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Zusammenveranlagung Ausland


18.03.2017 04:24 |
Preis: 40,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Zusammenveranlagung bei im Ausland lebenden Ehegatten nur wenn beide im Inland unbeschränkt steuerpflichtig sind.


Sehr geehrte Damen und Herren,
folgend der Fall
Ich und meine Ehefrau leben gemeinsam zusammen in Thailand. Ich habe die deutsche Staatsangehoerigkeit und meine Frau hat die thailaendische.
Ich bein der Alleinverdiener und habe Einkommen in Deutschland und werde auf Antrag als unbeschraenkt steuerpflichtiger behandelt. Meine Frau hat weder Einkommen in Deutschland noch in Thailand (Hausfrau). Hinweis: meine Frau hat in der Vergangenheit in Deutschland gelebt und hat auch eine deutsche Steuernummer.

Laut Finanzamt darf ich keine Zusammenveranlagung machen, sondern muss Einzelveranlagung waehlen. Eine Zusammenveranlagung waere fuer mich wesentlich besser, da ich dann auch den Grundfreibetrag meiner Frau haette und ich auch den Kinderfreibetrag ihres leiblichen Sohnes (meines Stiefsohnes) bekommen wuerde.

Meine Frage: Ist es seitens des Finanzamtes richtig, das ich keine Zusammenveranlagung machen darf bzw. was ich machen koennte um Zusammenveranlagung zu bekommen? Koennte ich Zusammenveranlagung machen wenn beide als unbeschraenkt steuerpflichtiger behandelt werden und waere dies bei meiner Frau moeglich, da sie ja keinerlei Einkommen hat (weder in Deutschland noch in Thailand)
MfG
18.03.2017 | 08:00

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Eine Zusammenveranlagung ist gem. § 26 EStG möglich, wenn Sie beide im Veranlagungszeitraum unbeschränkt steuerpflichtig sind und nicht getrennt leben. Bislang sind nur Sie unbeschränkt steuerpflichtig.

Gem. § 1 EStG kann Ihre Frau nur dann auf Antrag als unbeschränkt steuerpflichtig behandelt werden, wenn sie in Deutschland inländische Einkünfte i.S.d. § 49 EStG erzielt. Dazu gehören zum Beispiel auch Einkünfte aus gewerblicher oder selbständiger Tätigkeit, die im Inland verwertet wird. Ebenso können Einkünfte aus Kapitalvermögen sowie Vermietung und Verpachtung einbezogen werden. Wenn Ihre Frau also z.B. eine Immobilie im Inland vermietet, können diese inländischen Einkünfte zu einer unbeschränkten Steuerpflicht und damit zu einer Zusammenveranlagung führen.

Die Wesentlichkeitsgrenze (§ 1 Abs. 3 S. 2 EStG), dass 90% der Einkünfte im Inland erzielt werden müssen bzw. im Ausland der Grundfreibetrag nicht überschritten werden darf, würde dabei auch eingehalten, da Ihre Frau in Thailand keine Einkünfte hat.

Wenn Ihre Frau also inländische Einkünfte erzielt, so kann auf Antrag eine unbeschränkte Steuerpflicht Ihrer Frau und damit eine Zusammenveranlagung erfolgen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Dr. Tim Greenawalt

Nachfrage vom Fragesteller 18.03.2017 | 08:45

Antrag auf unbeschraenkt steuerpflichtig. Ich habe im Internet folgendes gefunden:
Der Antragsteller nach § 1 Abs. 3 EStG muss außerdem Bürger eines EU- oder EWR-Staates sein. Es spielt keine Rolle, wo sich der Wohnsitz oder gewöhnliche Aufenthalt befindet.

Meine Frau ist aber Thailanderin. Sind sie sicher, das wenn inlaendische Einkuenfte vorhanden sind, sie eine unbeschraenkte steuerfplicht beantragen koennte oder sind obige informationen veraltet?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.03.2017 | 09:22

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Nachfrage.

Die Information ist korrekt. Bei der Bearbeitung habe ich übersehen, dass Ihre Frau nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt.

In diesem Fall ist es zwar so, dass Ihre Frau zwar die unbeschränkte Steuerpflicht beantragen kann. Dies führt aber nicht dazu, dass Sie gemeinsam veranlagt werden können. Das Gesetz hebelt diesen Fall in § 26 Abs. 1 Nr. 1 EStG aus, da dieser nicht auf § 1 Abs. 3 EStG verweist. Es bliebe auch in diesem Fall dabei, dass Sie nicht gemeinsam veranlagt werden können.

Bitte entschuldigen Sie die Unklarheit in meiner obigen Antwort.

Mit freundlichen Grüßen,

RA Dr. Greenawalt

ANTWORT VON

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