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Zweitstudium mit Ende 30 - wie entkomme ich der privaten KV?


| 24.12.2012 11:17 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht





Ich (ledig, 39 Jahre) bin seit sieben Jahren privat krankenversichert (Angestelltenverhältnis; Jahreseinkommen über Versicherungspflichtgrenze) und möchte nun nach reiflicher Überlegung meinen bisherigen Job aufgeben und ein Zweitstudium (Vollzeit) beginnen. Nun stellt sich für mich die alles entscheidende Frage, ob und wenn ja wie ich aus der privaten KV zumindest für die Zeit meines Studiums wieder herauskomme. Für einen Studententarif bin ich nach Angaben meiner KV zu alt (älter als 34), ich müsste daher auch während des Studiums weiterhin meinen regulären Beitrag bezahlen (monatlich ca. 700 EUR) – was ohne entsprechendes Einkommen nicht machbar ist.
Gibt es Ihrer Einschätzung nach eine Möglichkeit, um unter den oben beschriebenen Umständen wieder gesetzlich krankenversichert zu werden?

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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für die Anfrage. Vorweg möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass dieses Forum dafür gedacht ist, einen ersten Eindruck zu der Rechtslage zu vermitteln. Durch Weglassen oder Hinzufügen von wesentlichen Teilen des Sachverhalts kann es durchaus zu einer anderen rechtlichen Beurteilung kommen.

Nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V sind Studenten in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert, die an staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen eingeschrieben sind, unabhängig davon, ob sie ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland haben, wenn für sie auf Grund über- oder zwischenstaatlichen Rechts kein Anspruch auf Sachleistungen besteht, bis zum Abschluß des vierzehnten Fachsemesters, längstens bis zur Vollendung des dreißigsten Lebensjahres; Studenten nach Abschluß des vierzehnten Fachsemesters oder nach Vollendung des dreißigsten Lebensjahres sind nur versicherungspflichtig, wenn die Art der Ausbildung oder familiäre sowie persönliche Gründe, insbesondere der Erwerb der Zugangsvoraussetzungen in einer Ausbildungsstätte des Zweiten Bildungswegs, die Überschreitung der Altersgrenze oder eine längere Fachstudienzeit rechtfertigen.

Da Sie das dreißigste Lebensjahr überschritten haben, käme eine Pflichtversicherung nur noch in Betracht, wenn die späte Zweitausbildung nach obigen Gesichtspunkten zu rechtfertigen wäre. Ich gehe nach Ihren Angaben aber davon aus, dass dies nicht der Fall ist.

Eine Pflichtversicherung käme dann nur noch nach § 5 Abs. 1 Nr. 1 SGB V in Betracht, wenn Sie gegen Arbeitsentgelt beschäftigt wären, das die Grenze der Geringfügigkeit überschreiten würde, d.h. Sie müssten ab 2013 mindestens 450,01 € pro Monat verdienen. Dann wären Sie wieder automatisch in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert. Gegenüber der privaten Krankenversicherung bestünde dann ein Sonderkündigungsrecht.

Sonst hätten Sie nur noch die Möglichkeit der freiwilligen Versicherung nach § 9 Abs. 1 Nr. 1 SGB V. Diese würde aber neben dem Ausscheiden aus der Versicherungspflicht voraussetzen, dass Sie in den letzten fünf Jahren vor dem Ausscheiden mindestens vierundzwanzig Monate oder unmittelbar vor dem Ausscheiden ununterbrochen mindestens zwölf Monate versichert waren. Sie müssten also prüfen, ob Sie in den letzten 5 Jahren bevor Sie sich privat versichert haben, mindestens 24 Monate oder unmittelbar vor dem Ausscheiden mindestens 12 Monate pflichtversichert waren. Die Beiträge der freiwilligen Versicherung sind zwar höher als die der Krankenversicherung der Studenten, aber doch niedriger als Ihre 700,- € in der privaten Krankenversicherung.

Am günstigsten würde es für Sie aber werden, wenn Sie sich einen Nebenjob suchen, der über der Geringfügigkeitsgrenze von 450,- € (ab 2013) liegt.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Erfolg, frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!


Sollte Ihnen noch etwas unklar sein, dürfen Sie gerne die Nachfragemöglichkeit nutzen. Wenn Sie zufrieden sind, würde ich mich über eine positive Bewertung freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Yvonne Bellmann
Rechtsanwältin
Bewertung des Fragestellers 24.12.2012 | 14:01


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