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Zugewinn Bewertung eines Gewerbebetriebes


21.03.2008 12:24 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Oliver Wöhler




Ich bin geschieden. Nun steht der Zugewinnausgleich an.
Meine Exfrau hat nun entgegen vorheriger Absprachen meinen Gesellschafteranteil an einer GmbH (Ingenieurbüro) in die Waagschale geworfen.

Mein Anteil wurde nun nach dem Stuttgarter Verfahren errechnet.

Meine Exfrau hat sich selbständig gemacht mit einer kleinen Firma "Bürodienstleistung/Projektassistenz". Die Firma hat in den letzten Jahren Gewinne erzielt. Diese erscheinen aber nicht in ihrer Aufstellung für ihr Endvermögen/ bzw. ihre Firma hat sie nicht bewerten lassen.

Meine Frage: Wie wird eine solche Firma bewertet im Zugewinnausgleich?
Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 127 weitere Antworten zum Thema:
Eingrenzung vom Fragesteller 21.03.2008 | 15:07
21.03.2008 | 18:44

Antwort

von

Rechtsanwalt Oliver Wöhler
871 Bewertungen
Sehr geehrter Fragesteller,
unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes beantworte ich gern Ihre Frage.
Die Bewertung von Betriebsvermögen im Zugewinn ist ein komplexes Thema und kann ohne Kenntnis der Betriebsunterlagen nicht abschließend geklärt werden. Generell gilt, dass auch die Firma Ihrer Frau im Zugewinnausgleich bewertet werden muß. Allerdings gilt, dass ein Vermögenswert nur im Zugewinn oder beim Unterhalt berücksichtigt werden soll. Die laufenden Einkünfte Ihrer Exfrau fallen also in den Unterhalt. Ich gehe nach Ihren Angaben davon aus, dass es sich um eine Einzelfirma und nicht um GmbH handelt.
Bei der Bewertung einer Einzelfirma ist nach der Rechtsprechung des BGH grundsätzlich der Ertragswert anzusetzen. Der Wert wäre also im Streitfall von einem Sachverständigen nach der Ertragswertmethode zu ermitteln. Allerdings hat der BGH klargestellt das von dieser Methode Abschlägr zu machen sind, wenn das Unternehmen sich nicht von der Person des Inhabers trennen läßt und eine geringe Organisationstiefe aufweist. Dies könnte nach Ihren Angaben der Fall sein, insbesondere dann wenn Ihre Exfrau alleine tätig ist und keinerlei Mitarbeiter beschäftigt. Ob die Firma Ihrer Exfrau einen Vermögenswert darstellt, wird sich sehr wahrscheinlich nur durch ein Sachverständigengutachten ermitteln lassen. Entscheidend dürfte sein, in wie weit die Firma von der Person Ihrer Exfrau abhängig ist. In diesem Fall wäre dann ggf. nur der Buchwert anzusetzen, oder aber gar kein Wert, falls die Firma an sich keinen losgelösten eigenen Vermögensgegenstand darstellt. Diese Frage läßt sich von hier leider nicht klären.
Sie sollten sich nicht damit zufriedengeben, dass die Firma in der Auskunft völlig fehlt. Fordern Sie Ihre Exfrau auf, die Firma als Vermögensgegenstand mit aufzuführen. Ich rate Ihnen dringend in dieser komplexen Sache anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung bieten.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familienrecht und Arbeitsrecht


ANTWORT VON
Rechtsanwalt Oliver Wöhler
Alfeld

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