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Zweiter Motorkomplettschaden in 12 Monaten


08.12.2014 13:08 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,
im September 2013 hatten wir bei unserem Skoda Roomster Diesel nach 77'km einen Motorkomplettschaden, über die Santander CarCare Zusatzversicherung wurden 70% der Materialkasten übernommen. Ein neuer Motor wurde eingebaut und Kosten für uns in Höhe von 2000€ entstanden. Eine Kulanz lehnte Skoda ab, da das Auto EZ 12/2008 ist und somit mit solchen Schäden wohl zu rechnen ist. Nun neuer Motor am 29.10.2014 befand sich Öl in der Kühlflüssigkeit - angeblich nur Zylinderkopf - dieser ist nun erneuert und dennoch tritt Öl aus. Nun erzählte man uns am Freitag es sind Risse im Motorblock, was wieder einen neuen Motor nötig macht. Berufsbedingt ist mein Mann in dem vergangenen Jahr 70' km gefahren - dennoch kann sich diesen Schaden niemand erklären. Die Werkstatt sagt , dass keine Garantie gilt, da wir zu weit über Inspektionstermin sind - 12.000km, was bei meinem Mann 6 Wochen bedeutet und wir können an Hand vieler Rechnungen nachweisen, dass wir ständig in der Werkstatt waren um das Auto in Stand zu halten. Was können wir machen? Selbst intakt wäre das Auto nur noch 4500€ Wert, schon jetzt stehen wieder Kosten in Höhe von 2000€ an - ein neuer Motor würden mit weiteren 6000-7000€ zu Buche schlagen. So etwas darf doch nicht passieren! Wir haben eine Rundherum Rechtschutz Advocard allerdings erst am 11.11.2014 abgeschlossen. Wir sind wirklich ratlos.
Sehr geehrte Ratsuchende,


sofern ein Eigenverschulden durch Bedienungsfehler ausfällt, werden - unabhängig von einer zusätzlich ausgesprochenen Garantie - gesetzliche Gewährleistungsansprüche nach §§ 434, 437 BGB (wenn der Motor gekauft worden ist), oder nach §§ 633,634 BGB (Wenn die Komplettreparatur in Auftrag gegeben worden ist) zustehen.

Insoweit sollte vorab durch einen unabhängigen Sachverständigen zunächst beweissicher geklärt werden, worauf der Schaden zurückzuführen ist, um eben diese Bedienungsfehler ausschließen zu können. daher sollte das Fahrzeug einem Gutachter vorgeführt werden.


Die nicht eingehaltenen Wartungsintervalle könnten allenfalls im Rahmen der Garantie und den Garantiebedingungen eine Rolle spielen.

Insoweit wurde bereits entschieden, dass versäumte Wartungen oder Inspektionen nicht zum Verlust der Gewährleistungsansprüchen führen, es sei denn, der Fahrzeughändler kann nachweisen, dass der technische Fehler bei regelmäßiger Wartung nicht aufgetreten wäre (OLG Koblenz, Urt.v. 08.03.2007, Az.: 5 U 1518/06).


Daher sollten Sie nun zunächst vom Sachverständigen die Ursache feststellen lassen und dann die Angelegenheit an einen Rechtsanwalt abgeben.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg
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