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Wohnungsuebergabe


15.12.2014 16:00 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking



Guten Tag, ich habe meine Wohnung durch einen Freund abnehemen lassen, da ich in eine andere Stadt gezogen bin. Er hatte die Wohnung komplett renoviert. Die Kueche war schon sehr alt und an vielen Stellen defekt( ca 10 Jahre) und laut Vorabnahme sollte sie entsorgt werden.Die Entsorgungskosten und die Reperatur des Fliesenspiegels soll ich nun mit 500 Euro tragen. Angeblich gab es auch noch eine Rohrverstopfung (200Euro) von der ich nichts weiß. Diese wurde erst spaeter entdeckt und von einer Firma beseitigt.
Als ich in die Wohnung eingezogen bin hat der Vermieter eine Trennwand mit Tuer in ein Zimmer eingebaut. Wenn ich weniger als 10 Jahre in der Wohnung bleibe, muss ich laut Mietvertrag anteilig die Kosten dafuer tragen.( jetzt noch ca 1300 Euro.)Der Nachmieter fand die Trennwand aber toll und wollte diese unbedingt auch behalten
Weiterhin soll ich fuer die Schaeden an der Eingangstuer bzw Tuerblatt aufkommen. Die Tuer war aber auch bei Einzug schon so.( leider gibt es keinen Beweis. Dann soll ich fuer die Reinigung der Fenster aufkommen.Diese habe ich ca 4 Wochen vor Auszug geputzt ( Fotos der sauberen Fenster liegen vor)
Es gibt 3 Freunde die bei der Uebergabe dabei waren. Angeblich hatte der Vermieter keinen Druchschlag vom Uebergabeprotokoll dabei. Das koennen alle bezeugen.
Was ist von den aufgezaehlten Punkten rechtens? Muss ich fuer die Entsorgung einer alten nicht mehr vermietbaren Kueche aufkommen , die mindestens schon 10 Jahre alt ist und muss ich fuer die im Mietvertrag vereinbahrten Kosten aufkommen wenn ich frueher ausziehe als 10 Jahre auch wenn der Nachmieter die Trennwand haben moechte?
Muss ich die Reperatur fuer die Eingangstuer , fuer ca 10 Jahre alte Armaturen in Kueche und Bad und fuer die Reinigung der Fenster aufkommen?
Vielen Dank fuer eine Antwort
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich sind sämtliche Abnutzungen die durch vertragsgemäßen Gebrauch entstanden sind, mit dem monatlichen Mietzins abgegolten und müssen daher vom Mieter nicht erstattet werden. Eine Komplettrenovierung der Wohnung war daher nur notwendig, wenn laut Mietvertrag die Schönheitsreparaturen wirksam auf Sie abgewälzt wurden. Dies ist insbesondere bei älteren Mietverträgen oftmals nicht der Fall. Deshalb sollten Sie zunächst den Mietvertrag von einem auf Mietrecht spezialisierten Rechtsanwalt oder einem Mieterschutzbund prüfen lassen, da Sie ggf. die Kosten für die Renovierung von dem Vermieter zurückfordern können.

Bezüglich der Küche kommt es darauf an, ob diese schon bei Einbau vorhanden war oder von Ihnen eingebaut wurde. Nur wenn Sie die Küche selbst eingebaut haben, kann der Vermieter ggf. den Ausbau bzw. die Entsorgung verlangen.

Die Kosten für die Entfernung der behaupteten Rohrverstopfung kann der Vermieter nicht verlangen. Denn hierfür hätte er Sie zunächst hierüber informieren und zur Beseitigung auffordern müssen. Er darf den Schaden aber nicht einfach auf eigene Faust beseitigen und Sie dann vor vollendete Tatsachen stellen (Sie können ja jetzt nicht mehr nachprüfen, ob tatsächlich eine durch Sie verursachte Verstopfung vorlag).

Bezüglich der Trennwand kommt es allein auf die konkrete Vereinbarung an. Wurde dort keine Ausnahme bei Einzug eines Nachmieters gemacht, werden Sie den vereinbarten Betrag aber wohl zahlen müssen, wenn Sie früher ausziehen (es sei denn die Trennwand hat für eine objektive Wertsteigerung der Wohnung gesorgt, sodass eine höhere Miete vom Nachmieter verlangt werden konnte). Allerdings sollte auch diese Vereinbarung noch einmal auf Ihre Wirksamkeit überprüft werden.

Wenn die Fenster vier Wochen vor Auszug nachweisbar geputzt wurden, reicht dies regelmäßig aus (es sei denn, die Fenster wurden anschließend z.B. bei der Renovierung übermäßig verschmutzt).

Für Schäden an Armaturen etc. müssen Sie wie bereits ausgeführt nur haften, wenn diese Schäden durch unsachgemäßen Gebrauch entstanden sind. Die üblichen Gebrauchsspuren nach zehnjähriger Nutzung muss der Vermieter dagegen hinnehmen.

Wenn die Tür bereits bei Einzug beschädigt war, müssen Sie für diese Schäden natürlich nicht aufkommen - allerdings müssten Sie dies auch beweisen können, sonst wird es schwierig.

Nach Ihrer Schilderung kommt hier der Verdacht auf, dass der Vermieter die Wohnung auf Ihre Kosten sanieren will. Daher empfehle ich dringend, einen auf Mietrecht spezialisierten Rechtsanwalt vor Ort mit der Angelegenheit zu betrauen. Der Kollege kann dann insbesondere die entsprechenden Klauseln konkret prüfen. Es ist durchaus denkbar, dass Sie nicht nur einen Großteil der Forderungen des Vermieters abwehren können, sondern möglicherweise sogar selbst Erstattungsansprüche gegen den Vermieter geltend machen können.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
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