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Zahlungsbeleg Gerichtsvollzieher


20.03.2017 20:16 |
Preis: 48,00 € |

Zwangsvollstreckung, Zwangsversteigerung


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Zusammenfassung: Eine Löschung eines Eintrages im Schuldnerverzeichnis ist dann möglich, wenn man vorher Einsicht in das Schuldnerverzeichnis genommen hat und man über einen Beleg des Gerichtsvollziehers über die vollständige Bezahlung der Schuld insbesondere verfügt


Guten Tag,

Aufgrund einer Zahlungsunfähigkeit im Jahr 2015 meinerseits lief eine Zwangsvollstreckung gegen mich, ich habe die EV nicht abgegeben und wurde damit in das Schuldnerverzeichnis eingetragen.

Die Summe ist mittlerweile bezahlt. Leider habe ich hierüber keinerlei Belege, das ist an sich aber auch gar nicht strittig. Der Titel wurde mir damals im Original zugesandt.

Nun würde ich gerne den Eintrag im amtlichen Schuldnerverzeichnis gerne löschen lassen, habe aber wie gesagt keinen Zahlungsbeleg oder sonstiges, um dies an das zuständige Gericht in Hessen zu schicken.

Ich weiß ja nicht mal, auf welcher Zwangsvollstreckungssache gegen mich dieser Eintrag beruht.

Besteht die Möglichkeit, mir vom "Verzeichnisgericht" (Welches ist Zuständig, wo muss die Post hin?) in Hessen (Ich bin Wohnhaft im Landkreis Darmstadt-Dieburg) einen Auszug anzufordern aus welchem ein Aktenzeichen hervorgeht? Wie müsste ich dies formulieren?

Kann ich, sobald mir diese Informationen vorliegen, den Gerichtsvollzieher kontaktieren und unter Nennung des AZ um einen Zahlungsbeleg bitten / diesen hierzu auffordern? Bei ihm müssen die Daten ja zu 100% noch vorliegen. Wie müsste ich hier ein Schreiben formulieren? Auf was kann ich mich stützen?

Falls das nicht der Fall ist: Wann verschwindet der Eintrag aus meiner SCHUFA? Eintrag war ca. 08/2015.

Ich bedanke mich recht herzlich!

LG
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.
Sofern Sie hier über den entwerteten Vollstreckungstitel verfügen, können Sie unter Berufung darauf Akteneinsicht beantragen.

Seit 1. Januar 2013 wird bei dem Amtsgericht Hünfeld als zentralem Vollstreckungsgericht das Schuldnerverzeichnis für ganz Hessen geführt.

Dorthin können Sie sich mit einem einfachen Schreiben wenden und eine Kopie des entwerteten Vollstreckungstitels beifügen und beantragen, dass Sie Einsicht erhalten. Jedermann kann die ihn selbst betreffenden Eintragungen einsehen. Dies ist kostenfrei.

Allerdings ist das nur noch über das Internet und online möglich:
Vgl. https://ag-huenfeld-justiz.hessen.de/irj/AMG_Huenfeld_Internet?uid=1a950812-5a68-2b31-79cd-aa2b417c0cf4

2.
Selbiges können Sie beim Gerichtsvollzieher verlangen, also die Einsicht in die Vollstreckungsunterlagen. Sie können ja hier jeweils ein berechtigtes Interesse als Schuldner beziehungsweise damaligen Schuldner vorweisen, was auslangt.

Wir können sich natürlich per Post an den Gerichtsvollzieher wenden.

Falls Sie keine konkrete Person herausfinden können, können Sie beim Gericht nachfragen, welches damalig zuständig war für die Vollstreckung, also das Gericht, welches das Urteil zum Beispiel als Vollstreckungstitel erlassen hatte. Es gibt eine sogenannte Gerichtsvollzieherverteilerstelle, die nach Buchstabengruppen in der Regel die Zuständigkeit vorsehen. Das können Sie dort erfragen.
Schreiben Sie einfach dem Gerichtsvollzieher, dass Sie einen Beleg über die damalige Zahlung benötigen und verweisen Sie auf die Kopie des entwerteten Vollstreckungstitels und gegebenenfalls auch auf eine Kopie des Eintrages im Schuldnerverzeichnis, den es zu löschen gilt.

3.
Ein Eintrag im Schuldnerverzeichnis kann gelöscht werden, wenn nachgewiesen wird, dass der Gläubiger hinsichtlich der gesamten Forderung befriedigt wurde, die der Zwangsvollstreckung zugrunde lag, die zur Eintragung geführt hat. (§ 882e Abs. 3 Ziffer 1 ZPO).
Die vollständige Befriedigung des Gläubigers ist dem zentralen Vollstreckungsgericht durch geeignete Belege nachzuweisen.

Das wäre also der letzte Schritt, wenn Ihnen die vorgenannten Unterlagen gänzlich vorliegen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 22.03.2017 | 09:15

Sehr geehrter Herr Hesterberg,

Vielen Dank für ihre Antwort.
Ich denke Sie haben meine letzte Frage übersehen, auf welche ich Sie nochmal aufmerksam machen möchte:
Wann wird der Eintrag regulär aus dem Schuldnerverzeichnis und der SCHUFA gelöscht? Der Eintrag wurde im August 2015 veranlasst.

Beste Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.03.2017 | 10:21

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

In der Tat, das hatte ich vergessen, was die reguläre Löschung aus dem Schuldnerverzeichnis anbelangt und bitte daher um Nachsicht.

§ 882e Abs. 1 Zivilprozessordnung
Löschung

"Eine Eintragung im Schuldnerverzeichnis wird nach Ablauf von drei Jahren seit dem Tag der Eintragungsanordnung von dem zentralen Vollstreckungsgericht nach § 882h Abs. 1 gelöscht."

Die vorzeitige Löschung steht in Abs. 3:
"Abweichend von Absatz 1 wird eine Eintragung auf Anordnung des zentralen Vollstreckungsgerichts nach § 882h Abs. 1 gelöscht, wenn diesem

1.
die vollständige Befriedigung des Gläubigers nachgewiesen worden ist;

2.
das Fehlen oder der Wegfall des Eintragungsgrundes bekannt geworden ist oder

3.
die Ausfertigung einer vollstreckbaren Entscheidung vorgelegt wird, aus der sich ergibt, dass die Eintragungsanordnung aufgehoben oder einstweilen ausgesetzt ist."

Ich hoffe, Ihnen damit gedient zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg
Rechtsanwalt

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