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Zaun und Hecke - Abstand


21.06.2010 14:10 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla


| in unter 1 Stunde

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben vor ca. 2,5 Jahren eine Doppelhaushälfte mit einen uns damals noch unbekannten Ehepaar gebaut. So langsam kristalliert sich heraus, was mit uns da nebenan gebaut hat.
Wir haben im letzten Jahr mit den Außenanlagen begonnen und annähernd an der Grundstücksgrenze (ca. 15-20cm Abstand) zu unseren Nachbarn eine Hainbuchen-Hecke (Höhe damals: ca. 100cm, jetzt so ca. 125cm höchster Stamm) gesetzt, bereits damals schon mit der Absicht und dem Bekunden an unsere Nachbarn, diese bei einer späteren Zaunstellung nocheinmal zu verrücken.
Nachdem sich unsere Nachbarn langsam doch auch einmal Gedanken über Ihren Garten machen und jetzt endlich einen Maschendrahtzaun mit 80cm Höhe - mehr oder weniger auf Ihrer Gartenseite (der erste Pfosten steht mittig auf der Grundstücksgrenze und der Zaunverlauf läuft dann auf Ihr Grundstück zurück) - gestellt haben, haben Sie die Hainbuchen von Ihrem Gartenbauer ausbauen lassen und bei uns in den Garten stellen lassen.
Am Tag danach kamen Sie zu uns und haben mir mitgeteilt, dass ich jetzt die Hecke wieder einpflanzen könne, aber auf Grund des bestehenden Nachbarschaftsrechts in Bayern habe ich doch einen Abstand von 50cm von der Grundstücksgrenze einzuhalten.
Diesen Passuns habe ich auch gefunden, jedoch steht hier nichts dabei, wie dies mit einem anstehenden Zaun zu bewerten ist.

Meine Fragen:
Wie ist das mit dem Wiedereinbauen der Buchen? Wenn meine Nachbarn mich verständigt hätten, an welchem Tag der Ausbau vorgenommen werden sollte, dann wäre ich zugegen gewesen und hätte das gleich erledigen können. So hatten wir Glück im Unglück, denn es hat bisher immerzu geregnet und die Pflanzen konnten nicht austrocknen.
Wie ist das mit dem Abstand der Pflanzen zur Grundstücksgrenze wenn ein Maschendrahtzaun zum Nachbargrundstück steht? Muss ich hier auch den Mindestabstand von 50cm (in Bayern) einhalten?
Was wäre, wenn ich meinerseits eine Schilfrohrmatte entlang des neuen Zauns stellen würde, so dass die Hainbuchen nicht durchwachsen können (denn meine Nachbarn "können keine Hainbuchen leiden, die erinnern so an Friedhof")?
Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 20 weitere Antworten zum Thema:
21.06.2010 | 14:30

Antwort

von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla
735 Bewertungen
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage!

Nachfolgend möchte ich zu Ihren Fragen sehr gerne wie folgt Stellung nehmen:


Zu 1.)Wie ist das mit dem Wiedereinbauen der Buchen? Wenn meine Nachbarn mich verständigt hätten, an welchem Tag der Ausbau vorgenommen werden sollte, dann wäre ich zugegen gewesen und hätte das gleich erledigen können. So hatten wir Glück im Unglück, denn es hat bisher immerzu geregnet und die Pflanzen konnten nicht austrocknen.

Diese Frage ist natürlich rein hypothetisch, da die Pflanzen das Ausgraben und Versetzen zum Glück unbeschadet überstanden haben. Im Endeffekt wäre es aber so gewesen, dass die Nachbarn, wie von Ihnen bereits angedeutet beziehungsweise vermutet, Ihnen zunächst eine angemessene Frist zur Beseitigung der Buchen hätten setzen müssen.

Es ist nach Ihrer Schilderung nicht ersichtlich, weshalb eine Fristsetzung hier nicht abgewartet werden konnte durch die Nachbarn. Sollten die Buchen also Schaden genommen haben, so hätten Sie gegen die Nachbarn aufgrund der unterlassenen Fristsetzung einen Schadensersatzanspruch aus § 823 BGB.



Zu 2.)Wie ist das mit dem Abstand der Pflanzen zur Grundstücksgrenze, wenn ein Maschendrahtzaun zum Nachbargrundstück steht? Muss ich hier auch den Mindestabstand von 50cm (in Bayern) einhalten?

Es kommt nicht auf das Verhältnis der Pflanzen zum Maschendrahtzaun an, sondern allein auf das Verhältnis (also den Abstand) zur Grundstücksgrenze. Dieses gilt übrigens auch für den Maschendrahtzaun. Es ist also eine isolierte Betrachtung vorzunehmen.

Es muss also gefragt werden, welchen Mindestabstand die Pflanzen von der Grundstücksgrenze haben müssen.

Sofern die Pflanzen nicht höher als 2 m sind, ist ein Grenzabstand von 50 cm nach dem bayerischen Nachbargesetz ausreichend.

Nachfolgend habe ich Ihnen einen sehr interessanten Link zu diesem Thema beigefügt:

http://www.baumarkt.de/nxs/1539///baumarkt/schablone1/Pflanzabstaende-von-Hecken-eine-Wissenschaft-fuer-sich


Zu 3.)Was wäre, wenn ich meinerseits eine Schilfrohrmatte entlang des neuen Zauns stellen würde, so dass die Hainbuchen nicht durchwachsen können (denn meine Nachbarn "können keine Hainbuchen leiden, die erinnern so an Friedhof")?


Bei der Schilfrohrmatte handelt es sich genau wie bei einem Maschendrahtzaun um eine sogenannte Einfriedung. Viele Gemeinden haben so genannte Einfriedungssatzungen erlassen, nach denen die Verwendung solcher Schilfrohrmatten (teilweise erst ab einer bestimmten Höhe) untersagt ist. Sie sollten daher vorher bei ihrer Gemeinde nachfragen, ob das Aufstellen einer solchen Schilfmatte an der Grundstücksgrenze in Ihrem Wohngebiet erlaubt ist.

Andererseits ist die Chance natürlich sehr gering, da Sie deshalb mit der Gemeinde Probleme bekommen können,solange sich hierüber niemand beschwert. Daher sollten Sie zunächst Ihren Nachbarn fragen, ob er mit der Aufstellung einer solchen Schilfrohrmatte einverstanden ist.


Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Bei Bedarf fragen Sie gerne nach.

Ich hoffe Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Montagnachmittag und einen guten Wochenstart!




Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Tel. 0471/3088132
Fax: 0471/57774



Dr. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 21.06.2010 | 18:58

Vielen Dank Herr RA,
ich hätte da noch eine Nachfrage bezüglich des Maschendrahtzauns. Leider habe ich das nicht richtig deuten können.

Gibt es wohl auch Abstandsflächen für Maschendrahtzäune einzuhalten? So interpretiere ich Ihr Antwort nämlich.

Wäre der Bau einer "festen" Mauer (mit Natursteinen als Verlängerung der bestehenden Terrassentrennwand) für die Hecke "besser"?
Ich habe in der Einfriedungssatzung der Stadt gelesen, dass in unserer Stadt nur Einfriedungen zwischen den Grundstücken von Doppelhaushälften mit Maschendraht oder Staketenzäunen erlaubt sind. Ups ...glaube habe mir die zweite Frage schon beantwortet.

Es bleibt aber immernoch die Frage, wo der Mindestabstand zu messen ist bei den Hainbuchen. Eine Quelle sagt bei den jüngsten Trieben im Pflanzjahr, eine andere Quelle spricht vom Stamm-Rand zur Grundstücksgrenze, wieder eine andere spricht vom Stamm-Mittelpunkt bzw. -Halbdurchmesser.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.06.2010 | 11:49

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich Ihnen sehr gerne wie folgt beantworten möchte:


Zu 1.)Gibt es wohl auch Abstandsflächen für Maschendrahtzäune einzuhalten?

Entschuldigen Sie bitte, falls ich mich insoweit etwas undeutlich ausgedrückt haben sollte. Eine solche Grenze gibt es grundsätzlich nicht, zumindest nicht nach dem Nachbarschaftsgesetz ( ob es eine solche Regelung aufgrund Ihrer Einfriedungssatzung gibt kann ich leider nicht beurteilen, halte dieses aber für höchst unwahrscheinlich, da in der Regel die Grenzabstände durch die Nachbargesetze der jeweiligen Bundesländer geregelt werden).

Nachfolgend habe ich Ihnen einen Link beigefügt zu einem Artikel/Frage in diesem Forum, den ich zuvor zu genau diesem Thema verfasst habe:


http://www.frag-einen-anwalt.de/GRENZSTREITIGKEITEN-__f78791.html


Zu 2.) Wäre der Bau einer "festen" Mauer (mit Natursteinen als Verlängerung der bestehenden Terrassentrennwand) für die Hecke "besser"?

Diese Frage haben Sie sich in der Tat schon selber beantwortet. Leider ist dieses nicht möglich, da die von Ihnen zitierte Regelung in der Einfriedungssatzung diesem Vorhaben entgegensteht.

Zu 3.) Es bleibt aber immernoch die Frage, wo der Mindestabstand zu messen ist bei den Hainbuchen. Eine Quelle sagt bei den jüngsten Trieben im Pflanzjahr, eine andere Quelle spricht vom Stamm-Rand zur Grundstücksgrenze, wieder eine andere spricht vom Stamm-Mittelpunkt bzw. -Halbdurchmesser.

Es hört sich zwar etwas seltsam an (auch für mich als Juristen), jedoch hängt die Art der Messung vom Bundesland ab.

In Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein wird stets von der Mitte des Stammes an gemessen.

Bei Hecken wird in den vorgenannten Bundesländern von der Außenkante der Hecke bis zur Grenze gemessen.In den übrigen Bundesländern wird der Abstand vom Stamm der Hecke bis zur Grenze gemessen.




Ich hoffe Ihre Nachfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Dienstagnachmittag und alles Gute!


Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

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Fax: 0471/57774


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