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Wohnungsauflöung, Erben lassen Termin verstreichen


| 11.12.2012 20:57 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

am 11.11.2012 verstarb meine Großmutter. Direkte Erbnachfolger sind zwei Töchter, meine Mutter und meine Tante.

Zur Wohnungsauflösung
Aufgrund einer Sprach- und motorischen Behinderung stand ich telefonisch und per E-Mail als Vermittler für meine Mutter im Kontakt mit dem Vermieter.

Als der Vermieter vom Tode meiner Großmutter erfuhr, warf er in den Briefkasten der Verstorbenen ein Kündigungsschreiben datiert auf den 21.11.2012 ein.

Der Vermieter bot an auf die gesetzlichen drei Monatsmieten zu verzichten, wenn die Wohnung bis zum 07.12.2012 entrümpelt und besenrein sei. Danach würde er sukzessiv für jeden Monat, in dem nicht die Kündigung erfolgt, die Mieter erheben bis zum Februar 2013.

Ich holte Angebote von zwei Entrümplungsunternehmen ein und teilte dem Vermieter mit, dass ich am 28.11.2012 alle Unterlagen an meine Mutter per Post versandt hatte.

Meine Mutter sendete sofort nach Erhalt die Unterlagen in Kopie an meine Tante.

Heute, 11.12.2012, teilte mir meine Mutter mit, dass keiner der Entrümpler beauftragt wurde, sie meine Tante bisher bezüglich der Wohnungsauflösung nicht erreichen konnte, da diese bis morgen Abend 12.11.2012 abwesend sei.

Der Vermieter informierte mich heute, dass er nun die Dezember-Miete bezahlt haben möchte. Telefonisch versicherte ich ihm, dass ich versuchen werde, meine Tante morgen dazu zu bringen umgehend mit ihm Kontakt aufzunehmen - vielleicht verzichtet er dann auf die Miete. Der Ton macht eben die Musik.

Frage:
Entstehen für mich als Vermittler finanzielle Konsequenzen, da meine Tante behaupten könnte, ich hätte sie nicht kontaktiert und müsste jetzt die Miete tragen?
Kann meine Mutter einseitig eine Kündigung der Wohnung ihhrer verstorbenen Mutter und die Entrümpler stellen und von meine Tante die Hälfte der Kosten verlangen?

Zur Erbausschlagung
Sicherheitshalber möchte ich das Erbe ausschlagen, damit keine Folgekosten auf mich zu kommen. IDas Amtsgericht möchte von mir einen Totenschein, sonst kann ich nicht das Erbe meiner Großmutter ausschlagen. Das wundert mich denn,iIm Juli verstarb mein Cousin und ich konnte ohne Totenschein das Erbe ausschlagen. Die Unterlagen wurden dann zum Amtsgericht am Wohnort meines Cousins versandt.

Frage:
Warum geht die gleiche Prozedur bei meiner Großmutter nicht?

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Sehr geehrte Ratsuchende,

die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Angaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung nicht ersetzen kann.

Unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Zunächst erlaube ich mir, Ihnen mein Beileid auszusprechen.



1.Entstehen für mich als Vermittler finanzielle Konsequenzen, da meine Tante behaupten könnte, ich hätte sie nicht kontaktiert und müsste jetzt die Miete tragen?



Lediglich Ihre Mutter und Ihre Tante sind nach Ihrer Sachverhaltsschilderung gesetzliche Erben Ihrer Großmutter. Sie bilden eine sogenannte Erbengemeinschaft.

Selbst wenn Sie Ihre Hilfe anbieten und sich um diverse Dinge kümmern, ist dies eine reine Gefälligkeit. Sie haften somit grds. nicht für etwaige Mietkosten, die grds. Nachlassverbindlichkeiten darstellen.




2.Kann meine Mutter einseitig eine Kündigung der Wohnung ihrer verstorbenen Mutter und die Entrümpler stellen und von meine Tante die Hälfte der Kosten verlangen?


Die Erbengemeinschaft kann grds. nur gemeinschaftlich handeln. Ihre Mutter sollte versuchen, dass Einverständnis Ihrer Tante einzuhohlen. Die Kosten, die durch die Wohnungsauflösung entstehen, sind grds. aus dem Nachlass zu zahlen. Das bedeutet, um das mit Zahlen zu verdeutlichen, dass Ihre Mutter und Ihre Tante sozusagen die Hälfte daran tragen.




3. Sicherheitshalber möchte ich das Erbe ausschlagen, damit keine Folgekosten auf mich zu kommen. IDas Amtsgericht möchte von mir einen Totenschein, sonst kann ich nicht das Erbe meiner Großmutter ausschlagen.


Nach Ihrer Schilderung des Sachverhalts, sind lediglich Ihre Mutter und Ihre Tante Erben Ihrer Großmutter.

Sie als Enkelin sind somit keine Erbin nach der gesetzlichen Erbfolge. Somit können Sie auch kein Erbe ausschlagen.

Lediglich die Erben können das Erbe ausschlagen. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in welchem der Erbe von dem Anfall und dem Grunde der Berufung Kenntnis erlangt, gem. § 1944 BGB. Fristbeginn ist somit frühestens der 11.11.2012.

Grds. muss eine Erbausschlagung beim Nachlassgericht ausdrücklich zu Protokoll geben werden. Das zuständige Nachlassgericht ist das Gericht an dem der Erblasser seinen letzten Wohnsitz hatte.
Auch sollte ein gültiger Personalausweis vorgelegt werden. Eine Sterbeurkunde sollte vorgelegt werden, ist jedoch nicht zwingend erforderlich.



Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen. Bei Nachfragen nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Ich weise abschließend darauf hin, dass es durch Hinzufügen und Weglassen wesentlicher Umstände im Sachverhalt, durchaus zu einer anderen rechtlichen Bewertung kommen kann.


Mit freundlichen Grüßen
Pothmann
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 11.12.2012 | 23:03

Sehr geehrter Her Pothmann,

ich danke Ihnen für ihre Anteilnahme und ihre sehr hilfreiche Antwort.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich Sie zum Thema "Erbausschlagung" richtig verstehe.

Das Erbe wollte ich ausschalgen, um mögliche Gläubigerfoderungen zu vermeiden, die auf mich übergehen könnten und die meine Mutter und meine Tante nicht tragen wollen.

Im Fall des Cousins der im Juli verstarb, schlug sein Bruder aufgrund einer Überschuldung das Erbe aus. Gleiches taten auch alle Verwandten innerhalb der 6 Wochenfrist ab dem Zeitpunkt zu dem sie Kenntnis darüber erlangten, damit die Vorderungen der Gläubiger nicht an andere Verwandte gerichtet werden konnten.

Ich kann nicht bestätigen, ob meine Großmutter überschuldet ist, möchte aber vorsorglich das Erbe ausschlagen.

Verstehe ich Sie so, dass das vorsorgliche Ausschlagen im Fall meiner Großmutter gar nicht möglich ist?

Mit freundlichen Grüßen
Alexander Hildebrandt

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.12.2012 | 11:17

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Wie bereits erwähnt, ist eine Erbausschlagung des/der Erben, innerhalb von 6 Wochen nach Kenntnis der oben genannten Voraussetzungen möglich.

Eine Erbausschlagung von Ihnen, rein vorsorglich, wäre möglich und sinnvoll, wenn davon auszugehen ist, dass Ihre Mutter das Erbe innerhalb der Frist ausschlagen wird, weil das Erbe überschuldet ist und dann Sie gesetzlicher Erbe wären.
Schlägt Ihre Mutter nicht aus, kämen Sie auch nicht als Erbe Ihrer Großmutter in Betracht. Bei Überschuldung wären Sie auch nicht haftbar für Nachlassverbindlichkeiten.

Sollten Sie dennoch, rein vorsorglich dass (vermeintliche) Erbe ausschlagen wollen, müssten Sie diesen speziellen Sachverhalt dann beim zuständigen Gericht schildern, da es sich ja um eine Ausschlagung ohne Erbfall handelt. Ob dies jedoch so beurkundet wird, erscheint mir fraglich, da die Erbschaft ja nicht (bei Ihnen) angefallen ist.
Bei dem geschilderterten Fall mit Ihren Cousin, haben alle vermutlich ausgeschlagen, da nach der Ausschlagung des Bruders die anderen Familienmitglieder in die Erbfolge eintraten.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weiter geholfen.


Mit freundlichen Grüßen
Pothmann
Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 11.12.2012 | 22:30

Entschuldigen Sie bitte, es sollte natürlich "sehr geehrter Ratsuchender" heissen.
Mit freundlichen Grüßen
Pothmann
Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers 11.12.2012 | 23:05


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