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Workshop krankheitsbedingt abgesagt. Veranstalter verlangt Geld für neuen Termin.


18.12.2014 23:57 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von



Ich habe am 11.08.2014 ein Business Coaching / Workshop bei einem Unternehmen gebucht zu einem Preis von 779,-€ (124,38 MwSt enthalten). Der Workshop sollte am 20.09 - 21.09 in Berlin stattfinden. Am 10.09.2014 schrieb ich dem Inhaber der Firma eine E-mail mit der Bitte den Termin zu verschieben bzw. mir einen neuen Termin anzubieten da mir etwas wichtiges dazwischen gekommen ist (die Firma veranstaltet regelmäßig den selben Workshop in verschiedenen Städten wobei diese Termine nicht immer komplett ausgebucht sind.)

Der Firmeninhaber bat mir einen neuen Termin für einen Workshop in Hamburg vom 15.11 - 16.11.2014 an jedoch müsse ich 25% Stornogebühr zahlen. Ich erhielt somit eine Rechnung über einen Betrag von 194,75€ ohne MwSt. da Stornorechnungen angeblich Steuerfrei sein dürfen. Der Rechnungsbetrag wurde von mir beglichen.

An dem 15.11.2014 war ich leider schwer erkrankt und informierte den Veranstalter morgens per SMS darüber. Ein Attest meines Hausarztes reichte ich ebenfalls ein. Ich bat den Veranstalter mir einen neuen Termin anzubieten für einen kommenden Workshop. Doch leider besteht der Herr nun "kulanterweise" auf eine Zahlung von weiteren 50% des Kurspreises da in dem Tagungshotel angeblich kosten angefallen sind obwohl auch 5 andere Kursteilnehmer an dem Kurs teilnahmen.

Meiner Meinung nach ist das Verhalten und vorgehen des Workshop Veranstalters nicht sehr kundenorientiert da ich nun 973,75€ für nichts bezahlt habe und keine Gegenleistung erhielt. Der Veranstalter verlangt nun einen weiteren Betrag über 389,50€. Ich hatte auch vorgeschlagen, dass ich an einem folgenden Workshop teilnehmen könnte welcher nicht ausgebucht ist. Somit hätte der Veranstalter keinen Nachteil dadurch und keine weiteren Kosten. Darauf wurde nicht eingegangen.

In den AGB der Firma steht folgende Stornoregelung:

§ 6 Stornierung
Bis zu vier Wochen vor Beginn des Workshops ist die Stornierung kostenfrei

Bei einer Stornierung von weniger als vier Wochen bis zwei Wochen vor Beginn des Workshops behält xxx 25% des regulären Workshoppreises ein.

Bei einer Stornierung von weniger als zwei Wochen bis eine Woche vor Beginn des Workshops behält xxx 50% des regulären Workshoppreises ein.

Bei einer Stornierung von weniger als eine Woche bis 48 Stunden vor Beginn des Workshops behält xxx 75% des regulären Workshoppreises ein.

Bei einer Stornierung von weniger als 48 Stunden vor Beginn des Workshops oder bei Nichterscheinen des Kunden zum Workshop behält xxx den vollen regulären Workshop preis ein.

Meine Fragen lauten nun: Ist das Verhalten des Workshop Veranstalters rechtens? Habe ich eine Möglichkeit an mein Geld oder an einen Teil es Geldes wieder ran zu kommen? Wäre es nicht mein Recht an einem Workshop teilzunehmen wenn einer der folgenden Workshops nicht komplett ausgebucht ist? Denn der Veranstalter hätte hierdurch ja keinen Nachteil. Und ist es korrekt, dass Stornorechnungen ohne MwSt. ausgestellt werden dürfen? Meiner Meinung nach ist der Betrag der Stornorechnung zu hoch da sich diese 25% auf den Brutto Betrag der ursprünglichen Rechnung beziehen.



19.12.2014 | 01:54

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

Die Klauseln sind rechtswidrig, da Ihnen die Möglichkeit verwehrt bleibt, einen geringeren Schaden nachzuweisen. Sie werden daher unangemessen benachteiligt. Die Gegenseite kann sich daher nicht auf die AGB berufen.

Die Gegenseite kann daher nur den tatsächlich entstandenen Schaden geltend machen, also die tatsächlich aufgewendeten Kosten.

Allerdings können Sie nicht verlangen, an einem anderen als den gebuchten Kursen teilzunehmen, da Sie nur bestimmte Kurse zu bestimmten Tagen an bestimmten Orten gebucht haben. Allerdings stimme ich Ihnen zu, dass es kundenfreundlicher wäre, wenn die Gegenseite es Ihnen ermöglicht. Aber rechtlich haben Sie keinen entsprechenden Anspruch.

Die Stornogebühr ist ein Schadensersatz, daher wird sie tatsächlich ohne Umsatzsteuer ausgewiesen. Allerdings bezieht sich die Stornogebühr stets auf den ursprünglichen Brutto-Betrag. Die Berechnung der Gegenseite ist daher korrekt.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 19.12.2014 | 12:34

Sehr geehrter Herr Weber,

vielen Dank für Ihre Antwort. Leider sind bei mir noch einige Fragen offen.

Sie schreiben, dass die Klauseln rechtswidrig sind, da mir die Möglichkeit verwehrt bleibt, einen geringeren Schaden nachzuweisen. Was genau hat das denn zu bedeuten? Was hätte denn die Gegenseite in den AGB schreiben müssen damit diese gültig sind?

Und welche Möglichkeiten habe ich jetzt? Habe ich Anspruch bzw. gute Chancen den komplett gezahlten Betrag von 973,75€ zurück zu fordern oder auf welche Summe hätte ich Anspruch bzw. gute Chancen diese zurück zu erhalten? Bitte geben Sie mir doch eine Empfehlung, wie ich jetzt am besten vorgehen könnte um an mein Geld zurück zu kommen. Ich habe mittlerweile kein weiteres Interesse an dem Kurs teilzunehmen aufgrund des unfreundlichen und unkooperativen Verhalten des Veranstalters.

Auch wundert mich sehr, dass im Impressum sowie AGB der Website eine LTD mit Firmensitz in England hinterlegt ist. Jedoch steht auf den Rechnungen stets eine Person mit Sitz in Hamburg als Rechnungsaussteller. Dieser wird auf der Rechnung auch als Inhaber sowie Geschäftsführung betitelt. Für mich ist das sehr irreführend. Ist dies rechtlich inordnung, dass in den AGB und Impressum eine LTD steht aber auf der Rechnung eine völlig andere Person? An wen muss ich in diesem Fall meine Ansprüche stellen?

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.12.2014 | 20:47

Sehr geehrter Ratsuchender,

die AGB schreiben einen pauschalen Schadensersatz fest. Das aber ist rechtswidrig, da dem Kunden stets die Möglichkeit gegeben sein muß, einen geringeren Schaden als den pauschal Festgeschriebenen nachzuweisen. Die AGB hätten einen Satz wie z.B. "Der Kunde hat die Möglichkeit, einen geringeren Schaden nachzuweisen." enthalten müssen.

Sie können in der Tat den Betrag zurückfordern, Anspruchsgrundlage ist § 812 BGB. Die Gegenseite muß die Höhe der Aufwendungen geltend machen und nachweisen. Ich empfehle, der Gegenseite eine Frist (14 Tage) zur Rückzahlung zu setzen.

Die Unterschiede zwischen Impressum und Rechnung sind in der Tat überraschend. Das deutet darauf hin, das eins von beiden falsch ist, da beide die gleiche Adresse aufweisen müssen.
Sie sollten Ihre Forderung gegen den richten, an den Sie das Geld überwiesen haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

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