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Zahnarztrechnung zu hoch!


| 01.12.2014 15:09 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht


Zusammenfassung: Die Verbindlichkeit eines Heil- und Kostenplans.


Hallo,
ich habe eine Zahnbehandlung gehabt.Der Heil-und Kostenplan sah fürmich einen Eigenanteil von 4907,37€ vor. Die Kasse zahlte 3344,09€ noch dazu. gesamtkosten waren damals im HuKpl.mit 8251,46€ angegeben.
Nun kam die Rechnung mit einem Gesamtbetrag von 11083,27€.
Mein Eigenanteil war jetzt plötzlich bei 6626,26€. Ich schrieb meinem ZA einen Brief, dass ich nicht bereit bin eine Erhöhung von über 41% meines Eigenanteils zu bezahlen. Mein Gegenvorschlag war, mir eine neue Rechnung zu erstellen, in der mein Eigenanteil bei 5889€ liegt. Das ist eine Erhöhung von 20%. Ich erhielt statt einer Antwort auf meinen Vorschlag eine neue Rechnung. in dieser ist meine Eigenateil gar nicht angegeben. Der Gesamtbetrag liegt jetzt bei 9955,72 und somit mein eigenanteil immer noch über 30% höher, wie im HuKpl..
Meine Frage wäre nun, wie soll ich mich jetzt verhalten? Ich komme mir vor , wie auf einem türkischem Basar.
Für eine hilfreiche Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Nach dem BGB stellen Heil- und Kostenpläne sog. Kostenvoranschläge dar. Die eigentliche Rechnung darf diesen demnach überschreiten, vgl. § 650 BGB. Jedoch zieht die Rechtssprechung hier eine Grenze von 20 %.

Das OLG Brandenburg entschied jedoch mit Urteil vom 06.01.2006 ( (Az.:12 U 31/06), dass ein Heil- und Kostenplan grundsätzlich verbindlich ist, da der Zahnarzt vor Beginn der geplanten Behandlung und bei Aufstellung des Heil- und Kostenplanes regelmäßig in der Lage ist, die von ihm zu erbringenden Leistungen zu überblicken.
Eine Erhöhung des in dem Heil- und Kostenplan veranschlagten Honorars ist daher nur gerechtfertigt, wenn nicht vorhersehbare Umstände zu einer Erhöhung des Steigerungssatzes führen. Weitere Voraussetzung ist darüber hinaus, dass der Patient vor der Behandlung auf den möglichen Eintritt einer solchen Schwierigkeit hingewiesen wird, es sei denn, dass dies nicht vorhersehbar war.

Sollte Ihr Zahnarzt einen höheren als den 2,3-fache Gebührensatz abgerechnet haben, ist dies nur zulässig, wenn Besonderheiten in der in § 5 Abs. 2 S. 1 GOZ genannten Bemessungskriterien - Schwierigkeit und Zeitaufwand der einzelnen Leistungen sowie die Umstände bei der Ausführung - dies rechtfertigen würden.

Jedoch bezieht sich dieses Urteil nicht auf Material- und Laborkosten, da die voraussichtlichen Material- und Laborkosten nicht genau angegeben werden können, wenn der Zahnarzt über kein eigenes Labor verfügt. Mehraufwendungen für Material- und Laborkosten gehen daher grundsätzlich nicht zulasten des Zahnarztes. Jedoch muss sich auch hier die Erhöhung im Rahmen der 20 % bewegen.

Ich empfehle Ihnen die Rechnung nochmal unter diesen Gesichtspunkten zu prüfen und den Zahnarzt in einem erneuten Schreiben insb. auf das Urteil des OLG Brandenburg hinzuweisen.

Beachten Sie jedoch, dass ein Widerspruch gegen eine Rechnung nicht deren Fälligkeit entfallen lässt. Deshalb sollten Sie versuchen in der Praxis einen Zahlungsaufschub zu erlangen. In dieser Zeit können Sie die Rechnung von der Zahnärztekammer überprüfen lassen.

Ich weise daraufin, dass eine abschließende Beurteilung dieses Falls ohne Einsicht in den Heil- und Kostenplan und in die Rechnung nicht möglich ist.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Bewertung des Fragestellers 03.12.2014 | 18:08


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