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| 18.12.2015 11:43 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Park, LL.B.



Guten Tag

Es ist ein sehr komplizierter Fall glaube ich.
Meine Ehefrau und ich haben für ein befreundetes Ehepaar ein Darlehen zum Erwerb eines EFH aufgenommen.38.000,-€
Im Grundbuch stehen der Mann und die Frau zu je 50% des befreundeten Ehepaares, es wurde nur eine Grundschuld zu unseren Gunsten in Höhe des Darlehens in Abteilung III im Grundbuch eingetragen.

Es ging einige Jahre gut, bis man sich jetzt scheiden lassen will, die noch Ehefrau bewohnt das Haus allein. Die Kreditrate wird bedient. Sie möchte im Haus wohnen bleiben.

Jetzt kommt das Problem: der noch Ehemann hat Privatinsolvenz angemeldet.
Wir wurden vom Insolvenzverwalter bereits angeschrieben.
Was können und müssen wir machen oder lassen das die noch Ehefrau das Haus behalten kann. Kann er es zwangsversteigern lassen gegen Ihren Willen.
Muss Sie kaufen was Ihr zu 50% gehört wenn keinen Kredit bekommt ?
Darlehen 38.000,-€ Restforderung ca.34.000,-€ Monatsrate 293,-€
Wie müssen wir uns verhalten im Falle eines Falles haften wir ja ?

Vielen Dank für Ihr bemühen
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen nach erster summarischer Prüfung der Rechtslage wie folgt beantworten:

Der Ehemann ist hälftiger Eigentümer eines Hauses, auf das für Sie eine Grundschuld eingetragen worden. Seine Hälfte des Hauses ist daher Bestandteil der Insolvenzmasse nach § 35 InsO.

Die Insolvenzmasse ist nach § 159 InsO durch den Insolvenzverwalter zu verwerten. bei Immobilien erfolgt dies über § 165 InsO durch Zwangsversteigerung. Er kann es auch freihändig verwerten, hierzu wird aber Ihre Zustimmung nötig sein. Gegen eine Zwangsversteigerung können Sie sich nicht wehren.

Da aber die andere Hälfte der nicht insolventen Frau gehört, wird der Insolvenzverwalter aller Voraussicht nach dieser die schuldnerische Hälfte zum Kauf anbieten. Die Verwertung muss nicht sofort erfolgen. Hier sollte das Gespräch mit dem Insolvenzverwalter gesucht werden.

Aber die Frau wird eine Zwangsversteigerung über die 50%, die nicht ihr gehören im zweifel dulden müssen, wenn sie sie nicht selber kaufen kann.

Sie selber können an diesem Umstand wenig ändern. Sie sollten Ihre Grundschuld gegenüber dem Insolvenzverwalter geltend machen, Sie haben hier unter Umständen Aussonderungsrechte und sollte doch zumindest bzgl. des Ehemannes nicht leer ausgehen.

Sie "haften" nur bis zum Ausfall Ihres Darlehens, dies sollten Sie nicht hinnehmen, hier also mit dem Insolvenzverwalter Kontakt aufnehmen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 18.12.2015 | 12:44


Sie sollten Ihre Grundschuld gegenüber dem Insolvenzverwalter geltend machen,

1. also grundschuld laut Notar ursprüngliches Darlehen oder Restforderung ? welche Summe

2. Sie haben hier unter Umständen Aussonderungsrechte und sollte doch zumindest bzgl. des Ehemannes nicht leer ausgehen.was bedeutet das für mich ?

3. Sie "haften" nur bis zum Ausfall Ihres Darlehens, dies sollten Sie nicht hinnehmen, wie muss ich das verstehen ?

4. Was ist wenn sie nicht kaufen kann, was wird wenn die Hälfte versteigert wird zb. 5000,- € ist das realität ?
Danke für das Bemühen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.12.2015 | 16:13

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich auch Ihre Nachfrage.

1. Grundsätzlich haben Sie nur Anspruch auf den noch ausstehenden Darlehensbetrag. Die Grundschuld ist aber nicht akzessorisch, d.h. nicht vom Bestand eines Darlehensvertrag abhängig. Im Falle Ihrer Befriedigung wandelt sich die Grundschuld in eine Eigentümergrundschuld.

2. Hier stellt sich die Frage nach dem Rang der Grundschuld. Denn aus dieser ergibt sich, ob und in welcher Höhe Sie aus dem Verkaufserlös des Hauses befriedigt werden. Gibt es noch weitere Grundschulden im höheren Rang kann es sogar sein, dass Sie leer ausgehen.

3. Gemeint war, dass Sie keinerlei pflichten gegenüber der Frau oder dem Mann haben. Mehr als Ihr Darlehen können Sie nicht verlieren.

4. Zum Spottpreis wird in aller Regel nicht versteigert.Eine Zwangsversteigerung läuft meist über ein Mindestgebot. Wird dieses nicht erreicht, erhält niemand den Zuschlag. Aus § 85a Abs. 1 ZVG ergibt sich, dass mindestens die Hälfte des Verkehrswertes geboten werden muss, sonst gibt es keinen Zuschlag.

Mit freundlichen Grüßen

Alex Park

Bewertung des Fragestellers 18.12.2015 | 14:02


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