulraub teilen wir auch wobei da auch Großeltern mitmachen.
Ich bezahle an die Mutter für die Kinder die laut D.dorf Tabelle berechnete Unterhaltskosten. Die Mutter ist wieder verheiratet.

Das Problem entsteht bei Einkommensteuer. Es scheint dass um die Kinderbetreuungskosten geltend machen zu können, muss ich die Kinder bei mir anmelden.
Ich will wissen ob ich das machen darf und wenn ja ob es reicht (mit 8/6Tage Regelung) um die Kinderbetreuungskosten steuerlich geltend zu machen.

MfG
28.07.2017 | 00:53

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

der Bundesfinanzhof hat entschieden, daß zwar in der Regel das Kind auch bei gemeinsamem Sorgerecht dem Haushalt zuzuordnen ist, „in dem es sich überwiegend aufhält und wo sich der Mittelpunkt seines Lebens befindet. In Ausnahmefällen kann jedoch auch eine gleichzeitige Zugehörigkeit zu den Haushalten beider Elternteile bestehen, wenn das Kind tatsächlich zeitweise beim Vater und zeitweise bei der Mutter lebt und nach den tatsächlichen Umständen des einzelnen Falles als in beide Haushalte eingegliedert anzusehen ist." (Bundesfinanzhof, Urteil vom 14.04.1999 - X R 11/97)

In diesem Zusammenhang ist eine Verwaltungsanweisung des Bundesfinanzministeriums ergangen (BMF, 19.1.2007, IV C 4 - S 2221 - 2/07), in der es u. a. heißt:

„Bei nicht zusammenlebenden Elternteilen ist grundsätzlich die Meldung des Kindes maßgebend. Gleichwohl kann ein Kind ausnahmsweise zum Haushalt eines Elternteils gehören, bei dem es nicht gemeldet ist, wenn der Steuerpflichtige dies nachweist oder glaubhaft macht. In Ausnahmefällen kann ein Kind auch zu den Haushalten beider getrennt lebender Elternteile gehören."

„Zum Abzug von Kinderbetreuungskosten ist grundsätzlich nur der Elternteil berechtigt, der die Aufwendungen getragen hat und zu dessen Haushalt das Kind gehört. Trifft dies auf beide Elternteile zu, kann jeder seine tatsächlichen Aufwendungen grundsätzlich nur bis zur Höhe des hälftigen Abzugshöchstbetrags geltend machen. Etwas anderes gilt […] wenn gegenüber dem Finanzamt eine einvernehmliche andere Aufteilung angezeigt wurde."

Das bedeutet für Sie, daß die Anmeldung der Kinder nicht unbedingt erforderlich ist, wenn Sie dem Finanzamt nachweisen oder glaubhaft machen können, daß die Kinder an 6 von 14 Tagen bei Ihnen leben. Allerdings können Sie lediglich den hälftigen Abzugshöchstbetrag geltend machen, wenn Sie sich nicht mit der Kindesmutter anderweitig einigen sollten und diese Einigung dem Finanzamt mitteilen.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Auskünften gedient zu haben und weise darauf hin, daß diese auf Ihren Angaben beruhen. Bereits geringfügige Abweichungen des Sachverhalts können zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen.

Nutzen Sie im Zweifelsfall gern die kostenlose Nachfragefunktion!

Mit freundlichen Grüßen

Vasel
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 04.08.2017 | 14:46

Danke für ihre Antwort.
Leider habe ich meine Zweifel nicht los.
'Ohne Anmeldung die Kinderbetreuungskosten steuerlich berücksichtigen zu können' geht leider nicht. ich habe das schon in 2015 probiert. Finanzamt hat das damals nicht akzeptiert. In 2016 habe ich deshalb einen Steuerberater beantragt. Finanzamt hat das auch nicht akzeptiert aber diesmal habe ich eine Erklärung bekommen die durch Steuerberater übersetzt, habe ich so verstanden: ich muss die Kinder anmelden um Betreuungskosten von Steuer absetzen zu können. Da die Kinder wie schon gesagt gemeinsam betreut werden denke ich dass ich den Anspruch darauf habe. Ich weiß nicht nur welche andere durch meine Unwissenheit nicht vorhersehbare Konsequenzen das haben konnte. Muss ich zB die Mutter darüber in voraus informieren? Kann sie Zustimmung in irgendwelche Weise verweigern?

MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.08.2017 | 21:16

Sehr geehrter Fragesteller,

wenn sich Ihr Finanzamt querstellt und eine Anmeldung der Kinder verlangt, sollten Sie – wenn Sie die Sache nicht im Einspruchswege weiterverfolgen wollen – die Kinder eben anmelden.

Die Kindesmutter müssen Sie darüber nicht informieren, ihre Zustimmung könnte sie nicht verweigern. Um die Sache zu beschleunigen und zu vereinfachen, sollte die Kindesmutter allerdings am besten eine schriftliche Erklärung zur Vorlage beim Finanzamt unterschreiben, des Inhalts, daß die Kinderbetreuung unter Ihnen beiden nach dem Schema: Mutter: 8/14, Vater: 6/14 aufgeteilt ist.

Mit freundlichen Grüßen

Vasel
Rechtsanwalt

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